Kampf gegen das Coronavirus

Immer weniger Corona-Testzentren im Kreis Hildesheim – aber es gibt noch Bedarf

Kreis Hildesheim - Neue Daten zeigen: Immer weniger Bürger lassen sich testen. Und noch ein weiterer Grund lässt immer mehr Betreiber im Kreis Hildesheim aufgeben oder zumindest darüber nachdenken.

Das Testzentrum auf der Lilie in Hildesheim zieht um, bleibt aber in Betrieb - andere Anbieter stehen inzwischen vor dem Rückzug oder haben schon geschlossen. Foto: Clemens Heidrich

Kreis Hildesheim - Gerade in den vergangenen Wochen sind neue kleine Corona-Testzentren in Stadt und Landkreis wie Pilze aus dem Boden geschossen. Doch seit Anfang Juni lassen sich immer weniger Menschen in der Region per Schnelltest auf das Virus checken – schließlich ist die Testpflicht seit dem 2. Juni in vielen Bereichen weggefallen. Erste Anbieter haben sich bereits zurückgezogen. Auch größere Betreiber denken über eine Reduzierung oder sogar über ein komplettes Ende ihres Engagements nach, zumal die Honorare vom 1. Juli an deutlich sinken. Allerdings: Gebraucht werden Testangebote nach wie vor – dass sie ganz verzichtbar sind, ist noch lange nicht abzusehen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: In der letzten Maiwoche meldeten die offiziell akkreditierten Testzentren in Stadt und Landkreis mehr als 28.000 Schnelltests an das Landesgesundheitsamt, das war der höchste Wert in diesem Jahr. In der ersten Juniwoche brach die Zahl der Checks auf weniger als die Hälfte ein.

Das hatte seine Gründe: Am 31. Mai trat die derzeit gültige Corona-Verordnung des Landes in Kraft, die bei niedrigen Inzidenzen in vielen Bereichen anders als vorher keine Testpflicht mehr vorsah. Der Landkreis Hildesheim erlebte aufgrund seiner in dieser Phase rapide sinkenden Inzidenzwerte gleich zwei Lockerungsschritte. Direkt am 31. Mai griffen die Regeln für dauerhafte Inzidenzen unter 50, zwei Tage später wurden sie bereits von den heute geltenden Vorgaben für dauerhafte Inzidenzen unter 35 abgelöst.

Rückzug aus Arneken Galerie?

Vor allem letztere brachten das Ende der Testpflicht in vielen Bereichen mit sich, etwa beim Sport, in der Innengastronomie oder in Freizeitparks – einige Tage zuvor war sie bereits im Einzelhandel gestrichen worden. Ein weiterer Faktor: Immer mehr Menschen sind doppelt geimpft und damit von allen Testpflichten befreit.

Nun könnte ein massiver Rückgang der Testangebote folgen: „Wir arbeiten nicht mehr kostendeckend und überlegen uns einen zeitnahen Rückzug“, sagt etwa Florian Braune von CoronaFreepass, unter anderem Betreiber der Stationen in der Arneken Galerie und am Cafe del Sol.

Wo die Testpflicht bleibt

„Wir machen nur noch etwa ein Viertel der Tests im Vergleich zu den Vorwochen“, bestätigt Sebastian Adamski, Mitgesellschafter von Hil-Care, bislang auf der Lilie und künftig am Theater Betreiber des wohl größten Testzentrums in Hildesheim. Die Außenstelle am Neustädter Markt soll zum Ende des Monats schließen, bis dahin nur noch an Markttagen geöffnet bleiben. In Nordstemmen zum Beispiel hat ein Anbieter bereits aufgegeben – auf dem Rewe-Parkplatz – allerdings gibt es eine neue Teststation an der Hauptstraße.

Doch es gibt auch künftig Bereiche, in denen negative Testnachweise Pflicht sind. Wer in den Urlaub fahren will, braucht sie ebenso wie Besucher von Clubs und Discotheken oder großen Familienfeiern. Hinzu kommt: Auch dort, wo Tests gesetzlich nicht mehr vorgeschrieben sind, machen Veranstalter sie oft zum Teil ihres Hygienekonzeptes – etwa bei der Messe „Abi Zukunft“ in der Halle 39 an diesem Wochenende.

Angebot bis September

Hil-Care-Chef Sebastian Adamski versichert denn auch: „Wir werden unser Angebot, wenn auch zunächst reduziert, bis September aufrechterhalten. Schließlich haben die Menschen weiter Anspruch auf Testungen.“ Florian Braune von CoronaFreepass würde indes ohne Bedauern schließen: „Es ist ja gut, dass wir nicht mehr viel testen müssen. Das zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind.“ Was bleibe: „Wir haben einen Beitrag zur Eindämmung der Pandmie geleistet und geholfen, den Menschen wieder ein relativ normales Zusammensein zu ermöglichen.“

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