Aussichtsturm

Wer will eine Treppenstufe vom Hildesheimer Bismarckturm?

Hildesheim - Noch fehlen Spenden für die Sanierung des Aussichtsturms am Galgenberg, der vor 120 Jahren eingeweiht wurde. Und alle, die wissen wollen, was da genau passieren soll, sind am 27. April zu einer Besichtigung eingeladen.

Ihnen gehört eine Stufe des Turms: Vertreterinnen von Stadtführer-Gilde sowie den Kostümführern mit Architekt Heiko Kollien (Mitte) und Enzo Calvanico (rechts) vom Förderverein. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Der Bismarckturm soll saniert werden, das ist nichts Neues. Die Idee ist sogar schon mehrere Jahre alt, zu ihrer Umsetzung fand sich ein Förderverein zusammen, man plante und akquirierte Gelder – dann aber geriet das Projekt doch irgendwie ins Stocken. Zudem riss im Oktober vergangenen Jahres der Tod des beteiligten ehemaligen Stadtbaurats Thomas Kulenkampff eine Lücke in die Reihen des Vereins. Nun aber soll es wirklich an die Umsetzung gehen, verspricht Enzo Calvanico vom Förderverein, der das Ganze seinerzeit auch ins Rollen gebracht hatte.

Allerdings kostet so eine Sanierung viel Geld, genauer gesagt rund 200.000 Euro, wie Architekt und Planer Heiko Kollien schätzt. Davon sollen die oberen beiden Geschossdecken instand gesetzt werden, die Treppenanlage soll ihre dringend benötigte Sanierung bekommen und der Ausstieg zur Aussichtsplattform muss witterungssicher gemacht werden. „Da regnet es momentan nämlich rein“, sagt Kollien. Zudem wolle man die Wände im Innenbereich so beschichten, dass sie gegen Graffiti geschützt sind.

Sanierungskonzept ist bereits reduziert worden

Bei den Plänen handelt es sich um eine reduzierte Variante des ursprünglichen Sanierungsumfangs, der noch weitere Maßnahmen umfasst, aber auch die doppelte Summe an Investitionen verschlungen hätte, nämlich rund 400.000 Euro.

Für Hildesheimerinnen und Hildesheimer soll der Turm nach seiner Wiederherstellung zu festgelegten Öffnungszeiten begehbar sein. Man werde ihn dann mit einer Kameraüberwachung und einer eigenen Beleuchtung ausrüsten, sagt der Architekt. Wie genau diese Öffnungszeiten und alles Organisatorische drumherum aussehen werden, das müsse sich noch finden.

Von den 100 Stufen sind noch einige zu haben

Von dem dafür benötigten Geld seien, so Calvanico, an Spenden etwa 68.000 Euro bereits zusammengekommen, davon allein 25.000 von der Volksbank eG Hildesheim-Lehrte-Pattensen. Auch viele private Geldgeber hätten sich gefunden, manche mit kleineren, manche mit größeren Summen. Und dann sind da noch die Hildesheimer Stadtführer-Gilde sowie die Kostümführer, die ebenfalls für die Sanierung des Bismarckturms gesammelt haben.

Mehr als 500 Euro übergeben sie dem Förderverein am 1. April – dem Tag der Eröffnung des Turms vor 120 Jahren im Jahr 1905, einem historischen Datum also. Und davon kaufen sie nun eine der 100 Stufen, die zur Aussichtsplattform führen. Das Schöne: Wer eine dieser Stufen erwirbt, kann sich an derselben mit einem Namensschildchen verewigen lassen. „Es sind noch einige davon zu haben“, sagt Calvanico, der hofft, dass sich noch viele Menschen finden, die das Projekt unterstützen wollen.

Auf der Wiese unter dem Turm wartet Kulinarisches

Wer sich noch nicht entscheiden kann oder sich einfach mal umschauen will, dem bietet sich am Sonntag, 27. April, die Möglichkeit, sich bei einer Besichtigung erst einmal umfangreich über die Baumaßnahmen zu informieren. Von 11 bis 17 Uhr werden dann am Galgenberg Kollien und Calvanico, aber auch andere Mitglieder des Vereins ihre Pläne im Detail vorstellen. Es wird Getränke und Kulinarisches auf der Wiese unterhalb des Turms geben, und auch Kinder sollen sich nicht langweilen. Interessiert können ohne Anmeldung einfach vorbeikommen, die Begehungen sind kostenlos.

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