Verkehr

Dauerbaustellen und deutliche Verbesserungen – an einigen Orten kommt Hildesheim beim Radfahren voran

Hildesheim - Dass sich manche Radfahrer in Hildesheim unwohl fühlen, kommt immer wieder zur Sprache. Der Vorstand des ADFC sieht in einigen Straßen, die in einer HAZ-Umfrage vor zwei Jahren besonders in der Kritik standen, aber durchaus Verbesserungen.

Eine der Straßen in Hildesheim, in der der Radverkehr bald anders fließen könnte: die Sedanstraße. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Dass sich viele Radfahrerinnen und Radfahrer in Hildesheim unwohl fühlen, kommt immer wieder einmal zur Sprache. Vor rund zwei Jahren fragte diese Redaktion ihre Leserinnen und Leser nach den Straßen im Stadtgebiet, die sie für besonders gefährlich erachten. Ermittelt wurden dabei sechs: Schuhstraße, Kardinal-Bertram-Straße, Hohnsen, Sedanstraße, Bahnhofsallee und die Kreuzung Goslarsche Straße/Immengarten/Roonstraße.

Die Umfrage war zwar nicht repräsentativ – dennoch waren die meisten der genannten Straßen der Verwaltung, die sich damals zu den Kritikpunkten äußerte, als problematische Strecken wohlbekannt. So etwa die Schuhstraße, deren Straßenführung der damalige Leiter des städtischen Fachbereichs für Tiefbau, Kai-Uwe Hauck, als „aus der Zeit gefallen“ bezeichnete. Da die Straße sehr eng ist, seien der Stadt für bauliche Maßnahmen aber weitestgehend die Hände gebunden – stattdessen sollte die Ende 2023 eingeführte neue Verkehrsführung an der Kreuzung am Hindenburgplatz zu einer Verbesserung des Radverkehrs führen.

Gerade die Anfangszeit dieser neuen Verkehrsführung lief aber ruckelig an, wie damals auch die Stadt angab. Für den ADFC-Vorsitzenden Dietmar Nitsche kein Wunder. Die gesamte Kreuzung sei durch das Zusammenspiel von Rad-, Auto- und Busverkehr doch „sehr komplex“, wie er sagt. So erreichten den ADFC auch weiterhin Rückmeldungen von Personen, die sagten, sie fänden die noch recht neue Verkehrsführung verwirrend. Langfristig habe die Änderung aber den Radverkehr verbessert, findet Nitsche: „Es ist sicherer geworden, weil die Leute verstanden haben, wie es geregelt ist.“

Freude über Pläne in der Sedanstraße

Gleiches sagt er auch zur Kreuzung Goslarsche Straße/Immengarten/Roonstraße, die Ende 2021 grundlegend verändert wurde. Auch hier lautete ein Vorwurf, die Kreuzung sei seitdem zu unübersichtlich – teils höre er auch rund drei Jahre nach der Änderung noch solch kritische Bemerkungen. Er habe aber den Eindruck, dass sich die Änderung weitestgehend einpendelte und für die allermeisten Fahrerinnen und Fahrer kein Problem mehr darstellt.

Besonders freue ihn aber der Blick auf die Sedanstraße, bei der die Stadt eine großflächige Veränderung anstrebt – genau so, wie sie es schon vor zwei Jahren als Reaktion auf die kritischen Stimmen rund um die Straße angekündigt hatte. Bislang haben Autos, die über die Braunschweiger Straße und die Wörthstraße die Sedanstraße kreuzen, Vorfahrt. Geht es nach der Verwaltung, soll sich das bald, eventuell noch dieses Jahr, ändern. Künftig sollen die Radfahrerinnen und Radfahrer Vorrang haben – eine Überlegung, die aus Sicht Nitsches „auf alle Fälle“ zur Sicherheit des Radverkehrs beitragen würde. „Das sehen wir sehr positiv“.

Polizei wertet die sechs Straßen als nicht gefährlich

Dass der Eindruck einer „gefährlichen Straße“ meist subjektiv ist, unterstreicht derweil die Hildesheimer Polizei mit Blick auf die sechs von der Leserschaft herausgestellten Strecken. In den vergangenen zwei Jahren kam auf den genannten Straßen zu insgesamt 53 Unfällen mit Fahrrädern und Pedelecs, wie Polizeisprecher Jan Makowski mitteilt. In 41 Fällen trugen die Beteiligen Verletzungen davon, sechs wurden dabei als schwerwiegend eingestuft. Für die Beamtinnen und Beamten stelle das aber keine Besonderheit dar: „Als für Radfahrer besonders gefährlich wird seitens der Polizei keine der Strecken eingestuft“, sagt Makowski.

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