Ausbreitung des Coronavirus

Hildesheims Inzidenz stabil – Land stellt Grenzwerte in Frage

Hildesheim - Der Kennwert liegt in Hildesheim weiter bei 5,8, während er bundes- und landesweit erneut merklich steigt. Doch die Inzidenz könnte an Bedeutung verlieren.

Die Corona-Inzidenz im Landkreis Hildesheim. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Sieben-Tage-Inzidenz für Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Landkreis Hildesheim am Freitag konstant geblieben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Morgen wie schon am Donnerstag einen Kennwert von 5,8. In den vergangenen sieben Tagen gab es im Kreis Hildesheim 16 neue laborbestätigte Fälle. Bundes- und landesweit setzte sich der Anstieg hingegen fort, wobei die Entwicklung in Niedersachsen schneller voranschreitet als im Bundesdurchschnitt. Der nationale Mittelwert stieg von 8,0 auf 8,6, der für Niedersachsen von 7,1 auf 8,0.

Weiterer Anstieg erwartet

Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) hat unterdessen erklärt, sie erwarte wegen Delta-Variante und Lockerungen, dass die Inzidenz bald in allen Landkreisen wieder über 10,0 liegt, vielleicht sogar über 35,0. Das sind die Grenzwerte innerhalb des Stufenplans, bei denen die Schutzmaßnahmen verschärft werden.

Das ist auch in der neuen Corona-Verordnung des Landes, die von Samstag an und dann bis in den September hinein gelten soll, zunächst so vorgesehen. Ministerin Behrens kündigte aber an, diesen Automatismus im Lauf des Sommers eventuell aufzubrechen, wenn die Krankenhaus-Belegung durch Corona-Patienten gering bleibe und immer mehr Menschen geimpft seien: „Je höher die Impfquote ist, desto mehr Infektionslage können wir uns leisten“, sagte sie. Vertreter der Hildesheimer Krankenhäuser hatten Überlegungen, neben der Inzidenz auch die Lage in den Kliniken zu berücksichtigen, bereits ausdrücklich begrüßt.

Weniger neue Fälle, weniger Tote

Die bundesweite Inzidenz stieg um 0,6 Punkte, die Zahl der Neuinfektionen lag mit 1456 etwas niedriger als am Mittwoch und Donnerstag. Die Zahl der Todesfälle war mit 18 ebenfalls geringer – im Vergleich zur Wochenmitte ebenso wie in Relation zur Vorwoche.

In der Region Hannover gab es wieder einen leichten Anstieg der Inzidenz. Der Kennwert stieg von 12,5 auf 14,1. In Salzgitter gab es hingegen einen deutlichen Rückgang von 19,2 auf 12,5.

Anstiege bei Nachbarn

In den weiteren Hildesheimer Nachbarkreisen liegen die Werte weiterhin zum Teil deutlich unter dem Grenzwert von 10,0, stiegen aber mehrheitlich. Im Landkreis Peine kletterte die Inzidenz von 5,2 auf 5,9, in Wolfenbüttel von 6,7 auf 8,4. Der Landkreis Holzminden verzeichnete einen Anstieg 7,1 auf 9,9 und damit hauchdünn unter den ersten Grenzwert – in absoluten Zahlen: sieben Fälle statt fünf. Im Kreis Hameln-Pyrmont stieg die Inzidenz von 3,4 auf 4,7, im Landkreis Northeim minimal von 0,8 auf 1,5, in Goslar fiel sie am zweiten Tag in Folge, diesmal von 4,4 auf 3,7.

Mit Wittmund hat neben Friesland jetzt wieder ein zweiter Landkreis in Niedersachsen eine Inzidenz von 0,0. Die höchste Inzidenz in Deutschland hat weiter der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz mit 43,2, den höchsten Inzidenzwert in Niedersachsen hat die Stadt Wolfsburg mit 20,1.

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