Energiewende

Pläne für weiteren großen Windpark im Hildesheimer Nordkreis

Giesen/Kreis Hildesheim - Ein mögliches Projekt zwischen Hildesheim und Ottbergen wird seit Wochen heiß diskutiert. Nun tut sich auch westlich von Hildesheim etwas. Was schon bekannt ist, was die Gemeinde sagt – und welche Neuerung Kommunalpolitiker fordern.

Blick auf Giesen und den Kaliberg. Links unten die Straße in Richtung Emmerke und Rössing, in deren Umgebung der neue Windpark entstehen könnte. Foto: Chris Gossmann

Giesen/Kreis Hildesheim - Die Windenergie soll im Landkreis Hildesheim wie in ganz Deutschland deutlich ausgebaut werden. Vielerorts planen Grundeigentümer und Unternehmen neue Windparks, wie zwischen Hildesheim und Ottbergen. Eine ähnliche Initiative gibt es nun auch in der Gemeinde Giesen. Dort wünschen sich Grundeigentümer einen großen Windpark auf ihren Flächen. Die Gemeinde reagiert aufgeschlossen, doch es gibt auch Wünsche vom Bürgermeister und aus der Politik.

Nach HAZ-Informationen sehen die Überlegungen rund zehn Windräder in der weitläufigen Feldmark zwischen Giesen selbst, Emmerke und Rössing vor. Allerdings ist das Vorhaben noch nicht so konkret wie zum Beispiel in der Hildesheimer Börde. So haben diejenigen, die im Raum Giesen als Grundeigentümer an dem Projekt arbeiten, sich noch nicht für ein Unternehmen entschieden, das das Vorhaben umsetzen soll. Aktuell laufen noch Gespräche mit mehreren infrage kommenden Firmen. Auch konkrete Standorte oder eine genauer Anzahl von Windrädern gibt es noch nicht.

Bisher vier Anlagen bei Hasede

Bürgermeister Frank Jürges stellt indes klar, dass er die Bürgerinnen und Bürger schnellstmöglich zu einer Informations-Veranstaltung einladen will: „Darauf lege ich großen Wert“, betont der Rathaus-Chef. So bald sich ein Unternehmen herauskristallisiert habe, dass die Pläne umsetzen wolle, müsse schnell Transparenz hergestellt werden.

Jürges betont dabei, dass die Gemeinde Giesen einen gültigen Flächennutzungsplan hat, in dem ein Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen ist. Damit sei die Kommune in einer besseren Position als andere, die nach den jüngsten gesetzlichen Veränderungen „Wildwuchs“ bei Windrädern fürchten müssen. Doch Jürges sagt auch, dass bisher ganze 0,4 Prozent der Gemeindefläche für Windräder ausgewiesen seien – nämlich für die vier Anlagen bei Hasede.

Ausgleich der Interessen?

1,27 Prozent seiner Fläche soll der ganze Landkreis bereitstellen, und Jürges sieht in Giesen durchaus Potenzial für diesen Richtwert: „Ich würde es begrüßen, wenn hier ein weiterer Windpark errichtet würde.“ Das sei aber ausdrücklich eine allgemeine Aussage und nicht auf ein konkretes Projekt bezogen. Wenn konkrete Vorstellungen vorlägen, könne die Gemeinde sich auch mit einer Anpassung ihres Flächennutzungsplans beschäftigen.

Worauf der Verwaltungschef aber setzen würde: „Persönlich finde ich einen Mindestabstand von 1000 Metern zur Wohnbebauung wichtig.“ Das wäre mehr als gesetzlich vorgeschrieben, aber im Vorfeld regelbar. Ohnehin will der Rathaus-Chef nach eigenem Bekunden erreichen, dass es einen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten – Bürger, Grundeigentümer, Investor und Kommune – gebe, auch, aber nicht nur in wirtschaftlicher Hinsicht: „Das sehe ich als meine zentrale Aufgabe an.“

Günstiger Strom für Giesener?

Auch die Mehrheitsgruppe im Gemeinderat aus CDU, Grünen und FDP hat sich mit dem Thema schon befasst, wie der CDU-Fraktionsvorsitzende Harms Bartölke auf HAZ-Anfrage berichtet. Er formuliert unter anderem zwei konkrete Forderungen: So solle eine Betreibergesellschaft ihren Sitz in Giesen habe, damit die Gemeinde von den Steuerzahlungen profitiere. Zudem sollten die Betreiber den Bürgerinnen und Bürgern besondere Stromtarife anbieten, unter dem Marktpreis: „Wenn der Strom aus den Anlagen zum Teil direkt bei den Menschen landet und sie weniger dafür bezahlen müssen, würde das die Akzeptanz sicher sehr steigen.“ Vergleichbare Modell gebe es in Niedersachsen bereits.

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