Hildesheim - Ich gebe zu, ich bin ganz schön nervös. Die zehn Kilometer beim 36. Hildesheimer Wedekindlauf in unter 60 Minuten zu laufen, ist mein Ziel. Dieser Challenge habe ich mich gestellt – nach rund sieben Wochen Vorbereitung.
Und so viel vorweg: Es ist knapp geworden, und ich habe unterwegs gedacht, ich packe es nicht. Aber dazu später mehr.
Der Start fällt leicht
Denn der Start um 13.15 Uhr an der Bürgermeisterkapelle fällt mir noch leicht. Auch die ersten zwei Kilometer laufen echt gut. Kollegin und HAZ-Volontärin Laura Pöschel und ich haben uns darauf geeinigt, zusammen zu rennen. Im Schnitt brauchen wir für die ersten 2000 Meter etwas mehr als fünf Minuten. Aber sollten sich Lauras Worte von vor dem Start bewahrheiten? „Bei Wettkämpfen tendiert man dazu, sich zu sehr von den anderen mitziehen zu lassen und zu schnell zu starten. Lieber langsamer loslaufen und dann am Ende nochmal Tempo machen“, hatte sie mir geraten.
Mit der Durchschnitts-Zeit von etwas mehr als fünf Minuten wäre die Challenge locker zu knacken gewesen. Aber es geht nicht ganz so flott weiter. Schon bei Kilometer vier liegt mein Tempo über 1000 Meter gesehen, erstmals bei mehr als sechs Minuten. Doch weder die Beine sind schlapp, noch die Puste ist weg. Vielleicht haben wir einfach unbewusst Schwung herausgenommen.
Erstmals etwas zu kämpfen
Etwas zu kämpfen habe ich dann erstmals, als es Richtung Himmelsthür geht, an der Fohlenkoppel entlang. Zwar tut das Wasser an der Verpflegungsstation gut und auch der Iso-Drink eines Bekannten, aber dennoch bekomme ich erste Zweifel, ob das angegangene Tempo nicht vielleicht doch zu hoch gewesen ist. Mein Kilometer-Schnitt ist weiter im Rahmen. Auf Höhe des Volksfestplatzes erkundigt sich Laura, ob ich noch Atem habe: „Für einen Schlussspurt?“ Keine zwei Kilometer sind da mehr zu laufen. Ich entgegne nur: „Nee, jetzt noch nicht.“ Laura hat Nachsicht und meint: „Okay, dann aber im Liebesgrund.“
Doch jetzt muss ich plötzlich sehr kämpfen. Die Steigungen setzen mir zu, fast will ich zu Laura sagen: „Lauf dein eigenes Tempo.“ Aber sie pusht mich. „Lang ist es nicht mehr, Maxi, komm’ schon!“ Und tatsächlich. Als wir in den Kurzen Hagen einbiegen, ich einen letzten Blick auf meine Uhr werfe und die vielen Zuschauer sehe, merke ich, es kann knapp werden. Also nehme ich die Beine in die Hand und werfe alles rein, was geht – inklusive des Zielsprints. Angekommen sacke ich zusammen, bin einfach nur froh, die sogar etwas mehr als zehn Kilometer hinter mir zu haben. Es dauert, bis ich endlich meine Zeit sehe. Und siehe da: 59:48 Minuten. Zwölf Sekunden Puffer also und damit Challenge geschafft. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Und von Laura gibt es auch Lob: „Ich finde echt, dass das eine starke Leistung ist. Gerade in der kurzen Vorbereitungszeit und gerade, weil Laufen nicht dein Sport ist. Du kannst wirklich mehr als stolz auf dich sein.“
Lob an Laura
Aber das Lob muss ich auch zurückgeben, ohne Lauras Motivation bei Kilometer neun hätte ich die Zeit nie geschafft.
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