Durchsuchungen

Razzia bei Reichsbürgern: Ein Beschuldigter in der Region Hannover festgenommen

Hannover - Nach der Großrazzia vergangenes Jahr bei einem Netzwerk mutmaßlicher „Reichsbürger“ durchsuchten Beamte am Mittwoch die Räume von weiteren 19 Personen – in Niedersachsen wurde ein Beschuldigter in der Region Hannover festgenommen. In Baden-Württemberg fielen Schüsse.

Bei einer Durchsuchung im Auftrag der Bundesanwaltschaft ist im baden-württembergischen Reutlingen ein Beamter eines Spezialeinsatzkommandos (SEK) durch einen Schuss verletzt worden. Foto: Marijan Murat/dpa

Hannover - Im Auftrag der Bundesanwaltschaft haben Beamte am frühen Mittwochmorgen die Räume von fünf Beschuldigten und 14 Zeugen aus dem sogenannten Reichsbürger-Millieu durchsucht. Nach Informationen dieser Redaktion wurde eine beschuldigte Person in der Region Hannover festgenommen. Zu Zwischenfällen sei es dabei nicht gekommen, hieß es aus niedersächsischen Sicherheitskreisen. In Reutlingen in Baden-Württemberg fielen am Morgen bei einer Durchsuchung Schüsse. Ein Beamter wurde verletzt. Nach Medienberichten wurden Räume in sieben Bundesländern und der Schweiz durchsucht.

Die Razzia steht im Zusammenhang mit groß angelegten Durchsuchungen Anfang Dezember in Deutschland, Österreich und Italien. Damals waren 25 Männer und Frauen festgenommen worden. Darunter war auch der Alfelder Ex-Polizist Michael Fritsch. In diesem Verfahren ermittelte die Bundesanwaltschaft außerdem gegen 30 weitere Menschen.



„Reichsbürger“ sind Menschen, die die Bundesrepublik und ihre demokratischen Strukturen nicht anerkennen. Der Verfassungsschutz rechnete der Szene der „Reichsbürger“ und „Selbstverwalter“ 2022 deutschlandweit etwa 23 000 Menschen zu, 2000 mehr als im Vorjahr.

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