Quartier Ostend

Die Baustelle Ostend in Bildern: Ein Spaziergang durch Hildesheims neues Wohngebiet

Hildesheim - Das eine sind Pläne und Zeichnungen von Architekten, doch die Realität lässt sich am besten auf der Baustelle selbst erkunden. Wie sich das neue Quartier Ostend entwickelt.

Hildesheim - Hildesheim als Kasernenstandort – das ist längst Geschichte. Der Wandel zeigt sich im neuen Wohn- und Geschäftsbaugebiet Ostend, wo früher die Mackensen-Kasernen standen. Nur zwei Gebäuderiegel an der Senator-Braun-Allee zitieren diese ehemalige Architektur – nun allerdings in modernem und sanierten Gewand.

Bereits mehr als 160 Einwohner

Mehr als 160 Menschen sind hier bereits als Einwohner gemeldet. 54 neue Wohnungen sind im März dazugekommen im Neubau der gbg. Mit Beginn der Vermarktung sind etliche bereits vermietet oder zumindest reserviert. Auf der Online-Seite der gbg kann man sich leicht ein Bild machen, wo noch Appartements ab 40 oder Wohnungen bis 140 Quadratmeter zu mieten sind.

Hinzu kommen die Projekte der anderen Wohnbaugesellschaften wie Beamtenwohnungsverein (BWV), der Kreiswohnbaugesellschaft (kwg), einer Genossenschaft, einem Investor aus Hannover und etlicher einzelner private Einfamilienhäuser. Insgesamt wächst hier ein Wohnbaugebiet für rund 1200 Menschen heran – inklusive Restaurants, einem Alnatura-Markt und kleinerer Geschäfte.

Bislang erfolgt die Zufahrt über die Senator-Braun-Allee, doch auch auf der gegenüberliegenden Seite, Richtung Westen soll es möglich werden, mit dem Auto in die Hildesheimer Innenstadt zu gelangen. Doch das wird noch dauern.

Schon zwei Cafés

Gleich zu Beginn empfangen einen zur linken Seite das Bistro und Café Eastside in einem Gebäude, das zum Helios Klinikum gehört und unter anderem Gästebetten für Angehörige von Patienten oder auch Patienten selbst bietet. Gegenüber liegt das Roots and Seeds, ein Restaurant, das auch als mobiler Arbeitsplatz auf einer Etage Optionen bietet; nebenan schließt das Hostel Schlafladen der Sozialagentur Cluster an.



Gegenüber dem Eastside baut der BWV. Der Rohbau soll noch dieses Jahr, voraussichtlich im Oktober, bezugsfertig sein. Dort ziehen auch Läden ein, ein Restaurant, das bereits in Hildesheim seinen Sitz hat und ein Angebot für betreutes Wohnen. Und der BMV baut weiter – auf zwei weiteren Baufeldern. Beginn wahrscheinlich im Frühjahr 2023, die Fertigstellung ist für Ende 2024 geplant. Geplant ist außerdem eine neue Kita. Die BWV-Gebäude umrunden den neu geplanten Quartiersplatz als Aufenthaltsort.

Hier soll der Wohnkomplex entstehen

Noch stehen entlang der großen Baustellen viele Autos, doch künftig sollen die in die Bäuche der Wohnkomplexe abtauchen – in die Tiefgaragen, was dem Wohngebiet einen Hauch von Autofreiheit verleihen wird. In den Untergeschossen gibt es – je nach Anbieter auch abgeschlossene Bereiche für Räder und – wie bei der gbg – einen Carsharing-Bereich.

Noch Probleme am Bahnübergang

Fußläufig oder per Rad bietet sich künftig die Passage über die Bahnstrecke in Richtung Goethestraße an – wenn die Probleme für den geplanten Bahnübergang gelöst sind. Zuerst wehrten sich die Anlieger, weil sie Sorge um die Ruhe in ihrer Sackgasse hatten. Nun gibt es auch noch Verhandlungen mit der Bahn wegen der notwendigen Verkehrsflächen. Bislang ist unklar, wann die Passage freigegeben werden kann und womöglich dazu beiträgt, den Autoverkehr im Wohngebiet Ostend selbst zu reduzieren.

Einfamilienhäuser, Schulter an Schulter

Im Westen und Süden schirmen dreigeschossige Wohnbauriegel das Ostend ab – bestehend aus Einfamilienhäusern, die quasi Schulter an Schulter stehen, über Abstellplätze und kleinere Gartenflächen verfügen. Sie unterscheiden sich in ihrer Fassadengestaltung und bieten entweder schlichte, weiße Putzfassaden oder individuelle Aktzente.

Das Gegenüber von Einfamilienhäusern und Mehrfamilienkomplex kann man derzeit gut aus dem Innenhof des gbg-Gebäudes betrachten, das seit 1. März bezugsfertig ist. Im Innenhof kann man sich zurückziehen, auch die Innenbalkone bieten kleine Aufenthaltsnischen. Noch ist es dort in der Querrichtung zum Galgenberg zugig, ähnlich wie man es zum Beispiel vom Andreasplatz kennt. Doch wenn dort im Anschluss ein Investor aus Hannover sein gleichhohes Gebäude hochzieht, dürfte der Windschutz funktionieren – das weisen jedenfalls die Berechnungen der gbg aus.

Bewohner mit Zweitwohnsitz willkommen

Die gbg setzt mit ihren kleineren Appartements ab 40 Qudratmetern auch auf Angehörige der drei Hildesheimer Hochschulen, die noch einen zweiten Wohnsitz haben und nur zwei, drei Tage in Hildesheim selbst vor Ort sind. Eine ähnliche Kundschaft kann sich auch aus denjenigen ergeben, die in einer Art Hybrid-System arbeiten, also zuhause und zeitlich begrenzt am Arbeitsort in Hildesheim.

Balkone mit Blick auf den Galgenberg

In Appartements mit bis zu fünf Zimmern in Richtung Galgenberg gibt es neben der Smarthome-Technik auch einen Blick in Richtung Galgenberg, doch auch auf den jetzt noch freien Baufeldern entstehen vor allem mehrgeschossige Wohngebäude.

Ernergieversorgung gemischt

Die Energieversorgung der Mehrfamilienhäuser ist geprägt von einer Mischung aus Gründächern, der Nutzung der Sonnenenergie über Photovoltaik-Anlagen und dem Fernwärmeangebot der EVI, die das Ostend mitversorgen wird.

Wer bei einer der Wohnbaugenossenschaften mietet, kann, muss aber nicht, auch einen oder mehrere Parkplätze in der jeweiligen Tiefgarage mitmieten. Fahrstühle sind Standard. Außerdem gibt es Fahrradabstellbereiche und auch Auflademöglichkeiten für E-Autos.

Im Elisabethgarten wird schon gewohnt

Der Elisabethgarten ist die Straße, an der sich vor allem Einfamilienhäuser angesiedelt haben, die Grenzbebauung Richtung Oststadt und Kleingartenanlage ist fast vollständig fertig und auch schon bezogen. Die Fassadengestaltung variiert sehr – von Putzflächen über Klinkersteine bis hin zu dem Hingucker im Ostend, einem schwedisch anmutenden Holzhaus einer fünfköpfigen Familie, die bereits seit einem Jahr hier auf der Ostend-Baustelle lebt und sich wohlfühlt.

Während die Familie, ebenso wie viele andere auf die EVI-Fernwärme setzt, haben etliche Eigenheimbesitzer auch Wärmepumpen installiert, die der Außenluft Wärme entziehen. Das funktioniert auch bei niedrigen bis Minustemperaturen, ist aber sehr Stromintensiv. Dafür werden – jedenfalls nicht direkt – keine fossilen Rohstoffe benötigt.

Grünstreifen

Der Rundgang über das Ostend führt in Richtung Süden zu einem künftigen parkähnlichen Grünstreifen, der von der Kleingartenkolonie am alten Wasserwerk ins Herz des Ostends zum Quartiersplatz führen soll. Dort soll es Spiel- und Mobilitätsangebote für mehrere Generationen geben. Noch wird die Grünfläche durch eine Baustraße durchbrochen, doch die verschwindet später und schafft durch Sackgassenende eine Verkehrsberuhigung.



Noch mehr Wohnungen

Die kwg ist ebenfalls schon ziemlich weit mit ihrem Bauprojekt, in dem ab Februar 2023 insgesamt 96 Wohnungen zur Verfügung stehen sollen. Die Gesellschaft investiert hier allein rund 25 Millionen Euro auch für betreutes Wohnen. Außerdem zieht hier eine Tagespflegeeinrichtung ein.

Ein durchmischtes Wohngebiet – das schwebte den städtischen Planern bei der Ideensammlung für das Ostend vor. Und es zeichnet sich ab, dass das Konzept aufgeht. Es leben bereits etliche junge Familien hier, es gibt einen Ort für Start-up-Unternehmen, es wird betreutes Wohnen geben und sozialen Wohnraum. Und Treffpunkte sowie Einkaufsmöglichkeiten für den Alltag. Gründe genug, so gut es geht auch auf das Auto zu verzichten.

Kürzere Wege zu den Schulen

Wenn der Übergang in Richtung Oststadt fertig ist, werden auch die Wege für Kinder zur Grundschule oder für Jugendliche zu den weiterführenden Schulen kürzer. Richtung Osten wächst außerdem ein neues Gewerbegebiet heran. Vorteilhaft: die unmittelbare Nähe zum Helios Klinikum und dem medizinischen Versorgungszentrum eines Ärztehauses mit Apotheken und Therapieangeboten.

Die Nachbarschaft

Hier endet der Rundgang über die aktuelle Ostend-Baustelle. Wer jetzt noch schnell weg möchte, hat es ebenfalls leicht. Direkt hinter dem Kreisel führt die Bundesstraße 1 auch zu den Autobahnauffahrten Richtung Norden und Süden.

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