Hildesheim - Wieder in Geschäften einkaufen gehen oder sich, passendes Wetter oder passende Kleidung vorausgesetzt, auf Terrassen oder vor Restaurants einen Kaffee oder ein Essen gönnen – das soll für Personen, die negativ auf das Coronavirus getestet sind, in Hildesheim künftig wieder erlaubt sein. Denn die Stadt ist eine von 14 Kommunen in Niedersachsen, die für ein Modellprojekt ausgewählt wurden. Eigentlich sollte es in Hildesheim am kommenden Montag, 12. April, losgehen – doch die Stadt hat den Start verschoben.
Wie die Verantwortlichen am Donnerstag auf einer Pressekonferenz bekanntgaben, startet das Modellprojekt erst am kommenden Donnerstag, 15. April, damit alle Beteiligten mehr Vorbereitungszeit haben – und um abzuwarten, ob Bund und Länder am Montag womöglich einen bundesweiten Lockdown beschließen.
Händler müssen Entscheidung treffen
Hildesheimer Händler bekommen damit auch mehr Zeit, eine wichtige Entscheidung zu treffen: Wollen sie künftig Click & Meet anbieten und ihre Geschäften für Kunden öffnen, die einen festen Termin vereinbaren, oder wollen sie beim Modellkommunen-Projekt mitmachen und auf die Kunden setzen, die negative Corona-Tests vorweisen und dann jederzeit ins Geschäft kommen dürfen.
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Am Mittwoch hatte die Stadt auf HAZ-Anfrage bekannt gegeben, dass sich die Händler entscheiden müssen. Eine entsprechende Erklärung müssten die teilnehmenden Geschäftsleute vorab unterschreiben, erklärte Stadtsprecher Helge Miethe. Die Verbindlichkeit und Trennung der Öffnungsvarianten sei nötig, um eine verlässliche Auswertung des Modellprojekts zu gewährleisten.
Auch andere Städte verschieben Start
Da die Inzidenz im Landkreis am Donnerstag zum siebten Mal in Folge unter dem relevanten Grenzwert von 100 liegt, wird der Landkreis per Allgemeinverfügung erklären, dass er nicht mehr Hochinzidenzkommune ist. Damit dürfen dann unter anderem Geschäfte wieder Click & Meet anbieten. Im Einzelhandel und in der Kundschaft könnte die neue Entwicklung deshalb zu Ärger und Verwirrungen führen.
Auch andere Städte, die für das Modellprojekt ausgesucht wurden, verschieben den Start. Auch in Oldenburg und Lüneburg sollte es am Montag losgehen. Oldenburg verschob den Start auf den übernächsten Montag (19. April), in Lüneburg soll es erst im Lauf der nächsten Woche soweit sein, sagte eine Sprecherin. In Emden und Cuxhaven wollten Vertreter aus Politik und Wirtschaft am Donnerstag über den genauen Startpunkt noch beraten. Dort ist der Start bislang für den 12. April vorgesehen. Andere Städte kündigten zuvor bereits einen späteren Start an.
Nienburg will an Termin festhalten
Am Freitag will der Niedersächsische Städtetag in einer Gesprächsrunde mit den Modellkommunen über einen einheitlichen Starttermin reden. „Schon jetzt aber gehen die Signale der meisten eindeutig weg vom 12. April“, teilte eine Sprecherin der Stadt Lüneburg mit. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) ist Präsident des Niedersächsischen Städtetages.
Bereits am Mittwoch hatte die Stadt Braunschweig mitgeteilt, den zunächst am 12. April terminierten Projektstart auf den 15. April zu verschieben. Die 150 teilnehmenden Betriebe sollten so mehr Vorlauf in ihren Planungen bekommen, teilte die Stadt als Begründung mit.
Die Stadt Nienburg/Weser will dagegen an ihrem geplanten Starttermin am kommenden Montag (12. April) festhalten. „Wir versuchen es einfach“, sagte eine Stadtsprecherin. Noch liefen dafür die Vorbereitungen, Hinweisschilder etwa müssten noch gedruckt werden.
mit dpa
