Giesen/Ahrbergen - Die Welle. So wird das jüngste Hochwasser in der Gemeinde Giesen mitunter genannt. Wie aber solche Wellen eindämmen? Diese Frage umtreibt die Menschen in der Region aus Sorge vor schweren Schäden durch neue Überschwemmungen. Die SPD hat nun mit einem Antrag ein Projekt angeschoben: Geprüft werden soll, ob ein begrünter Wall künftig Giesen und Ahrbergen sichern könnte. Dafür sprechen sich auch die anderen Parteien mehrheitlich aus, der Gemeinderat beschäftigt sich als Nächstes damit. Ähnliche Pläne lagen schon 2014 auf dem Tisch, wie Bürgermeister Frank Jürges (CDU) während der gemeinsamen Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Donnerstagabend erklärte. Das damalige Projekt scheiterte unter anderem am Einspruch von Grundstückseigentümern.
Nun soll die Gemeinde prüfen, ob solch ein Damm infrage kommt. Helmut Meyer von der SPD betonte, dass solch ein Deich Einsatzkräfte und freiwillige Helfer dauerhaft entlasten könne. Die waren beim letzten Hochwasser zur Weihnachtszeit hart gefordert. Die Gemeinde begrüßt den Vorstoß aus der Politik – und wird in Abstimmung mit dem Landkreis Hildesheim und auch im Gespräch mit den Betroffenen, deren Flächen für den Wall gebraucht werden, Möglichkeiten ausloten. Der könnte künftig in Giesen zwischen dem Mailandgraben und den Grundstücksgrenzen verlaufen, in Ahrbergen parallel zum Waldrand. In welcher Größenordnung solch ein Projekt umgesetzt werden könnte, ist derzeit völlig offen. Auf jeden Fall wird die Diskussion darüber die Menschen in der Gemeinde weiter beschäftigen.
Windpark-Pläne ganz am Anfang
Ebenfalls noch in den Anfängen steckt das Windpark-Vorhaben im Raum Giesen und Emmerke. Ein Planer einer Fachfirma machte während der gemeinsamen Sitzung der politischen Gremien deutlich, wie kompliziert die Suche nach einer geeigneten Fläche für Windräder ist. Dabei muss etwa die Lage des Funkfeuers der Deutschen Flugsicherung bei Sarstedt berücksichtigt werden, zudem spielen ein Tiefflug-Hubschrauberkorridor der Bundeswehr und die Interessen der zivilen Luftfahrt eine Rolle. Dabei geht es um den Hildesheimer Flugplatz. Aus Sicht des Sprechers der Mehrheitsgruppe aus CDU, Grünen und FDP, Harms Bartölke, hat Windkraft Vorrang vor den Interessen der Flugplatz-Nutzer.
Dem Planer zufolge werden die zuständigen Behörden angeschrieben, um eine mögliche Fläche einzugrenzen. In Betracht gezogen wird dabei ein insgesamt 280 Hektar großer Bereich. Die Windräder müssen auch einen ausreichenden Abstand zu geschlossener Wohnbebauung (850 Meter) und einzelnen Häusern (500 Meter) haben. All das muss nun aufwändig geprüft werden. Das Planverfahren werde wohl bis Mitte kommenden Jahres andauern, erklärte der Planer. Zumindest treibt die Politik nun mit einem Aufstellungsbeschluss das Projekt voran.
Was Bürger fordern
Die Anzahl der Windräder ist noch unklar. Bürger äußerten in der Sitzung Einwände. Sie wollen, dass sich die Windräder behutsam in die Umgebung einfügen – etwa im Bereich Osterberg, der von vielen Menschen zur Erholung genutzt wird. Auch die Interessen der Bürger in Emmerke müssten beachtet werden, ein Ort, der ohnehin durch Bahn, Gewerbegebiet und die B1 belastet ist, betonte eine Frau aus Emmerke. Sie regte zudem eine Bürgerversammlung an.
Weiteres Thema waren neue Ladesäulen im Gemeindegebiet. Wie viele genau und wo entstehen, ist derzeit noch unklar. Fest steht, dass das hannoversche Unternehmen Enercity das Vorhaben noch dieses Jahr als Partner der Gemeinde umsetzen soll. Ende Februar oder Anfang März sollen nähere Informationen vorliegen.
