Fahrradverkehr

Rückkehr eines alten Bekannten: Auf der Marienburger Höhe gibt es bald wieder einen Pop-up-Radweg

Hildesheim - Auf der Marienburger Höhe soll der Radverkehr bald etwas reibungsloser rollen. Was sich die Stadt vorgenommen hat – und was sich der Radfahr-Arbeitskreis zusätzlich wünscht.

Die Einmündung von der Struckmannstraße auf die Marienburger Straße. Hier soll es demnächst temporär enger für die Autofahrer werden – der gewonnene Platz soll der Fahrradfahrenden zugutekommen, die links in Richtung Klingeltunnel und Innenstadt rollen. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Um den Fahrradverkehr zwischen Marienburger Höhe und Innenstadt reibungsloser rollen zu lassen, testet die Stadt spätestens vom nächsten Frühjahr an eine neue Verkehrsführung in Höhe Klingeltunnel. „Sollte sich der Versuch positiv gestalten, könnte sie auch dauerhaft eingerichtet werden“, sagt Christoph Brandes, Fahrradbeauftragter der Stadt. Er hofft darauf, dass der als Pop-up-Radweg firmierende Versuch sogar noch 2023 umgesetzt werden kann.

Ganz neu ist der Versuch nicht: Schon 2021 hatte die Stadt den Verkehr an dieser Stelle zugunsten der Radfahrenden verändert. Allerdings gab es wegen des „baustellenähnlichen Aussehens“ auch heftigen Gegenwind. Trotzdem wertete das Rathaus den Versuch als Erfolg – und kündigte im Juni 2023 die Rückkehr des Pop-up-Radwegs am Klingeltunnel an. Auch damals noch ohne konkreten Termin.

Im Kern geht es bald wieder darum, den in Richtung Innenstadt rollenden Fahrradverkehr in Höhe Mellingerstraße auf die Westseite der Marienburger Straße zu führen und von hier aus in Richtung Klingeltunnel zu leiten. Bisher müssen diese Radfahrenden theoretisch auf der Ostseite bis zu Kniphofstraße fahren, dort die Marienburger Straße überqueren, eine Schleife über die Kniphofstraße drehen, um schließlich in den Klingeltunnel zu gelangen. Daran hält sich aber so gut wie niemand. Bisher „schummelten“ sich viele Fahrradfahrende noch auf der falschen Seite durch, wie es Michael Paul vom Arbeitskreis „Hildesheim will Rad fahren“ nennt. Der Arbeitskreis hat noch weiterreichende Vorschläge, die den Schwenk der in Richtung Stadt strampelnden Frauen und Männer schon in Höhe Lüneburger Straße vorsehen.

Arbeitskreis schlägt vor, die Durchfahrt zur Kniphofstraße zu schließen

Brandes lobt den Vorschlag zwar, spricht aber auch von einem „großen Eingriff“, den er nach sich ziehen würde. Die Arbeitsgruppe schlägt zum Beispiel vor, die Durchfahrt am Nahkauf zur Kniphofstraße „soweit möglich“ zu schließen. Eventuell könnte man sie noch als Feuerwehrzufahrt erhalten. Brandes geht davon aus, dass auch die Bürger an dieser Stelle beteiligt werden müssten. 

Was sich sowohl die Arbeitsgruppe als auch der Fahrradbeauftragte der Stadt wünschen, wird mit der Neuregelung zumindest temporär schon einmal umgesetzt: Die Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer bekommen etwas mehr Platz, die Autofahrer müssen sich etwas einschränken. Aus den zwei Spuren der Marienburger Straße in Richtung Itzum wird dann eine, die andere bekommen diejenigen, die sich aus Richtung Struckmannstraße einfädeln. Brandes und auch Paul glauben, dass dies verkehrstechnisch gesehen problemlos möglich sei. Ab der Lüneburger Straße sei die Marienburger Straße ohnehin einspurig.

Bauliche Veränderungen könnten schnell teuer werden

Während sich die Stadt zunächst mit optischen Markierungen auf den Straßen begnügen will, schwebt dem Arbeitskreis schon eine dauerhafte bauliche Veränderung vor. „Die Mauer, die den Rad- und Fußweg zur Einfädelung der Struckmannstraße abgrenzt, muss mindestens auf den letzten 15 Metern in Richtung Straße geschwenkt werden, damit die jetzige Engstelle auf mindestens drei Meter aufgeweitet wird“, schlägt die Arbeitsgruppe vor. Brandes findet die Idee interessant, allerdings zöge sie schnell Investitionskosten von mehreren 100 000 Euro nach sich, vermutet er. „Das wäre ein sehr großer Aufwand“, sagt er. Dessen sind sich Paul und seine Mitstreiter vom Arbeitskreis bewusst. „Aber man muss solche Dinge eben auch mal weiterdenken“, sagt Paul.

An Ideen mangelt es der Gruppe in dieser Hinsicht nicht. In der Theorie spielt sie bereits Möglichkeiten durch, die auch den Parkraum auf der Marienburger Höhe betreffen – und für reichlich Unverständnis sorgen könnten. Zurzeit sind vom Klingeltunnel bis zur Lüneburger Straße auf der Westseite 22 Parkplätze am Straßenrand vorhanden. „Diese Straßenrandplätze würden wegfallen. Sie wären für den Zwei-Richtungsradverkehr zu gefährlich“, schreibt die Arbeitsgruppe.

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