Verkehrsprobleme

Dammstraßen-Sperrung in Hildesheim: Das sagt die Stadt dazu, wie lange es noch dauert

Hildesheim - Wie lange bleibt die Dammstraße in Hildesheim wegen der Entdeckung einer jahrhundertealten Brücke noch gesperrt? Ein Treffen am Donnerstag sollte Klarheit bringen – doch ist diese auch dabei herausgekommen?

Die Dammstraße in Hildesheim ist seit dem 24. Mai gesperrt – nun ging es erneut um die Frage, wann der Verkehr wieder fließen kann. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Für Donnerstagmorgen hatte Kai-Uwe Hauck Klarheit angekündigt: Dann lasse sich absehen, wie lange die Dammstraße noch gesperrt bleibe und was das Abtragen der unterirdischen Brücke koste, die jüngst beim Bau eines Kanals der Stadtentwässerung (SEHi) entdeckt worden war – diese Botschaft verbreitete der Leiter des Fachbereichs Tiefbau am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität.

Kein neuer Termin wegen „komplexer technischer Herausforderungen“

Doch Hauck hatte den Politikern zu viel versprochen. Zwar kamen Vertreter der Stadt, der SEHi und der von ihr beauftragten Kanalbau-Firma am Donnerstag zusammen. Doch spruchreife Zahlen kamen bei dem Treffen offensichtlich nicht heraus. Am Nachmittag verkündete Rathaus-Sprecher Helge Miethe per Pressemitteilung lediglich, dass die Straße auf Höhe der Einmündung zur Johannisstraße/Bischofsmühle „auf unbestimmte Zeit“ gesperrt bleibe. „Stand heute lässt sich aufgrund der Komplexität der technischen Herausforderungen noch nicht absehen, wann die Straße wieder freigegeben werden kann.“ Jedenfalls nicht am kommenden Montag, bis zu dem die Sperrung bislang offiziell angeordnet war.



Zu den „technischen Herausforderungen“ zählt nicht nur das jahrhundertealte Bauwerk an sich, dessen Entdeckung am 24. Mai zur Sperrung der Fahrbahn geführt hatte, weil diese wegen der Hohlräume unter den acht Brückenbögen einstürzen könnte. Probleme bereiten zudem der schlammige Boden und eine Wasserleitung, die auf der Brücke verläuft und verlegt werden muss. Auch eine Gas- und eine Stromleitung seien betroffen, sagte Hauck im Ausschuss.

Zwei Wochen verstrichen – noch immer kein Halteverbot für „Insel“

Dort kassierte die Verwaltung vom CDU-Politiker Martin Eggers Kritik dafür, warum bis dato noch immer kein absolutes Halteverbot am Godehardsplatz und in der Lucienvörder Straße gilt – der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt hatte darum vor nunmehr zwei Wochen gebeten, um die Zu- und Ausfahrt aus dem Viertel am Kalenberger Graben zu erleichtern. Natürlich bedürfe das eines Vorlaufs, sagte Hauck – „aber keine zwei Wochen.“ Den Schwarzen Peter gab der Stadt-Vertreter an die SEHi weiter. Diese habe aber inzwischen zugesagt, die Verbotsschilder bis zum Freitag aufstellen zu lassen.

Die Stadtverwaltung prüft nach Angaben von Sprecher Miethe weitere „punktuelle Änderungen der Verkehrsführung“, um die Behinderungen durch die Sperrung zu mildern – konkret wird das Rathaus aber noch nicht. Das erwägt außerdem, eigene Bauvorhaben zu verschieben. So solle der Umbau der Elzer Straße erst nach den Sommerferien starten, berichtete Hauck im Ausschuss. Am Hohnsen, wo Schutzstreifen für Radfahrer vorsehen sind, will die Stadt auf die eigentlich geplante Vollsperrung verzichten, statt dessen soll die Fahrbahn zur Hälfte offen bleiben. Zudem stehe die Deckschichtsanierung der Marienburger Straße auf dem Prüfstand, erklärte der Fachbereichschef.

Halten vor der Arztpraxis

Doch was passiert mit der historischen Brücke in der Dammstraße, wenn diese abgetragen ist, wollte SPD-Vertreterin Carina Goertz im Ausschuss wissen. Diese werde von Archäologen dokumentiert, sagte Baudezernentin Andrea Döring; die Stadt überlege auch, Teile einzulagern, um sie zeigen zu können. Doch im Vordergrund stehe das Bemühen, den Verkehr möglichst schnell wieder fließen zu lassen. „Da können wir uns mit der Archäologie nicht lange befassen.“

Döring wies einmal mehr das Drängen eines Arztes zurück, vor dessen Praxis in der Dammstraße wieder ein kurzes Halten für Autos zu gestatten, damit dessen gehbehinderte Patienten einen möglichst kurzen Weg haben: Bis irgendwann in der Straße Tempo 30 gelte und weniger Verkehr fließe, habe der Schutzstreifen für Radfahrer vor der Praxis Priorität, machte Döring klar. Sie kündigte aber an, auf Wunsch des Mediziners zu prüfen, das Halten vor der Praxis eventuell während der Sperrung der Dammstraße zu ermöglichen. „Dort ist ja mehr Platz, wenn keine Autos fahren.“

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