Rashmi Grashorn zieht sich zurück

Grünen-Politikerin aus Hildesheim legt Landtagsmandat nieder – was ist mit ihren Sitzen in Rat und Ortsrat?

Hildesheim - Die Grünen-Politikerin Rashmi Grashorn legt ihr Landtagsmandat nieder. Warum macht sie das – und was heißt das für ihre Mandate im Hildesheimer Stadtrat und im Nordstadt-Ortsrat?

Die Hildesheimer Grünen-Politikerin Rashmi Grashorn am Wahlabend im Oktober 2022: Sie holte mit 18,5 Prozent das beste Erststimmen-Ergebnis aller Zeiten der Grünen in der Stadt Hildesheim – in den Landtag zog sie gleichwohl erst zwei Monate später als Nachrückerin ein, weil Christian Meyer Umweltminister wurde und sein Mandat deshalb zurückgab. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Am Wahlabend im Oktober 2022 hatte sie ein Mandat noch knapp verpasst: Weil die Liste der Grünen nur bis zum 24. Platz zog, blieb Rashmi Grashorn ein Sitz im Landtag zunächst verwehrt – die Hildesheimerin stand auf Rang 25. Zwei Monate später zog Grashorn dann doch als Nachrückerin ins Parlament ein. Nun ist ihre Zeit als Abgeordnete bereits nach zwölf Monaten wieder vorbei. Am Mittwoch gab die Grünen-Politikerin bekannt, ihr Mandat niederzulegen.

Der Schritt sei ihr nicht leicht gefallen, berichtet Grashorn in einer Pressemitteilung, er sei aber aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nötig geworden. Eine Anfrage der HAZ ließ die 35-Jährige am Mittwoch unbeantwortet; nach Angaben ihres Büros behält Grashorn ihre Mandate im Hildesheimer Stadtrat und im Nordstadt-Ortsrat.

Spitze der Kreis-Grünen von Grashorn-Rückzug überrascht

Aus dem Landtag scheidet Grashorn formell mit Beginn der nächsten Landtagssitzung am 11. Dezember aus. Sie saß im Petitionsausschuss, wo sie als Sprecherin der Grünen wirkte, und war zudem Sprecherin ihrer Fraktion für die Themen frühkindliche Bildung und Menschen mit Behinderung. Zudem gehörte sie als Schriftführerin dem Präsidium des Landtages an. Sie habe sich diesen Aufgaben „mit großer Freude gewidmet“, schreibt Grashorn in ihrer Mitteilung, es seien „wunderbare zwölf Monate“ gewesen.

Die Spitze der Kreis-Grünen wurde von Grashorns Rückzug überrascht: Nach Angaben von Sprecherin Deborah Will sei der Vorstand am Mittwochmorgen per E-Mail von der Hildesheimerin unterrichtet worden – verbunden mit der Bitte, die Nachricht an die Mitglieder des Kreisverbandes weiterzuleiten. „Der Vorstand bedauert den Mandatsverzicht, wir respektieren ihn aber und danken Rashmi Grashorn für ihren Einsatz“, sagte Will der HAZ. Es sei zwar schade, dass es nun keine Grünen-Vertreterin aus Hildesheim mehr im Landtag gebe. „Aber wir hoffen, das bei der nächsten Wahl wieder zu ändern.“

Anne Kura, Chefin der Grünen-Landtagsfraktion, erklärte, diese nehme Grashorns Entscheidung mit Respekt zur Kenntnis. Die Hildesheimerin habe sich durch ihren Einsatz allseits große Anerkennung erworben. „Wir hoffen, dass sie künftig ihre politischen Ideen wieder mit großem Sachverstand und Engagement einbringen kann.“ Hildesheims SPD-Landtagsabgeordnete Antonia Hillberg bezeichnete den Mandatsverzicht Grashorns als „schade, sowohl menschlich als auch für Hildesheim“.

Erster Nachrücker bei Grünen kommt aus dem Emsland

Durch Grashorns Rückzug ist der Kreis Hildesheim nun nur noch mit vier Politikern im Landtag vertreten: Neben Hillberg und ihren Parteifreunden Andrea Prell und Markus Brinkmann sitzt CDU-Frau Laura Hopmann im Parlament. Erster Nachrücker für Grashorn ist der 31-jährige Nicolaus Breer aus dem Emsland.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.