Öffnungen mit Tests

Handel, Gastronomie, Freizeit, Schulen: Niedersachsen lockert Corona-Regeln

Hannover/Hildesheim - Niedersachsens Landesregierung lockert am 10. Mai die Corona-Auflagen für Schulen, Kitas, Einzelhandel, Gastronomie und den Tourismus. Abgesichert werden sollen die Öffnungen durch Tests. Wenn Hildesheims Inzidenz bis Freitag unter 100 bleibt, könnten die Öffnungen auch in Stadt und Landkreis möglich sein.

Gastronomie, Handel und Tourismus dürfen bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 in Niedersachsen wieder öffnen. Foto: Werner Kaiser

Hannover/Hildesheim - Nach monatelangem strikten Lockdown will Niedersachsen vom kommenden Montag (10.5.) an mit einem Stufenplan in Lockerungen einsteigen. In Landkreisen und Großstädten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollten Handel, Gastronomie, Tourismus sowie Kulturveranstaltungen im Freien wieder anlaufen, kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Hannover an. Voraussetzung ist ein tagesaktuell negativer Corona-Schnelltest oder der Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus.



Der Kreis Hildesheim könnte von den Neuerungen betroffen sein. Aktuell gilt derzeit zwar die Notbremse und damit schärfere Corona-Regeln, weil die Sieben-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über der 100er-Marke lag. Bleibt die Corona-Inzidenz allerdings bis Freitag durchgehend unter 100, tritt die Notbremse im Kreis Hildesheim am Sonntag, 9. Mai, außer Kraft. Dann würden am Montag, 10. Mai, die neuen Regelungen gelten und weitergehende Öffnungen möglich sein.

Handel, Gastronomie, Tourismus

Die neuen Regelungen betreffen zum Einen den Einzelhandel. Die Landesregierung will in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 den Einzelhandel flächendeckend wieder ohne Termin – dafür aber unter einer anderen Auflage öffnen. Zutrittsvoraussetzung für die Kunden soll ein qualifizierter negativer Corona-Test sein, ein Selbsttest reicht nicht aus. Sogenannte Grundversorger, also etwa Supermärkte oder Drogerien, sind von der Testpflicht ausgenommen. Ein negativer Schnelltest war bislang nur bei einer Inzidenz über 100 Pflicht, unter 100 musste kein Test zum Einkaufen gemacht werden.



In den Läden gelten weiterhin Zugangsbeschränkungen, die Kontaktnachverfolgung der Kunden soll elektronisch ermöglicht werden, wie Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Bernd Althusmann (CDU) erklärte.


Coronavirus im Kreis Hildesheim: Alle Informationen auf einen Blick


Auch Restaurants sollen in Regionen mit einem Inzidenzwert unter 100 öffnen dürfen. Zunächst gilt das für die Außengastronomie, der Innenbereich soll zwei Wochen später hinzukommen. Gäste müssen einen negativen Test vorlegen, außerdem gilt eine Sperrstunde ab 23 Uhr. Auch die Kapazitäten werden begrenzt.

Übernachtungen in Hotels wieder erlaubt

Von Montag an sollen auch Übernachtungen in Niedersachsen wieder möglich werden. Hotels, Campingplätze oder Jugendherbergen dürfen mit einer Kapazität von 60 Prozent wieder öffnen, Ferienhäuser und -wohnungen müssen bei der Vermietung einen Tag frei bleiben. Zunächst ist der Tourismus voraussichtlich für drei Wochen nur den Niedersachsen vorbehalten, Bürger aus anderen Bundesländern sollen aber möglichst schnell dazukommen, sagte Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Die Feriengäste müssen sich täglich testen.

Auch Kulturveranstaltungen im Freien sollen wieder möglich werden. Für Kinder wird Sport im Freien wieder für bis zu 30-köpfigen Gruppen gestattet - damit wären etwa wieder Fußballspiele möglich. Begründet wird die Lockerung damit, dass Kinder für den Schulbesuch zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden.



Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sieht Niedersachsen bei der Pandemiebekämpfung auf einem guten Weg. Das Land schaffe mit der neuen Verordnung die Balance zwischen mehr Möglichkeiten und Freiheiten auf der einen und Sicherungsmaßnahmen auf der anderen Seite.

Schulen bis Inzidenz von 165 im Wechselmodell

Unterdessen verabschiedet Niedersachsen sich von seinem strikten Corona-Kurs an Schulen und ermöglicht Wechselunterricht wieder für alle Schulen unterhalb einer Sieben-Tage-Inzidenz von 165. Auch die Kindertagesstätten wechseln unterhalb dieser Inzidenz wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) ankündigte. Die Lockerungen greifen vom kommenden Montag an. Niedersachsen setzt damit die erweiterten Möglichkeiten für den Schulunterricht um, die die Bundesregeln für Hotspots bereits ermöglichen.

Bislang gilt in Niedersachsen der Inzidenzwert von 100 als Grenzwert. Laut Robert-Koch-Institut lag die Inzidenz im Kreis Hildesheim am Dienstag bei 72,5. Schüler und Schülerinnen könnten damit wieder im Szenario B zur Schule gehen. Das wäre eventuell auch ohne die Lockerungen möglich gewesen – wenn Hildesheims Inzidenz bis Freitag unter 100 bleibt, greift die derzeit geltende Notbremse nicht mehr.

„Der Schritt ist notwendig, aber auch verantwortbar“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) am Dienstag in Hannover zu den Lockerungen. Er appellierte, die Kinder und Jugendlichen behutsam wieder an den Präsenzunterricht heranzuführen: „Schule soll nicht mit Druck starten. Die Schüler sollten nicht überhäuft werden mit Tests und Klausuren.“

Von stk und dpa

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.

Weitere Artikel