Hildesheim - Der Ortsrat Stadtmitte-Neustadt beschäftigt sich in einer Sondersitzung am Donnerstag, 2. Juni (18 Uhr, Rathaus), mit den Folgen der Ereignisse in der Dammstraße für den Verkehr in der Gegend. Bei Kanalarbeiten war am Dienstag ein Hohlraum unter der Fahrbahn entdeckt worden, seither sind die Dammstraße und die Zufahrt in die Johannisstraße gesperrt.
Letzteres war im Zuge des Kanalbaus der Stadtentwässerung (SEHi) ohnehin vorgesehen, ist nun aber vorgezogen worden. Damit habe die „Insel“ am Kalenberger Graben mehrere Monate keine zweite Zu- und Ausfahrt, moniert CDU-Ortsratsmitglied Dirk Bettels. Dies könne zu gravierenden Auswirkungen im Falle eines Rettungs- oder Katastropheneinsatzes führen; betroffen seien 1400 Anwohner. Bettels findet, die Stadt müsse etwas tun, um sie „zu schützen“.
Bettels hat bereits konkrete Forderungen für die Sitzung
Um die Möglichkeiten dafür zu besprechen, fordert der CDU-Politiker eine Sondersitzung des Ortsrates. Die werde es geben, sagte Ortsbürgermeister Tobias Eckardt am Freitag der HAZ. Der SPD-Politiker sieht ebenfalls Redebedarf, wie er den Ortsratsmitgliedern in einer E-Mail mitgeteilt hat. Die Sperrung stelle eine bedeutende Einschränkung für ganz Hildesheim und das Ortsratsgebiet dar; sie werde sich stark auf die Verkehrsströme auswirken. Daher sei Eile geboten, schreibt Eckardt.
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Bettels geht mit konkreten Forderungen in die Sitzung am Donnerstag: Er schlägt eine vorübergehende Öffnung des Kläperhagen in die Schuhstraße vor, außerdem soll die Stadt die Nutzung der Brücke Kleine Venedig erlauben (das hat die Verwaltung allerdings bereits mehrfach abgelehnt). Auf dem Wunschzettel des CDU-Politkers steht zudem ein temporäres uneingeschränktes Halteverbot am Godehardsplatz, damit der Verkehr dort besser fließen kann.
Stadtverwaltung berät am Montag über Folgen der Sperrung
Dieser Idee kann auch Eckardt etwas abgewinnen. Er will aber erst ein Treffen mit Verwaltungsvertretern am Montag abwarten, „um die Meinung der Experten zu hören“. Der Termin am Rathaus war bereits vor Entdeckung des Hohlraums angesetzt. Nun werde es dabei natürlich auch um die neue Situation und deren Folgen für den Verkehr gehen, kündigte Stadt-Sprecherin Jasmin Weprik am Freitag an.
Nach Ansicht von CDU-Fraktionschef Dennis Münter müsste die Verwaltung auch den Stadtentwicklungsausschuss – dem er angehört – über das Thema informieren. „Die Menschen fragen uns danach – doch wir können ihnen keine Antworten geben“, sagt Münter.

