Corona-Pandemie

Niedersachsen hält an Inzidenzwert fest – neue Einschränkungen drohen

Hannover - Die Infiziertenzahlen in Niedersachsen steigen wieder. Weil die Landesregierung an der Inzidenz als einzigem Parameter zur Bewertung der Corona-Lage festhält, drohen mancherorts wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

In Niedersachsen ist die Sieben-Tage-Inzidenz der relevante Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Regeln – und das soll sie laut der Landesregierung auch erst einmal auch weiter bleiben. Foto: Chris Gossmann (Symbolbild)

Hannover - In Niedersachsen drohen in der Corona-Krise wegen höherer Infektionszahlen wieder Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Die Landesregierung will trotz der steigenden Impfquote weiterhin an der Inzidenz als einzigem Maßstab zur Bewertung der Corona-Lage festhalten.



Es bleibe erst einmal bei der gültigen Verordnung und den Grenzwerten, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Dienstag in Hannover. „Das bedeutet auch, dass es gewisse Einschränkungen geben kann, wenn in einzelnen Orten die 35 und dann die 50 überschritten wird.“

IHK warnt vor Abwürgen der Wirtschaft

Zuvor hatte die IHK Hannover davor gewarnt, dass durch den ausschließlich auf Inzidenzwerten basierendem Stufenplan der Landesverordnung in vielen Branchen kurzfristig wieder deutliche Einschränkungen und ein Abwürgen der Wirtschaft drohen. In der Region Hannover lag die Inzidenz am Dienstag bei 23. Niedersachsen liegt mit einem Schnitt von 11,3 erstmals wieder über dem Bundesdurchschnitt.

Die Corona-Verordnung in Niedersachsen gilt noch bis zum 3. September. Im August seien Änderungen möglich, erklärte Pörksen. Dann könnten möglicherweise auch Parameter wie die Impfquote oder die Krankenhausbelegung zur Bewertung der Corona-Lage herangezogen werden. „Nur kurzfristig wird nichts passieren“, sagte Pörksen.

Warnung an Reiserückkehrer

Die Landesregierung forderte junge Menschen auf, sich möglichst schnell impfen zu lassen und sich regelmäßig zu testen. Reiserückkehrer sollten fünf Tage lang auf Kontakte möglichst verzichten und sich ebenfalls testen lassen. „Wir haben die Pandemie noch nicht bewältigt“, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder. „Wir müssen uns auch weiter ganz dringend an alle Regeln halten.“



Mit Blick auf das neue Corona-Risikogebiet Niederlande forderte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) den Bund auf, endlich Voraussetzungen für Kontrollen des Autoreiseverkehrs zu schaffen. Im Grenzgebiet steigen auch auf deutscher Seite die Infektionszahlen jetzt an.

Von Marco Seng

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