Reaktionen auf Wasserkamp-Pläne

Wie die Politik die Pläne für den Hildesheimer Wasserkamp bewertet

Hildesheim - Die erste Vorstellung zu dem Bebauungsvorhaben erntete kritische Nachfragen und auch Lob. Bei welchen Punkten die Stadt bereits Kompromisse anbietet.

Der Wasserkamp wird Baugebiet und hat bereits viele Gegner. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Erste Reaktionen auf die frisch vorgestellten Pläne für die Bebauung des Wasserkamps im Süden Hildesheims: Neben den beiden Ortsräten Itzum und Marienburger Höhe nutzen auch etliche Bürger die Gelegenheit, sich zu äußern. Vor allem ihren Unmut.

Zur gemeinsamen Sitzung am Dienstagabend hat Stadtplanungsamtschefin Sandra Brouer quasi im Schnelldurchlauf das Verfahren und die drei ersten Varianten für das Baugebiet vorgestellt. Und sie hat auch schon bei einigen Punkten die Bremse gezogen zu dem, was die Planungsbüros in die Vorlage hineingeschrieben haben.

Zu viele Autostellplätze

Das betrifft vor allem die Passage zum „autoarmen Konzept“: Achim Schattmann (Ortsrat Marienburger Höhe; Grüne) stellte die hohe Zahl an Autostellplätzen infrage. „Das müssen wir entschärfen“, stimmte Brouer ihm zu. Die Stadt wolle eine Reduzierung des Autoverkehrs in Hildesheim erreichen.



Kritisiert wurde von mehreren Seiten die hohe Zahl an Ein- und Zweifamilienhäusern und damit die Versiegelung wertvollen Ackerbodens. „Wenn wir hier nicht bauen, wechseln die Menschen aufs Land und versiegeln dort die Flächen“, warnte Brouer. Und: „Dann kommen sie mit dem Auto in die Stadt statt hier zu wohnen und nicht zu fahren.“ Das sei ein besserer Beitrag zum Klimaschutz. Auch wenn dafür Einfamilienhäuser gebaut werden.

Wozu ein neuer Supermarkt?

Von Bürgern wurde hinterfragt, warum es einen weiteren Supermarkt geben solle, es gebe doch bereits genug davon. Brouer: „Wir haben wöchentlich Anfragen von Anbietern, aber Priorität als Einkaufszentrum hat der Marienburger Platz.“ Ein Vollversorger auf dem Wasserkamp sei nicht zwingend.

Weniger Autos auf der Höhe, doch wann kommt das Mobilitätskonzept für die Stadt?, fragt Frank Wodsack (OR Marienburger Höhe, CDU). Vor oder nach den Osterferien 2023, antwortet Brouer: „Wir sind in der Abschlussphase.“ Wie es mit der Busanbindung für den Sensburger Ring weitergehe, will René Laske wissen (OR Itzum, SPD). Vielleicht gebe es ab 2024 eine Chance, sagt Brouer. Wenn für den Stadtverkehr dann die Eigenwirtschaftlichkeit entfällt.

Sperre fürs Naturschutzgebiet?

Und wie soll es nun mit dem Naturschutzgebiet weitergehen – sperren oder touristisieren?, will eine Anliegerin wissen. „Wir schaffen eigens einen neuen Grünstreifen, damit das FHH-Gebiet geschützt ist, aber wir können es nicht abschirmen“, sagt Brouer.

Lob für sie gab es am Ende von Gerjet Harms, Anlieger, aber er will dann wissen, was Bauen oder Mieten auf dem Wasserkamp kosten wird. Eine Kalkulation gebe es erst Mitte 2023, wenn klar ist, welche Variante am Ende siegt. Und bis dahin muss sich Brouer sicher noch oft kritischen Fragen stellen.

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