Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheimer Corona-Inzidenz fällt am Sonntag weiter – erster Nachbar unter 10,0

Kreis Hildesheim - Die Corona-Inzidenz im Kreis Hildesheim liegt am Sonntag bei 16,3, ein neuer Tiefstwert. Ein Nachbarkreis hat sogar die Zehner-Grenze unterschritten. Wie wird gelockert?

Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist am Sonntag im Landkreis Hildesheim auf 16,3 gefallen. Foto: Tarek Abu Ajamieh

Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus im Landkreis Hildesheim ist am Sonntag auf einen weiteren Tiefstwert für das laufende Jahr gefallen. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen einen Wert von 16,3, am Samstag waren es noch 18,1. Liegt die Inzidenz auch am Montag unter 35, wovon auszugehen ist, greifen am Montag die Lockerungen für Inzidenzen unter 50 und bereits am Mittwoch die Lockerungen für Inzidenzen unter 35. Denn Montag wäre der fünfte Werktag unter 35. Inzwischen rückt sogar die Frage in den Blickpunkt, was unterhalb von 10,0 passiert – der Stufenplan des Landes sieht dafür keine Regeln mehr vor.

Am Montag tritt eine neue Landes-Verordnung in Kraft. Das Land wollte das komplexe Regelwerk, dass auf Basis des Stufenplans Öffnungsschritte bei verschiedenen Grenzwerten regelt, im Lauf des Samstags veröffentlichen. Dazu kam es aber nicht, nun soll es am heutigen Sonntag so weit sein.

Die Landesregierung will ihre Verordnung so gestalten, dass die betreffenden Landkreise die Öffnungen direkt am Montag ermöglichen können. Sicher ist das bei den Schulen und Kitas. Dort herrscht ab Montag grundsätzlich wieder Szenario A mit vollen Klassen, auch wenn einige Schulen den Neustart aus organisatorischen Gründen um ein paar Tage verschieben wollen.

Mittwoch viel mehr Öffnungen?

Doch hinzu kommt: Liegt die Inzidenz wie zu erwarten auch am Montag unter 35, wären auch dabei bereits fünf Werktage am Stück erreicht. Zum nächsten Mittwoch könnten dann noch sehr viel weitreichendere Öffnungsschritte greifen. Zum Beispiel für Familienfeiern, Gastronomie, Einzelhandel, Veranstaltungen, Sport, Bars und Discotheken. Unter anderem würde die Schnelltest-Pflicht nach dem Einzelhandel auch in vielen weiteren Bereichen wegfallen, wenn das Land seinen Stufenplan umsetzt. Informationen dazu folgen im Lauf des Tages.

Auch bundesweit gingen die Inzidenzwerte am Samstag weiter zurück. Der nationale Mittelwert fiel von 37,5 auf 35,2. Der niedersächsische Durchschnittswert sank von 24,8 auf 23,1.

Minusrekord in Peine

In der Region Hannover fiel die Inzidenz am Sonntag wieder von 32,3 auf 27,9. Ab Montag greifen auch in der Region Hannover die Lockerungen für eine Inzidenz unter 50.

Im Landkreis Peine sank die Inzidenz auf einen neuen Tiefstand von 19,3. Nach vier Werktagen unter 50 und zwei unter 35 sind dort erste Lockerungen für Schulen und andere Bereiche also am nächsten Mittwoch wahrscheinlich, weitergehende am Freitag. Im Kreis Wolfenbüttel fiel die Inzidenz leicht von 27,6 auf 25,9. Dort sind Lockerungen ebenfalls ab Mittwoch wahrscheinlich. In Salzgitter fiel die Inzidenz wieder klar von 44,1 auf 29,7, drei Werktage unter 50 sind dort bisher zusammengekommen.

Holzminden kriselt weiter

Und Hildesheims weitere Nachbarn? Im Kreis Holzminden blieb die Inzidenz mit 59,6 über der Lockerungsgrenze, Öffnungsschritte werden frühestens in der übernächsten Woche möglich. Was zeigt, dass es trotz des allgemeinen Rückgangs der Fallzahlen lokal immer wieder auch in die andere Richtung gehen kann. Zumal bei den jetzt herrschenden niedrigen Werten schon ein moderater Anstieg der Fallzahlen deutliche Auswirkungen haben kann.

Der Landkreis Hameln-Pyrmont verzeichnete am Sonntag nur noch eine Inzidenz von 9,6 (Vortag: 14,8). Möglicherweise können dort bald alle Beschränkungen aufgehoben werden. Goslar verzeichnete einen deutlichen Rückgang von 21,3 auf 14,7. In Northeim stieg der Kennwert hingegen leicht von 35,5 auf 37,0.

Immer mehr Kreise unter 10,0

Die bundesweit niedrigste Inzidenz hat jetzt wieder Vorpommern-Rügen mit 4,5. In Niedersachsen steht Cuxhaven mit 6,1 am besten da. Bundesweit hat sich die Zahl der Landkreise unter 10,0 mit 15 mehr als verdoppelt, am Samstag waren es sieben. Andererseits liegen wieder drei statt zwei der mehr als 400 deutschen Landkreise über 100: Hildburghausen in Thüringen (128,2), nach einem schweren Rückschlag auch wieder Emden (112,2) und Sonneberg in Thüringen (100,5).

Den besten Mittelwert aller Bundesländer hat weiter Mecklenburg-Vorpommern (14,7), den schlechtesten weiterhin Thüringen mit noch 47,5 – damit liegen erstmals alle Bundesländer unter 50.

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