Ummeln/Bad Salzdetfurth - Fast alle Ukrainerinnen und Ukrainer haben am Mittwoch die Flüchtlingsunterkunft in Ummeln verlassen. Zuletzt waren dort noch 107 Menschen untergebracht, wie Kreissprecherin Birgit Wilken berichtet. 73 von ihnen sind den Angaben zufolge jetzt in die Unterkunft im ehemaligen Relexa-Hotel in Bad Salzdetfurth umgezogen.
Fünf bis sechs Familien hätten inzwischen eigene Wohnungen gefunden, so Wilken, andere seien unbekannt verzogen. In dem ehemaligen Hotel in Bad Salzdetfurth leben nach dem Einzug der bislang in Ummeln untergebrachten Ukrainer nun insgesamt 175 Menschen. Aber es gibt dort nach wie vor Kapazitäten. 65 Plätze sind laut Wilken im ehemaligen Relexa noch frei.
200 Plätze für Asylsuchende in Ummeln
Die nun frei gewordenen 200 Plätze in Ummeln wiederum sollen künftig mit Flüchtlingen aus verschiedenen anderen Ländern belegt werden. Dies hatte der Landkreis bereits Anfang des Monats bekannt gegeben.
Aus Ummeln und aus dem Algermissener Rathaus hatte es in den vergangenen Monaten viel Kritik an der mangelhaften Betreuung der Menschen in der Unterkunft in dem Messehotel gegeben. Nun steht fest, dass es bis zu drei Betreuungs- und bis zu zwei Sicherheitskräfte geben wird. „Diese Kapazitäten basieren auf den Erfahrungen aus der Flüchtlingskrise 2015/2016“, sagt Kreissprecherin Wilken. Allerdings soll nicht sofort die volle Personalstärke zur Verfügung stehen. Vielmehr wird diese laut Landkreis an die steigende Zahl der Bewohner angepasst werden.
Schon 2015/2016 Geflüchtete in Ummeln untergebracht
Algermissens Gemeindebürgermeister Frank-Thomas Schmidt (parteilos) zeigt sich zufrieden mit der nun gefundenen Regelung. „Unsere Forderung war immer, dass die Betreuung wie 2015/2016 gemacht wird“, sagt Schmidt. Seinerzeit waren in dem Hotel im kleinen Ummeln schon einmal Asylbewerberinnen und Asylbewerber untergebracht gewesen. „Wichtig wäre für uns, dass da keine Lücke entsteht“, stellt Schmidt klar. Sobald die Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Ummeln einziehen, müsse auch Personal vorhanden sein.
Dies war zu der Zeit, als Geflüchtete aus der Ukraine dort untergebracht waren, nicht immer so. Vielfach war kritisiert worden, dass die Menschen zwar ein Dach über dem Kopf und Essen hatten, aber weitestgehend ansonsten auf sich allein gestellt waren. Wenn nun wieder wie bei der Flüchtlingswelle 2015/2016 Menschen aus verschiedenen Ländern zusammen in dem Hotel leben müssen, wird eine adäquate Betreuung noch wichtiger – da sind sich die Verantwortlichen vor Ort einig.
Wann ziehen die Geflüchteten in Ummeln ein?
Einen Träger – wie in anderen Flüchtlingsunterkünften – wird es für die Ummelner Einrichtung auch künftig nicht geben. Der Landkreis mietet lediglich die Räume an, betrieben wird die Unterkunft von dem Hotelinhaber. „Dies ändert sich auch nicht durch die Belegung mit Asylbewerberinnnen und Asylbewerbern“, erklärt Wilken.
Wann die ersten Asylsuchenden in Ummeln einziehen, steht nach Angaben des Landkreises noch nicht fest. Größere Umbauten oder andere Vorbereitungen sind jedenfalls nicht nötig. „Die Unterkunft wird belegt, sobald Plätze gebraucht werden“, sagt Wilken.
Unterkunft in Lamspringe
Das könnte schon ziemlich bald der Fall sein. Erst vor einer Woche hatte der Landkreis von einem „enormen Unterbringungsbedarf berichtet“, da dem Landkreis aktuell 25 bis 30 Asylsuchende pro Woche zugewiesen werden. Daher wird in der ehemaligen Realschule in Lamspringe auch gerade eine weitere Unterkunft eingerichtet, in der ab Juli bis zu 120 Menschen leben sollen.
