Coronavirus

Trotz Inzidenz über 35: Region Hannover verschärft Corona-Regeln doch nicht

Hannover - Nachdem der Grenzwert von 35,0 dreimal hintereinander überschritten wurde, verzichtet die Region Hannover auf härtere Regeln – und beruft sich auf Pläne des Landes.

Gastronomen wie Jörg Hammann von Butschies am Maschsee müssen nun doch keine Einschränkungen hinnehmen, die Region Hannover verzichtet überraschend auf die Verschärfung ihrer Corona-Regeln. Foto: Chris Gossmann

Hannover - In der Region Hannover lag die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen am Montag zum dritten Mal hintereinander, wenn auch sehr knapp, über dem Grenzwert von 35,0. Die Region hat aber am Montagabend überraschend erklärt, auf die laut niedersächsischem Stufenplan vorgesehenen Regelverschärfungen ab Mittwoch zu verzichten.

Sie beruft sich dabei auf eine Sonderregel in der derzeit geltenden Verordnung – und auf Pläne der Landesregierung, bestimmte Vorgaben noch in dieser Woche zu ändern. Damit gelten in und um Hannover weiterhin die Regeln für Inzidenzen zwischen 10,1 und 35,0, die am Mittwoch auch im Landkreis Hildesheim in Kraft treten.

Diskos ohnehin bald dicht

Die Infektionszahlen seien vor allem durch Partys in Clubs und Discos in die Höhe gegangen, erklärt die Regionsverwaltung. In der aktuellen Corona-Verordnung des Landes findet sich ein Passus, wonach auf eine anstehende Regel-Verschärfung verzichtet werden kann, „solange die Überschreitung auf einem Infektionsgeschehen beruht, das mit hinreichender Sicherheit einem bestimmten räumlich abgrenzbaren Bereich zugeordnet werden kann, und deshalb die Gefahr einer nicht mehr kontrollierbaren Verbreitung des Coronavirus nicht besteht“.



Tatsächlich lasse sich die Hohe Inzidenz eben vor allem auf Diskos und Clubs zurückführen. Von diesen hätten inzwischen einige freiwillig geschlossen. Zudem wolle das Land am Mittwoch seine Verordnung dahingehend verschärfen, dass Diskos und Clubs ohnehin schon bei einer Inzidenz über 10,0 schließen müssen und nicht erst oberhalb von 35,0, erklärt die Regionsverwaltung.

„Nicht verhältnismäßig“

Vor diesem Hintergrund sei „eine Einschränkung von zurzeit nicht risikobetroffenen Bereichen, wie zum Beispiel Einzelhandel, übrige Gastronomie oder Sportveranstaltungen, aktuell nicht verhältnismäßig“, erklärte Gesundheitsdezernentin Cora Hermenau. Die Regionsverwaltung werde die Situation in den nächsten Tagen, insbesondere nach Inkrafttreten der Änderungen in der Landesverordnung, neu bewerten.

Tatsächlich greift die Region nicht nur den Disko-Schließungen vor, sondern auch weiteren Plänen des Landes. Die Landkreise sollen künftig bei inzidenzbedingten Verschärfungen „Bereiche, die nachweislich nicht zur Erhöhung der Ansteckungszahlen beigetragen haben“, ausnehmen können.


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Die ursprünglich vorgesehene Verschärfung der Regeln hätte deutliche Einschränkungen für private Treffen und Feiern, Veranstaltungen, Gastronomie, Freizeitangebote, Breitensport und einiges mehr zur Folge gehabt. Stattdessen gelten weiter die Regeln für Inzidenzen über 10,0 und damit die gleichen wie ab Mittwoch im Kreis Hildesheim.

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