ADFC-Umfrage

Radfahren in Hildesheim: Eher stressig als spaßig – und sicher fühlen sich nur wenige

Hildesheim - Alle zwei Jahre macht der ADFC eine bundesweite Umfrage, bei der die Radfreundlichkeit der Städte geprüft wird – Hildesheim schneidet erneut schlecht ab. Was die Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer im Detail bemängeln.

Die Radwege sind vielen Menschen in Hildesheim nicht breit genug – und es gibt weitere Probleme beim Radverkehr in der Stadt. Fahrrad Foto: Julia Moras

Hildesheim - Zu schmale Radwege, schlechte Baustellenführung, zu wenig Möglichkeiten, das Rad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen: Fragt man Hildesheimer und Hildesheimerinnen, wie sie das Radfahren in der Stadt erleben, fällt die Meinung deutlich aus. Und zwar negativ. Das geht aus dem aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hervor. 803 Menschen aus Hildesheim haben an der bundesweiten Befragung teilgenommen – Hildesheim landet mit der Note 4,3 im Landesvergleich auf dem fünften von sechs Plätzen. Bundesweit reicht es in der Kategorie der Städte mit 100 000 bis 200 000 Einwohnern für Platz 28 von 40.

Wirklich verbessert hat sich die Stadt im Vergleich zur vergangenen Umfrage damit nicht. Alle zwei Jahre können Fahrradbegeisterte sich durch einen Online-Fragebogen klicken und ihre Stadt bewerten. Die Teilnehmerzahlen sind im Vergleich zur Umfrage von 2020 von 534 auf 803 gestiegen – ein Zeichen, dass das Thema Radverkehr durchaus von Interesse für die Menschen in Hildesheim ist. Für eine Verbesserung der Schulnote sorgt das aber nicht. Schon bei der Befragung 2020 hat es für Hildesheim die Note 4,3 gegeben. Woran hakt es?

Komfort beim Radfahren

46 Prozent der Befragten bewerten die Breite der vorhandenen Radwege mit der schlechtmöglichsten Note 6, die Beschaffenheit finden 31 Prozent der Befragten mangelhaft. Besonders negativ wird auch die Führung an Baustellen bewertet – und das seit mittlerweile zehn Jahren.

Radverkehrsnetz

Etwas besser sieht es da bei der Infrastruktur aus: Die Erreichbarkeit des Stadtzentrums bekommt eine Gesamtnote von 3,1. Besonders gut wird bewertet, dass es in vielen Einbahnstraßen möglich ist, mit dem Rad in die Gegenrichtung zu fahren. Hier liegt Hildesheim mit einer Note von 2,8 sogar leicht über dem Durchschnitt für vergleichbare Städte. Eine der wenigen Verbesserungen in der Umfrage gibt es bei Wegweisern für den Radverkehr: 54 Prozent der Befragten bewerten diese als befriedigend oder besser.

Stellenwert

Eine Verbesserung gibt es auch bei der Frage, ob das Fahrradfahren an sich in der Stadt gefördert wird: Vor zehn Jahren bewerteten die Teilnehmenden dies für Hildesheim noch mit einer 4,6, nun liegt die Note bei 3,8. Allerdings finden die Befragten auch, dass die Stadt nach wie vor nicht streng genug überwacht, dass Autos nicht auf Radwegen parken. Was die Reinigung der Radwege, die Ampelschaltungen und den Winterdienst anbelangt, bleiben die Noten auf einem ähnlich schlechten Wert wie bei der vorigen Umfrage.

Sicherheitsgefühl

Gleichbleibend schlecht sind auch die Umfrageergebnisse beim Sicherheitsgefühl: 79 Prozent der Befragten fühlen sich beim Radfahren in Hildesheim nicht sicher.



Spaß oder Stress?

Bei den Ergebnissen kaum verwunderlich, dass der Spaßfaktor beim Radfahren zu kurz kommt. Nur 2 Prozent vergeben die Bestnote bei der Frage, ob Radfahren Spaß macht – für einen Großteil ist der Schwung aufs Rad eher Stress.

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