Energiewende

Windpark „Ilse“: Das planen die Stadt Hildesheim und die Gemeinde Schellerten

Hildesheim/Schellerten - Kommunikation und Informationspolitik beider Kommunen stehen zum Teil in der Kritik. Die Verantwortlichen wehren sich – und erklären ihr bisheriges Vorgehen.

Windkraft-Ausbau in Brandenburg: Ähnliche Bilder könnte es bald auch östlich von Hildesheim geben. Foto: Florian Gaertner/dpa

Hildesheim/Schellerten - Warum hat die Stadt Hildesheim noch nicht auf die Kontaktaufnahme des Windkraft-Unternehmens Innovent reagiert? Und warum gab es andererseits Präsentationen der Pläne für einen großen Windpark in der Hildesheimer Börde zwischen der Kreisstadt und Ottbergen bisher nur in den beiden Hildesheimer Ortsräten Einum und Achtum, nicht aber in der deutlich stärker betroffenen Gemeinde Schellerten? Diese Fragen kamen bei einer von Dinklarer Windkraft-Kritikern initiierten, sehr gut besuchten „Info-Veranstaltung“ in Ottbergen ebenso auf wie zuletzt im Ortsrat Achtum. Die HAZ hat beide Kommunen dazu befragt.

Warten auf das Land

Einen wesentlichen Aspekt führen beide an: Sie wollten abwarten, bis das Land Niedersachsen erklärt hat, wie viel Prozent der Fläche des Kreises Hildesheim für Windkraft zur Verfügung gestellt werden muss. „Unsere Rückkoppelung mit dem Landkreis hat ergeben, dass dies zunächst erst einmal abgewartet werden soll“, erklärt Stadt-Pressesprecher Helge Miethe. Auch solle noch geprüft werden, was die diversen Gesetzesänderungen zum Thema Windkraft „für die Planungs- und Genehmigungssituation im Detail bedeuten“. Die Zahlen liegen seit Montag vor.

Auf die Flächenziele für den Landkreis wartete auch Schellertens Bürgermeister Fabian von Berg. Er bekräftigte auf HAZ-Anfrage seine Absicht, die Bürger zu einer zentralen Info-Veranstaltung einzuladen – und zwar „allgemein und auch für die in Planung befindlichen Projekte“. Ein Hinweis darauf, dass neben Innovent auch andere Unternehmen ein Auge auf die Kommune geworfen haben, damit aber noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen sind.

Innovent in den Ortsräten?

Zudem kündigt von Berg an, dass das Unternehmen in die jeweils nächsten Sitzungen der Ortsräte der betroffenen Dörfer (Bettmar, Dinklar, Ottbergen, Wendhausen) eingeladen werde, um dort seine Pläne ebenso vorzustellen wie in Achtum und Einum. Dort können dann auch Einwohner ausführlich Fragen stellen – in Ortsratssitzungen ist das formal den Bürgerinnen und Bürgern der jeweiligen Ortschaften vorbehalten.

Die Flächenvorgabe des Landes für den Landkreis zu kennen, ist aus von Bergs Sicht wichtig, um Hinweise zu bekommen , wie viel Fläche dann wiederum die eigene Gemeinde bereitstellen muss. Dass die Vorgaben des Landes einfach auf die Kommunen heruntergebrochen werden, ist allerdings unwahrscheinlich. Dazu sind die örtlichen Voraussetzungen viel zu unterschiedlich.

Schellerten gegen „Wildwuchs“

Unabhängig davon arbeitet die Gemeinde Schellerten bereits daran, eine eigene Flächenplanung zu machen, betont der Bürgermeister. Das von Innovent dargestellte Szenario eines „Wildwuchses“, wonach ohne Ausweisung von Vorranggebieten durch die Kommune überall und mit deutlich geringerem Abstand zu den Wohngebieten Windräder entstehen könnten, sei „leider ziemlich real“.

Das will die Gemeinde verhindern, selbst Vorranggebiete ausweisen. Die Aufstellung eines Flächennutzungsplans sei grundsätzlich beschlossen – ohne sich bereits auf Flächen festgelegt zu haben: „Unser Planungsbüro arbeitet schon an möglichen Szenarien, wie viel Fläche bei möglichst großem Abstand zu den Orten in verträglichem Maß möglich wäre.“ Den aktuellen Stand der Planung wolle die Gemeinde Ende Februar in der nächsten Sitzung des Fachausschusses für Bau- und Umweltangelegenheiten öffentlich darlegen.

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