Energiewende

Riesen-Windpark im Hildesheimer Südkreis: Betreiber sagt, wie es weitergeht

Bockenem - Die Firma, die sieben große Windräder bei Bockenem errichten will, äußert sich zum Zeitplan, zur nächsten Hürde – und dazu, wie die Stadt finanziell profitieren soll.

In gut zwei Jahren sollen sich sieben neue Windräder bei Bockenem drehen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Bockenem - Nach der Genehmigung durch den Landkreis Hildesheim könnte der geplante neue Windpark südlich von Bockenem Mitte oder Ende des Jahres 2025 in Betrieb gehen. Das hat das Betreiber-Unternehmen SAB WindTeam aus Itzehoe auf HAZ-Anfrage erklärt. Der Zeitplan ist aber unter anderem noch davon abhängig, ob und wann das Unternehmen von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für sein Projekt bekommt. Unterdessen kündigte die Firma ein freiwilliges finanzielles Angebot an die Stadt Bockenem an.

Bundesnetzagentur gefragt

SAB plant nahe der Autobahn 7 zwischen Bockenem und Bornum insgesamt sieben jeweils 250 Meter hohe Windräder. Der Standort, nach einem nahen historischen Bauwerk „Königsturm“ genannt, war jahrelang rechtlich und politisch umstritten. In diesem Frühjahr hat der Landkreis Hildesheim ihn aber schließlich genehmigt. Die Anlagen sollen pro Jahr jeweils rund 15 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Es wäre nach aktuellem Stand der leistungsstärkste Windpark im Kreisgebiet.

Wie schnell es dazu kommt, hängt nun auch an der Bundesnetzagentur. Denn Windrad-Betreiber bekommen nicht wie früher eine gesetzlich festgelegte Vergütung pro Kilowattstunde. Vielmehr gibt es eine Art umgekehrte Versteigerung. Viermal im Jahr kommt es zur Auktion. Die Bundesnetzagentur schreibt rund 3200 Megawatt Erzeugungsleistung pro Termin aus. Wer sich bewirbt, muss eine Vergütung nennen, die er bekommen will, höchstens jedoch 7,35 Cent pro Kilowattstunde.

Zuschlag schon im Juni?

Ergibt die Summe aller angemeldeten Windkraft-Projekte mehr als 3200 Megawatt Leistung, fallen diejenigen Betreiber, die die höchsten Beträge gefordert haben, heraus und bekommen keinen Zuschlag. Die Unternehmen stehen also vor der Herausforderung, so viel Geld wie möglich zu verlangen, aber nicht zu überreizen.

SAB WindTeam hat für den bei Bockenem geplanten Windpark sein Gebot zum 1. Mai eingereicht und geht davon aus, Mitte Juni zu erfahren, ob die Firma damit Erfolg hatte und einen Zuschlag erhält. Ist das der Fall, kann das Itzehoer Unternehmen seine weitere Planung präzisieren und umsetzen. „Nach vorläufiger Planung rechnen wir mit einen Baubeginn der Infrastruktur im zweiten Quartal 2024. Eine Inbetriebnahme der Anlage könnte dann Mitte oder Ende 2025 erfolgen“, sagt Helge Ahrens, bei SAB für die Projektentwicklung zuständig. Und betont noch einmal: „Dies ist aber alles noch sehr vorläufig.“

Angebot an Stadt Bockenem

Bei anderen Themen sieht er hingegen schon klarer. So erklärte er auf Nachfrage, das Unternehmen wolle den Windpark selbst dauerhaft betreiben und nicht an andere Investoren abgeben. Denkbar sei zudem, die Betreibergesellschaft selbst in Bockenem anzusiedeln, so dass dort die komplette Gewerbesteuer gezahlt würde. Ansonsten wären es aber immerhin 90 Prozent´.

Zudem kündigte Ahrens an, SAB werde der Stadt Bockenem die sogenannte Akzeptanz-Abgabe anbieten. Betreiber von Wind- und Solarparks dürfen den Standortkommunen bis zu 0,2 Cent pro erzeugter Kilowattstunde Strom pro Jahr offerieren. Liefert der geplante Windpark die avisierten Strommengen, wären das für Bockenem jährlich 200000 Euro zur freien Verwendung. Diese Einnahmen müssen Kommunen nicht über die Kreisumlage teilweise an den Landkreis weitergeben.

Mit ihrem neuen Windenergiegesetz will die Landesregierung diese Abgabe unter bestimmten Bedingungen verpflichtend machen. Noch ist es aber nicht in Kraft getreten.

  • Region
  • Bockenem
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.