Kreis Hildesheim - Die dramatischen Appelle von Landrat Bernd Lynack an die Städte und Gemeinden, mehr Wohnraum für geflüchtete Menschen zur Verfügung zu stellen, haben gefruchtet. Nachdem er kürzlich im Kreistag gesagt hatte, es sei zwei Minuten vor zwölf, zeigte er sich am Donnerstag dort deutlich optimistischer. Aus den Kommunen seien zahlreiche Vorschläge gekommen. Dabei gehe es unter anderem um größere Gewerbe-Immobilien in Gronau, Sarstedt und Alfeld. Jetzt werde geprüft, ob sie geeignet sind.
„Wenn das nur bei 80 Prozent der Fall ist“, sagte Lynack, „kommen wir gut durch den Winter.“ Info-Versammlungen für Anwohnerinnen und Anwohner der KGS Gronau und des relexa-Hotels sollen in der kommenden Woche auf jeden Fall stattfinden. Dabei wird es um mögliche Belegungen der KGS-Turnhalle und des relexa-Unterhauses gehen.
Weitere Unterkünfte werden benötigt
Neue Unterkünfte werden jedenfalls gebraucht, machte Lynack deutlich: Mit dem jetzigen Angebot seien die Kapazitäten Anfang Februar erschöpft. Der Landkreis hält aktuell 1028 Plätze für Geflüchtete vor, davon sind 763 belegt. Das bedeutet: 265 sind noch frei – 18 für Ukrainerinnen und Ukrainer, die kaum noch kommen, und 247 für Asylbewerber aus anderen Ländern.
Demnächst dürften weitere dazukommen. Lynack knüpfte an sein Zwei-vor-zwölf-Bild an: „Es wird uns gelingen, den großen Zeiger der Uhr anzuhalten.“
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