Hildesheim - Unter der Fahrbahn in der Dammstraße liegt möglicherweise eine Bogenbrücke: Bauarbeiter haben am Montag damit begonnen, das in der vergangenen Woche entdeckte jahrhundertealte Gewölbe freizulegen.
Dabei stießen sie nach Angaben von Michael Ködding, Bereichsleiter bei der Stadtentwässerung (SEHi), auf zwei weitere Gewölbe. Ob die Straße dadurch länger gesperrt bleibt als bislang angenommen, lasse sich noch nicht sagen, erklärte Ködding.
Einst eine Brücke? Verdacht erhärtet sich
Die SEHi lässt in dem Bereich einen Kanal erstellen, am Dienstag machten die Bauarbeiter dabei etwa 1,50 Meter unter der Fahrbahn einen Hohlraum aus. Der Verdacht, die Steine darüber könnten einst zu einer Brücke gehört haben, hat sich erhärtet: Laut Ködding gibt es Hinweise auf zwei weitere Gewölbebögen – einer verläuft nach Osten in Richtung Innenstadt, der andere nach Westen zum Moritzberg.
Die Arbeiter müssten sehr behutsam vorgehen, sagt der SEHi-Vertreter – es bestehe die Gefahr, dass der Boden einstürze. Aus diesem Grund hatten die SEHI und die Stadt am Dienstag entschieden, die Dammstraße sofort zu sperren – zunächst bis zum 17. Juni.
Kamera soll dabei helfen,Ausmaß der Brücke zu erfassen
Ob es dabei bleibt, dürfte auch vom Ausmaß der Brücke abhängen: Die ist nach derzeitigem Stand mindestens 15 Meter lang; für Mittwoch ist auf dem Abschnitt in Richtung Zentrum eine Suchbohrung geplant, bei der eine Kamera zum Einsatz kommen soll.
Am Ende werde das Gewölbe abgetragen, sagt Ködding – das kostet Zeit. Andererseits geht der Kanalbau, der die Brücke kreuzt, durch deren Entdeckung deutlich schneller voran. Denn seither dürfen die Archäologen, die die Arbeiten begleiten, kaum noch eingreifen, um diese nicht aufzuhalten.
Andere Verkehrslenkung? Darum geht es Donnerstag im Ortsrat
Am Montag erörterten Experten der Verwaltung mögliche Schritte, um die Verkehrsfolgen der Sperrung abzumildern; nach Angaben von Stadtmitte-Ortsbürgermeister Tobias Eckardt, der an dem Treffen teilnahm, gab es noch keine konkreten Ergebnisse.
Rathaus-Sprecher Helge Miethe sagte der HAZ, man wolle der Sondersitzung des Ortsrates zu dem Thema nicht vorgreifen. Die Stadtteilpolitiker kommen am Donnerstag um 18 Uhr im Rathaus zusammen.


