Kreis Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Landkreis Hildesheim am Mittwoch auf 10,2 gestiegen. Das hat das Robert-Koch-Institut am Morgen gemeldet. Damit liegt sie erstmals seit dem 18. Juni wieder über 10,0 und über dem ersten Grenzwert des niedersächsischen Stufenplans. Am Dienstag hatte der Wert noch bei 7,4 gelegen. Der Anstieg hatte sich allerdings angedeutet, nachdem es über das Wochenende neun und am Dienstag noch einmal fünf neue Fälle gab. In den vergangenen sieben Tagen gab es im Kreis Hildesheim 28 neue laborbestätigte Fälle.
Bleibt die Inzidenz auch am Donnerstag und Freitag über 10,0, würden am Sonntag etwas schärfere Regeln in Kraft treten, unter anderem bei den Beschränkungen der Personenzahlen für private Treffen. Anders als andere Bundesländer wie zum Beispiel Mecklenburg-Vorpommern will Niedersachsen zunächst an den Inzidenzwerten als einzigem Maßstab festhalten.
Viele junge Infizierte
Auch bundes- und vor allem landesweit stiegen die Inzidenzen am Mittwoch weiter, wobei der Trend auf Landesebene deutlich stärker ist. Der Bundesdurchschnitt erhöhte sich von 10,9 auf 11,4, der für Niedersachsen sogar von 11,3 auf 12,7. Mehr als die Hälfte aller neuen Fälle treten laut Landesregierung in der Altersgruppe der 15- bis 29-Jährigen auf, in der bisher die meisten Menschen nicht geimpft sind. Tatsächlich trifft diese Beobachtung auch auf den Landkreis Hildesheim zu.
Die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 in Niedersachsen lag am Dienstag bei 24. Das sind doppelt so viele wie vor zwei Wochen zuvor (zwölf), aber nur ein Bruchteil des Jahreshöchstwertes von 320 (am 20. April). Im Kreis Hildesheim gibt es laut DIVI-Intensivregister einen Corona-Intensivpatienten.
Wolfenbüttel muss verschärfen
Im Kreis Peine gab es indes eine gegenläufige Entwicklung: Die Inzidenz fiel wieder von 11,1 auf 8,9. Da sie allerdings zuvor drei Tage lang über 10,0 lag, treten am Donnerstag die etwas schärferen Regeln in Kraft. Liegt die Inzidenz fünf Werktage hintereinander unter 10,0, würden wieder die bisherigen Regeln gelten.
Schärfere Regeln gelten ab Freitag auch im Landkreis Wolfenbüttel. Dort fiel die Inzidenz zwar leicht von 15,2 auf 14,2, lag damit aber weiter über 10,0, zum dritten Mal in Folge.
Lage in Hannover kritischer
Hauptgrund für die negative Entwicklung in Niedersachsen ist die Situation in der Region Hannover. Dort stieg die Inzidenz noch einmal merklich von 23,0 auf 27,3 – damit rückt sogar die nächste Verschärfungs-Stufe von 35,0 in den Blick. Ein Hauptgrund sind nach Ansicht der Verantwortlichen in Hannover Infektionen bei Partys. In Salzgitter fiel die Inzidenz indes deutlich von 18,2 auf 13,4, im Kreis Holzminden stieg sie hingegen von 14,2 auf 17,0.
Drei Nachbar-Landkreise Hildesheims liegen trotz leichter Anstiege weiter unter 10,0: Im Kreis Hameln-Pyrmont stieg die Inzidenz leicht von 6,1 auf 6,8, im Landkreis Northeim von 3,0 auf 3,8 und im Kreis Goslar von 1,5 auf 2,2.
Keine Null in Niedersachsen
Eine Inzidenz von 0,0 hat kein Landkreis in Niedersachsen, bundesweit liegt die Zahl der Landkreise, in denen die Null steht, weiter bei 13. Die höchste Inzidenz in Deutschland hat weiter der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz mit nun 63,0.
