Bad Salzdetfurth - Was wird aus Bad Salzdetfurths Solebad? Die Frage treibt derzeit viele Menschen um. Die Mitarbeiter des Kurbetriebs, Badegäste, die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung der Stadt Bad Salzdetfurth und des Landkreises, den beiden Gesellschaftern der Kurbetriebsgesellschaft, und dessen Aufsichtsrat. Das Bad muss dringend saniert oder gar neu gebaut werden, sonst steht es in einigen Jahren vor dem Aus. Daran lässt Thomas Oelker, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft, keinen Zweifel aufkommen. Zu groß seien die Schäden am Gebäude. Keinen Zweifel lassen er und Werner Preissner, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion und des Aufsichtsrats der Kurbetriebsgesellschaft, aber auch daran aufkommen, dass sie auf keinen Fall daran interessiert sind, das „Bad abzuwickeln“. „Solche Ängste gibt es aber – bei Mitarbeitern und Badegästen“, weiß Oelker. „Das Solebad soll eine sichere Zukunft bekommen“, sagt Preissner. Und daran werde bereits mit Hochdruck gearbeitet, versichern die Männer im Gespräch mit der HAZ.
„Wir brauchen zunächst Zeit“
In den vergangenen Wochen hatte es kritische Nachfragen zum Vorgehen gegeben. Jetzt hat der Aufsichtsrat in Stadtrat und Kreistag eine Stellungnahme verlesen lassen, in der er die politischen Gremien um Geduld und Verständnis bittet, aber auch versichert, sie in einigen Monaten einzubinden. „Wir brauchen aber zunächst Zeit, um eine solide Basis für eine Entscheidung für die Zukunft des Solebades und damit auch für den Kurbetrieb vorzubereiten“, sagt Preissner.
Der Kreistag beschäftigte sich am Donnerstagabend mit dem Thema. FDP und Unabhängige hatten dazu einen Antrag vorgelegt, der von der CDU erweitert wurde. Alle Fraktionen zogen die Anträge auf Preissners Bitte hin zurück. Er sagte zu, die Politiker nach der für den 23. August angesetzten nächsten Aufsichtsratssitzung in der September-Sitzung des Kreistages auf den neuesten Stand zu bringen.
Machbarkeitsstudie liegt vor
Dem Aufsichtsrat liegt bereits eine Machbarkeitsstudie vor, die nun detailliert analysiert werde, erläutert Preissner gegenüber der HAZ. Dabei würden alle denkbaren Szenarien berücksichtigt, „von Sanieren über einen Neubau am jetzigen Standort bis zu einem Neubau an anderem Standort“, nennt Oelker Beispiele. Auch werde geprüft, ob Teile der Anlage, wie die Saunen, erhalten bleiben könnten. Die anderen Unternehmensbereiche des Kurbetriebes würden ebenfalls mit einbezogen. Die Entscheidung falle aber bei den Gesellschaftern, stellt er klar. Denen sollen alle möglichen Varianten detailliert und transparent vorgestellt werden. Das soll im Frühjahr kommenden Jahres passieren. Im Anschluss soll auch die Öffentlichkeit Kenntnis über die verschiedenen Alternativen bekommen.
80 Millionen Euro: „Nur fiktiv“
Nach dem Besuch des Ministerpräsidenten im Solebad hatte es Vorwürfe gegeben, Aufsichtsrat und Geschäftsführer seien mit der Entscheidungsfindung schon weiter, als sie vorgeben. „Weil die Zahl 80 Millionen Euro danach kursierte“, so Oelker. Die hatte Stephan Weil ins Spiel gebracht, als er nach den Kosten für einen möglichen Neubau fragte. Das sei aber schlicht eine fiktive Zahl gewesen, versichert Preissner. Dass es am Ende aber für die Gesellschafter teuer werde, egal für welche Lösung sie sich entscheiden, stehe außer Frage. Deshalb machen sich Preissner und Oelker auch in den kommenden Monaten weiter auf die Suche nach finanzieller Unterstützung. Es seien Abgeordnete des Land- und Bundestags sowie des Europarates eingeladen, sich sie Situation vor Ort anzusehen. Wie auch Weil das bereits getan habe. 2024 solle dann möglichst auch eine Entscheidung gefällt werden.
Von Ulrike Kohrs und Thomas Wedig
