Energiewende

Große Übersicht: Hier sieht das Land Niedersachsen im Kreis Hildesheim Potenzial für Windparks

Kreis Hildesheim - Das Umweltministerium hat eine mit Spannung erwartete Karte veröffentlicht. Dort ist ausführlich aufgeführt, wo genau im Landkreis Hildesheim Windkraft möglich ist – und wie gut geeignet diese Flächen jeweils sind. Der große Überblick.

Die Karte des Umweltministeriums weist die Potenzialgebiete im Kreis Hildesheim dezidiert aus. Foto: Fraunhofer IEE, Bosch & Partner

Kreis Hildesheim - Wie viel Fläche der Landkreis Hildesheim für Windkraft bereitstellen muss, steht schon länger fest. Jetzt hat das niedersächsische Umweltministerium für jeden einzelnen Landkreis Karten veröffentlicht, auf denen detailliert dargelegt ist, wo genau dort Windkraft grundsätzlich möglich ist – und wie gut geeignet diese Flächen jeweils sind. Den Karten liegt eine sogenannte Potenzialanalyse des Fraunhofer-Instituts und des Ingenieurbüros Bosch & Partner zugrunde. Die Daten dürften auch erheblichen Einfluss auf bereits laufende Planungen im Kreisgebiet haben – sie allerdings auch nicht bestimmen. Den wenn der Kreis Gebiete auswiesen will, muss er sie noch einmal detailliert untersuchen, unter anderem nach Vogel-Vorkommen – dabei sind auch noch andere Ergebnisse und Veränderungen möglich. So fällt auf, dass zum Teil auch bereits bestehende Windkraft-Standorte in der Analyse eher schlecht wegkommen.

Viel Potenzial in der Börde

Dabei gibt es im Landkreis Hildesheim klare Unterschiede. Besonders gut geeignete und auch große Flächen finden sich vor allem im Nordosten der Region, konkret in den Gemeinden Schellerten und Söhlde in der Hildesheimer Börde, sowie bei Bockenem. Zum Teil sind diese Areale auch schon mit Windparks belegt. Im Altkreis Alfeld finden sich vor allem kleinere und schlechter bewertete Standorte.

Das Land hat anhand einer langen Liste von Kriterien fünf Kategorien festgelegt: Flächen, die „vollständig“ für Windkraft geeignet sind sowie solche, die nach einem abgestuften System zu 80, zu 60, zu 20 oder sogar nur zu fünf Prozent geeignet sind. Gut 93 Prozent der Landkreisfläche sind von vornherein komplett ungeeignet, 1,27 Prozent muss der Kreis bis Ende 2026 tatsächlich ausweisen.

Bei den teilweise geeigneten Flächen haben Landkreise und Kommunen die Möglichkeit, verschiedene Aspekte gegeneinander abzuwägen – wobei sich die Aufmerksamkeit besonders auf die ersten drei Kategorien richten dürfte.

Sie können das Bild mit ihren Fingern/der Maus herein und herauszoomen und den Ausschnitt des Bildes nach links und rechts schieben. Klicken Sie auf die einzelnen Markierungen in der Karte, um mehr zu erfahren.

Innovent-Projekt liegt günstig

Was beim Blick auf die Karte sofort ins Auge sticht: Das Areal in der Hildesheimer Börde, in dem die Firma Innovent zusammen mit lokalen Grundeigentümern gern ihren bis zu 14 Windräder umfassenden Windpark „Ilse“ errichten würde, ist die größte zusammenhängende Fläche mit dem Prädikat „vollständig geeignet“ im Kreisgebiet. 

Das ebenfalls in der Gemeinde Schellerten von der Firma „JL re Erneuerbare“ ins Visier genommene Gebiet zwischen Ottbergen, Dingelbe, Farmsen und Wöhle schneidet hingegen sehr schlecht ab. Woran das genau liegt, geht aus der Karte nicht hervor. Unternehmer Justus Lüder lässt sich davon jedenfalls nicht entmutigen: „Das ist lediglich eine erste Potenzialanalyse und nicht verbindlich.“



Bekannt ist auch, dass Grundeigentümer gern einen größeren Windpark in der Feldmark zwischen Giesen, Rössing und Emmerke realisieren würden. Das theoretisch in Frage kommende Areal ist sehr groß – aber nur ein relativ kleiner Bereich wurde in die höchste Eignungs-Kategorie eingeordnet. Der größte Teil wird als nur „zu fünf Prozent geeignet“ klassifiziert.

Studie veröffentlicht

Das Umweltministerium hat seinen Kriterienkatalog und die Fraunhofer-Studie auf seiner Internetseite veröffentlicht. Bei der Analyse wurde unter anderem ein Abstand von 800 Metern zu Siedlungen zugrunde gelegt. Zudem wurden verschiedene Arten von Naturschutz- und Waldgebieten unterschiedlich gewichtet, auch die Sicherung von Rohstoffen wie Kies, aber auch Infrastrukturanlagen wie Autobahnen, Bahnlinien oder Stromtrassen spielen eine Rolle. Waldgebiete scheinen im Kreis Hildesheim für Windkraft weniger infrage zu kommen, allerdings sind einige kleinere Bereiche im Hildesheimer Wald markiert – in einer mittleren Kategorie.

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