Hildesheim - Schnelltests sollen in der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine immer größere Rolle spielen. Schüler, Lehrer und Kita-Beschäftigte werden im Landkreis Hildesheim inzwischen regelmäßig getestet, in einigen Kommunen bereits seit mehreren Wochen. Zudem gibt es immer mehr Angebote für freiwillige Schnelltests in Arztpraxen, Apotheken und Testzentren. Doch wie gehen große Unternehmen in Stadt und Landkreis mit dem Thema um – gerade solche, bei denen Beschäftigte in vielen Bereichen nicht im Homeoffice arbeiten können?
Hildesheims größter Arbeitgeber Bosch will am Standort im Hildesheimer Wald voraussichtlich von der kommenden Woche an wöchentliche Selbsttests für die Mitarbeiter anbieten, erklärte Pressesprecherin Claudia Arnold auf HAZ-Anfrage: „Im Einklang mit der Empfehlung der Bundesregierung werden wir Bosch-Mitarbeitern, deren Tätigkeit eine Anwesenheit am Standort erfordert, regelmäßig Selbsttests zur Verfügung stellen.“ Und zwar künftig mindestens einmal pro Woche. Bislang biete Bosch „bei Bedarf“ die im Konzern selbst entwickelten Schnelltests für Mitarbeiter an.
Sappi in Alfeld stellt „ab sofort“ einmal pro Woche Selbsttests zur Verfügung. „Das erste Echo aus der Belegschaft zeigt: Die kostenlosen Selbsttests werden begrüßt“, berichtet Firmensprecher Christian Otto.
Coca Cola dabei, KSM nicht
Der Getränke-Hersteller Coca Cola praktiziert in seiner Hildesheimer Niederlassung schon jetzt, was Bosch erst in der kommenden Woche vorhat: „Wir bieten jedem Kollegen und jeder Kollegin am Standort wöchentlich einen Selbsttest an“, sagt Unternehmenssprecher Christian Breitkreutz.
Zurückhaltender agiert bislang der Automobil-Zulieferer KSM Castings: „Wir haben bereits Schnelltests besorgt, die wir in besonderen Fällen für die Kollegen nutzen können“, erklärt Sprecherin Sandra Dichter. Sie kämen zum Beispiel bei Kollegen zum Einsatz, wenn ein Mitarbeiter positiv getestet oder vom Gesundheitsamt als Kontaktperson eines Infizierten in Quarantäne geschickt wurde. Systematische und regelmäßige Testungen aller Mitarbeiter seien zumindest aktuell noch nicht geplant.
Was die Sparkasse sagt
Der Bad Salzdetfurther Automobil-Zulieferer Fuba Automotive plant nach eigenen Angaben „zunächst für die Monate April und Mai“ jedem Beschäftigten, der nicht vom Homeoffice aus arbeiten kann, einen kostenlosen Schnelltest pro Woche anzubieten.
Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine diskutiert das Thema intern auch, wie Vorstandsmitglied Domenikus Penners in dieser Woche in der Bilanz-Pressekonferenz des Kreditinstituts erklärte. Eine Entscheidung solle voraussichtlich am Montag fallen. Es gebe durchaus Sympathien für Schnelltests. Zugleich habe die Sparkasse schon früh durch Homeoffice, Einzelbüros, Spuckschutz-Wände und Maskenpflicht abseits des Arbeitsplatzes bereits ein hohes Maß an Sicherheit für Beschäftigte und Kunden gewährleistet.
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Vorreiter im Südkreis
Zu den absoluten Vorreitern in Sachen Schnelltests für Mitarbeiter im Landkreis Hildesheim zählt allerdings der Industrieverein Alfeld. Der große Firmenverbund aus dem Südwesten des Landkreises bietet Mitgliedsfirmen bereits seit Dezember vergangenen Jahres in Zusammenarbeit den Johannitern und dem Ameos Klinikum den Service an, Mitarbeiter testen zu lassen. Die Initiative dazu stammte von Uwe Stoll, Personalleiter beim Alfelder Dichtungseinlagen-Produzenten Meyer Seals. Zwar nutzen längst nicht alle Mitgliedsfirmen das Angebot, die Möglichkeit besteht aber jederzeit.
