Ausbreitung des Coronavirus

Hin und Her geht weiter: Hildesheims Inzidenz wieder über 100

Hildesheim - Das Robert-Koch-Institut nennt am Montag eine Corona-Inzidenz von 109,9 für den Landkreis Hildesheim. Auch bundes- und landesweit steigen die Werte.

Das Robert-Koch-Institut gibt die Corona-Inzidenz im Landkreis Hildesheim am Montag mit 109,9 an. Unmittelbare Folgen hat das aber nicht. Foto: dpa

Hildesheim - ​Seit die Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) gelten und nicht mehr die des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes, schwankt die Sieben-Tage-Inzidenz für den Landkreis Hildesheim rund um die kritische Marke von 100 – daran hat sich auch am Montag nichts geändert. Am Morgen gab das Institut die Hildesheimer Corona-Inzidenz mit 109,9 an. Am Sonntag waren es nur 92,1 gewesen.

Offenkundig war dabei, nicht zum ersten Mal, ein Tag zu wenig in der Statistik berücksichtigt worden – was aufgrund unterschiedlicher Meldezeitpunkte und Verzögerungen bei der Übermittlung zwischen Landkreisen, Ländern und RKI passieren kann, wie das RKI selbst auf HAZ-Anfrage eingeräumt hat.

Hildesheim profitiert vom RKI

Da die verschärften Regeln der neuen, bundesweiten Corona-Notbremse erst dann greifen, wenn die Inzidenz dreimal hintereinander über 100 liegt, hat der Landkreis Hildesheim de facto von der bundesweiten Umstellung von den Landes- auf die RKI-Werte – mitsamt deren Schwachstellen – als Maßstab für Maßnahmen im Zuge der Notbremsen-Einführung profitiert. Würden noch die Daten des Landes gelten, gäbe es seit Tagen wieder schärfere Corona-Beschränkungen.

Die bundesweite Entwicklung stellt sich nach einer gewissen Stabilisierung in der vergangenen Woche indes wieder kritischer dar: Die nationale Sieben-Tage-Inzidenz stieg von 165,6 auf 169,3, die für Niedersachsen von 111,6 auf 118,5. Damit liegt Niedersachsen bei den Bundesländern hinter Schleswig-Holstein und Hamburg weiter auf Rang drei, die höchste Inzidenz hat Sachsen (232,0).

Hannovers Handel offen

In der Region Hannover stieg die Inzidenz wieder von 125,1 auf 141,0. Dennoch profitieren die Landeshauptstadt und ihr Umland sogar von der Corona-Notbremse. Sie erlaubt Einkaufen im Einzelhandel mit Termin bis zu einer Inzidenz von 150, in Niedersachsen galt zuvor 100 als Grenze. Einzige Bedingung: Bei Inzidenzwerten zwischen 100 und 150 müssen Kunden sich nicht nur anmelden oder vor Ort registrieren, sondern auch einen höchstens 24 Stunden alten negativen Schnelltest vorweisen. Große Händler wie Möbel Höffner bieten diese Tests auch vor Ort an. Ikea in Laatzen hat indes aktuell noch geschlossen.

Im Kreis Peine stieg die Inzidenz wieder von 165,4 auf 174,3. Dort bleiben Einzelhandel und Schulen geschlossen, ebenso wie in der Region Hannover gilt eine nächtliche Ausgangssperre. Das gilt erst recht in Salzgitter, wo das RKI einen Anstieg von 309,7 auf 331,8 verzeichnete. Im Kreis Wolfenbüttel fiel die Inzidenz hingegen von 93,6 auf 71,9 – gut möglich, dass es hier ebenfalls den Effekt eines fehlenden Tageswertes gab.

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