In der Nähe von Kino und Theater

Hildesheims Geheimtipp-Parkhaus bleibt länger gesperrt als geplant

Hildesheim - Hildesheims Geheimtipp-Parkanlage wird saniert. Doch das dauert länger als gedacht, die Arbeiten werden teurer – und die Zeiten des unbegrenzten, kostenlosen Parkens dort sind vorbei.

Die Stadt Hildesheim lässt die Parkanlage in der Nähe von Thega und Theater in der Herderstraße sanieren. Die Arbeiten betreffen vor allem das Deck im Keller, die Parkfläche oberhalb dient in erster Linie als Material- und Abstellfläche. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Die Sanierung der Parkanlage in der Herderstraße – also um die Ecke von Thega und Theater – dauert länger als von der Stadt angekündigt. Die Arbeiten sollten eigentlich Ende Mai erledigt sein. Doch die Schäden seien gravierender als angenommen, sagt Kai-Uwe Hauck, der Chef des Fachbereichs Tiefbau. Dadurch steigen der zeitliche und der finanzielle Aufwand, die Stadt geht nun von einer Freigabe der Anlage im September aus. Dort werden dann fürs Parken Gebühren fällig.

Bislang konnten Autofahrer ihre Wagen auf den beiden städtischen Parkdecks so lange abstellen, wie sie wollten: Es gab keine zeitliche Beschränkung, zudem war das Parken umsonst – gleich zwei Gründe, warum die knapp 70 Stellplätze, die sich auf zwei Decks verteilen, vor allem bei Pendlern und Besuchern von Kino und Theater sehr beliebt waren. Doch die müssen sich derzeit Alternativen suchen: Die Stadt lässt die 40 Jahre alte Anlage seit Anfang Februar sanieren, ein Fachbüro hatte zuvor Schäden an statisch relevanten Bauteilen festgestellt.

Schäden sind größer, als sich aus den Proben schließen ließ

Diese sind allerdings weitaus größer, als sich das nach den damaligen Proben habe annehmen lassen, betont Fachbereichschef Hauck: Voruntersuchungen könnten nur einen Ausschnitt liefern, das ganze Ausmaß der Probleme habe sich dann während der Arbeiten gezeigt. So müsse der Beton nicht nur, wie ursprünglich gedacht, auf sechs Zentimeter Breite erneuert werden, sondern teilweise auf bis zu 13 Zentimetern, sagt Bauingenieur Gunnar Geisser. „Wir müssen intensiver sanieren“, erklärt dessen Chef Hauck.

Die Arbeiten dauerten daher voraussichtlich zwei bis drei Monaten länger, auch die Kosten stiegen. Um welchen Betrag genau, steht noch nicht fest: Die Baufirma habe der Stadt dazu ein Angebot gemacht, die Verwaltung und ein Fachbüro prüften dieses gerade, berichtet Hauck. Die Stadt hatte für ihren Anteil an der Sanierung – die VGH übernimmt den Teil, der ihre Parkplätze betrifft – rund 400000 Euro eingeplant. Machten die zusätzlichen Kosten mehr als 20 Prozent, also 100000 Euro, aus, werde die Verwaltung dies der Politik vorlegen, kündigt Hauck vorsorglich an.

Der Stadtrat hatte sich mit der Freigabe des Geldes schwer getan

Der Rat hatte sich lange mit der Sanierung schwer getan: Die Politiker wollten, bevor sie so viel Geld ausgeben, erst wissen, wie es langfristig mit der Parkanlage weitergeht. Die Verwaltung wiederum wollte erst das Parkkonzept abwarten, bevor sie sich dazu festgelegt. Schließlich vereinbarte man, die Anlage zu sanieren und danach Gebühren zu nehmen. Durch deren Einnahmen ließen sich die Sanierungskosten binnen sieben Jahren refinanzieren, hatte das Rathaus – auf Basis des ursprünglichen Ansatzes - vorgerechnet.

Was Autofahrer künftig in der Herderstraße für das Parken bezahlen müssen, steht bereits fest: Die Anlage liege knapp außerhalb der Innenstadtzone, erklärt Hauck – daher werden je zehn Minuten 15 Cent fällig, für eine Stunde also 90 Cent. „Das ist wegen der Zentrumsnähe immer noch eine sehr attraktive Parkanlage“, betont Rathaussprecher Helge Miethe. Allerdings wird es dort künftig weniger Stellplätze geben. Denn deren jeweilige Fläche werde vergrößert, erklärt Bauingenieur Geisser: Schließlich seien die Autos in den vergangenen 40 Jahren auch größer geworden. Zudem will die Stadt einige Motorradparkplätze ausweisen – die gab es in der Herderstraße bislang nicht.

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