Neue Verordnung

Corona-Inzidenz über 50: Diese Regeln gelten ab sofort im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Private Zusammenkünfte stark eingeschränkt, mancherorts gilt auch im Freien Maskenpflicht. Das gilt, nachdem der Landkreis den höchsten Corona-Grenzwert überschritten hat.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim hat in Anlehnung an die Landesverordnung scharfe neue Regeln erlassen, die ab sofort gelten. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Im Landkreis Hildesheim gelten ab sofort deutlich schärfere Regeln für private Zusammenkünfte, Gastronomie und Veranstaltungen. Diese hat der Landkreis Hildesheim am Freitagmittag offiziell aufgestellt, nachdem der Kreis am Freitagmorgen mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von 60,5 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen die höchste Warnstufe (über 50) erreicht hatte.

Inzwischen haben Bund und Länder allerdings bundesweite neue Corona-Regeln beschlossen: Das gilt ab dem 2. November.

Die aktuelle Situation in Hildesheim: Private Treffen

Noch einmal deutlich verschärft werden die Regeln für private Feiern und Zusammenkünfte sowie allgemeine, auch zufällige, Treffen – egal ob im Haus oder der Wohnung, unter freiem Himmel oder in öffentlichen Gebäuden oder gastronomischen Betrieben. Hier dürfen sich in allen Fällen jeweils nur höchstens zehn Personen aus höchstens zwei Hausständen treffen.



Ausgenommen von der Zwei-Hausstände-Regel sind nur Zusammenkünfte von Verwandten. Diese sind so definiert: Verwandte und Verschwägerte in gerader Linie, Ehegatten, Lebenspartner, Verlobte, Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner der Geschwister, Geschwister der Ehegatten oder Lebenspartner und zwar auch dann, wenn die Ehe oder die Lebenspartnerschaft nicht mehr besteht oder wenn die Verwandtschaft oder Schwägerschaft erloschen ist, sowie Pflegeeltern und Pflegekinder. Anders als zunächst gemeldet dürfen aber auch bei Treffen dieser Gruppen nur maximal zehn Personen anwesend sein.

Maskenpflicht im Freien

Die neue Landes-Verordnung sieht bei einer Inzidenz von mehr als 50 eine teilweise Maskenpflicht im Freien vor. Demnach muss ab Samstag, 24. Oktober, 0 Uhr, in den Fußgängerzonen in Hildesheim sowie alle weiteren Fußgängerzonen im Kreisgebiet eine Maske getragen werden.

Außerdem gilt die Vorgabe kreisweit für alle Wochenmärkte. In Hildesheim gilt die Regel zudem für den Vorplatz des Hauptbahnhofs sowie für den benachbarten Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB)

Veranstaltungen

Bei Veranstaltungen sind statt 500 grundsätzlich nur noch 100 Besucher zulässig. Hier sind aber weiterhin Ausnahmen möglich, „wenn der Veranstalter mit dem zuständigen Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vereinbart hat, das hinreichende Sicherheit bietet“. Auswirkungen hatte das unter anderem bereits für Aufführungen des Theaters für Niedersachsen (TfN) in der Halle 39.



Bereits genehmigte Messen, Kongresse, gewerbliche Ausstellungen, Spezialmärkte, Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen, an denen das Publikum mindestens zeitweise stehend teilnimmt, können wegen der Entwicklung des Infektionsgeschehens durch das Gesundheitsamt widerrufen werden.

Schulen und Kitas

Unverändert sollen die Schulen am Montag wieder öffnen. Allerdings können weiterführende Schulen eigenständig über eine Maskenpflicht im Unterricht entscheiden. Kultusminister Grant-Hendrik Tonne empfiehlt die Maskenpflicht für Landkreise mit einem Inzidenzwert über 50. Für Grundschulen und Kitas sind zunächst keine neuen Regelungen vorgesehen, ebenso wenig für den Nahverkehr, für Kirchen oder Sport.

Die Optionen des Landkreises

Der Landkreis hat die Möglichkeit, allgemein oder örtlich begrenzt noch schärfere Regeln zu erlassen, wenn er das für notwendig hält. „Es ist grundsätzlich keine Differenzierung innerhalb des Kreisgebietes vorgesehen. Wenn allerdings konkrete Hotspots innerhalb des Kreisgebietes herausstechen, würden wir prüfen, ob lokal engere Vorgaben erforderlich sind“, erklärte die Kreisverwaltung auf Anfrage. Mildere Vorgaben für Städte und Gemeinden mit wenigen oder gar keinen Corona-Fällen sind demnach nicht möglich.

Aufpassen bei Reisen

Aufpassen müssen Einwohner des Landkreises Hildesheim zudem, wenn sie verreisen wollen – ob in den Urlaub oder per Dienstreise. Wer so etwas vorhat, sollte sich vorher informieren, welche Regeln an seinem Zielort gelten. Dass der Landkreis Hildesheim nun bei einer Inzidenz über 50 liegt, kann zu Einreise-Beschränkungen oder Quarantäne-Vorgaben führen.

Sinkt die Sieben-Tages-Inzidenz wieder unter 50, treten automatisch vom Zeitpunkt der Veröffentlichung an wieder mildere Regeln in Kraft.

  • Region
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel