Meinung

Tarek Abu Ajamieh
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Schulen: Ein grotesker Fehler des Landkreises Hildesheim

Kreis Hildesheim - Die Kreisverwaltung hat Riesen-Verunsicherung bei Schulen und Eltern ausgelöst – dabei hätte sich das Drama ganz leicht vermeiden lassen, meint HAZ-Redakteur Tarek Abu Ajamieh.

Volle Klassen ab Montag - um diese Frage gab es zwischen Landkreis und Land skurril anmutende Diskussionen. Foto: Werner Kaiser (Archiv)

Kreis Hildesheim - Keine vollen Klassen ab Montag – „das steht fest!“, verkündete der Landkreis Hildesheim am Donnerstagmittag. Vier Stunden und tausende verunsicherte Eltern, Lehrer und Schüler später stand etwas ganz anderes fest: Nämlich, dass die Kreisverwaltung um die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann sich schwer verhauen und völlig unnötig eine riesige Konfusion verursacht hat.

Formaljuristisch mag Wißmann sogar Recht gehabt haben. Doch die Reaktion war vollkommen falsch. Statt öffentlich das Nein zum Szenario A ab Montag zu verkünden, hätte der Landkreis erst einmal das Gespräch mit dem Kultusministerium suchen sollen, vielleicht auch mit der Staatskanzlei: Um die rechtlichen Bedenken zu schildern und nach Lösungen zu suchen. Die wurden erst gefunden, als das Ministerium von sich aus in Hildesheim anrief.

Das ganze Theater war also völlig unnötig. Zurück bleiben Bürgerinnen und Bürger, die einmal mehr am Corona-Management der Behörden verzweifeln – weil es staatliche Institutionen nicht schaffen, mit einer Stimme zu sprechen.

Hinzu kommt: Seit Monaten hoffen Eltern und Bildungsexperten händeringend auf eine Rückkehr zum Voll-Unterricht. Weil im Wechselmodell nicht der gleiche Stoff in der gleichen Qualität vermittelt werden kann. Weil durch die Halbierung der Klassen auch viele soziale Aspekte auf der Strecke bleiben. Weil das Homeschooling viele Eltern längst an die Belastungsgrenze geführt hat. Alle Behörden müssten alles dafür tun, die Rückkehr zur Schul-Normalität so schnell wie möglich zu gewährleisten. Der Landkreis hat am Donnerstag zeitweise das Gegenteil getan.

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