Kreis Hildesheim - Können von Montag an alle Schulen in Stadt und Landkreis Hildesheim wieder alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig unterrichten? Über diese Frage gibt es von den Behörden unterschiedliche Aussagen. Die Hildesheimer Kreisverwaltung verkündete am Donnerstagmittag, die Schulen könnten am Montag, 31. Mai, noch nicht ins Szenario A wechseln – „das steht fest“. Man erwarte die Rückkehr zu vollen Klassen erst eine Woche später. Das Kultusministerium in Hannover widerspricht auf HAZ-Anfrage allerdings entschieden: Angesichts der Entwicklung der Inzidenzwerte im Kreis Hildesheim in den vergangenen Tagen sollten die Schulen „selbstverständlich“ am Montag ins Szenario A wechseln. Die Landkreise seien längst über die Bedingungen informiert.
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Mitteilung des Landkreises
Die HAZ hatte am Donnerstagmorgen online berichtet, dass ab Montag auf Basis der geplanten neuen Verordnung weitgehende Lockerungen im Landkreis Hildesheim möglich sind – unter anderem auch die Rückkehr zu kompletten Klassen in den Schulen. Schließlich lag die Inzidenz am Mittwoch den fünften Werktag in Folge unter 50, am Donnerstag fiel sie zudem auf einen neuen Tiefstwert. Damit waren die Bedingungen erfüllt, die laut Stufenplan des Landes von Montag an Lockerungen möglich machen. Tatsächlich bereiten sich die meisten Schulen im Kreis auf den Neustart am Montag vor, viele haben auch bereits die Eltern offiziell über die Rückkehr zum Szenario A informiert.
Doch am Donnerstagmittag verschickte der Landkreis eine Pressemitteilung, die er zudem über die Biwapp-App veröffentlichte. Inhalt: Es gebe aktuell keine Grundlage, einen Szenarienwechsel zum 31. Mai anzuordnen. Die derzeit geltende Corona-Verordnung biete dafür keine Basis. Der Stufenplan des Landes sei nicht rechtsverbindlich, die neue Verordnung werde erst am 31. Mai in Kraft treten. Erst dann könne der Landkreis die formal nötige Allgemeinverfügung zum Wechsel des Schul-Szenarios erlassen. Und die könne dann wohl auch erst von der darauf folgenden Woche an gelten, weil ein Wechsel des Szenarios innerhalb einer Kalenderwoche vermieden werden solle.
Land: „Pläne längst bekannt“
Das Kultusministerium in Hannover beurteilt die Lage allerdings vollkommen anders. Angesichts der Inzidenzwerte im Kreis Hildesheim solle hier auf jeden Fall von Montag an Unterricht in vollen Klassen stattfinden, betonte Pressesprecher Sebastian Schumacher am Donnerstagnachmittag auf HAZ-Anfrage.
Zwar gebe es die neue Verordnung tatsächlich noch nicht. Doch was darin stehen werde, und was die Landesregierung beabsichtige, sei über den Stufenplan längst bekannt. Zusätzlich seien die Städte und Landkreise schon lange über die Pläne des Kultusministeriums und darüber, wie diese umzusetzen seien, informiert. „Unabhängig davon, dass die Verordnung noch nicht vorliegt, können Landkreise und Schulen die nötigen Planungen für den Wechsle ins Szenario A am kommenden Montag bereits vorantreiben.“ Das Kultusministerium hat inzwischen ein Praxisbeispiel auf seiner Internetseite veröffentlicht: Selbst wenn erst am Samstag der fünfte Werktag unter 50 erreicht werden würde – und damit drei tage später als im Kreis Hildesheim – gelte ab Montag Szenario A.
Szenario A als klares Ziel
Das Land verfolge jedenfalls ganz klar das Ziel und die Prämisse, dass dort, wo es möglich ist, ab Montag wieder in vollen Klassen unterrichtet wird, sagte Schumacher. Im Kreis Hildesheim sei das klar der Fall.
