Kreis Hildesheim - Die Corona-Inzidenz im Landkreis Hildesheim ist am Donnerstag auch offiziell über die kritische Marke von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen geklettert und liegt jetzt bei 104,4. Das dürfte in einigen Tagen zu neuen Einschränkungen führen. Nachdem die Landesregierung das Prozedere hier vor einer Woche noch einmal präzisiert hat, hier der aktuelle Überblick zu den Auswirkungen:
Grundsätzlich soll in Niedersachsen ein Landkreis zur Hochinzidenz-Kommune - erklärt werden, wenn der vom Landesgesundheitsamt gemeldete Kennwert an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegt. Weitere Bedingung: Das örtliche Gesundheitsamt, in diesem Fall das des Landkreises Hildesheim, muss feststellen, dass das Überschreiten der 100er-Marke nach seiner Einschätzung von Dauer ist. Bund und Länder haben zuletzt noch einmal bekräftigt, dass die Landkreise die Notbremsen-Regelung konsequent umsetzen sollen, nachdem bundesweit einige Kreise ausgeschert waren.
Chaos im Einzelhandel?
Da die amtlichen Inzidenzwerte zugrunde liegen und die Kennzahl am Mittwoch durch einen Übertragungsfehler nur bei 77,2 lag, ist der Donnerstag in dieser Rechnung der erste Tag. Der dritte Tag in Folge wäre, wenn die Inzidenz über 100 bleibt, der Samstag. Ob der Landkreis schon am Wochenende die Einstufung als Hochinzidenz-Kommune vornimmt, ist unklar. Der Landkreis Peine tat dies in einer vergleichbaren Situation vor einigen Wochen, die Region Hannover reagierte erst am Montag.
Letzteres hatte Chaos im Einzelhandel zufolge. Mehrere Geschäfte in und um Hannover öffneten zunächst und verwiesen unter anderem darauf, dass die Region Hannover sich noch nicht offiziell als Hochinzidenz-Kommune deklariert habe. Sie mussten dann im Lauf des Tages wieder schließen, der Ärger war enorm.
Kitas und Schulen
So eine Situation kann bei den Kitas -gar nicht erst entstehen. Die müssten, wenn Hildesheim Hochinzidenz-Landkreis wird, zur Notbetreuung zurückkehren. Nur Eltern mit besonderem Anspruch (systemrelevante Berufstätigkeit, Kind mit Sprachförderbedarf oder vor der Einschulung) könnten ihre Kinder dann noch in Einrichtungen betreuen lassen. Der betrieb von Großtagespflegen wird eingeschränkt.
Um das Ganze planbarer zu machen, hat das Land Niedersachsen festgelegt, dass die Kitas erst am übernächsten Werktag - nach Bekanntgabe in die Notbetreuung zurückkehren sollen. Heißt: Erklärt sich der Landkreis am Samstag oder Sonntag zur Hochinzidenz-Kommune, herrscht ab Dienstag kein regulärer Betrieb mehr. Macht der Kreis diesen Schritt am Montag, ist ab Mittwoch wieder Notbetreuung angesagt.
Analog läuft es bei den Schulen -, was allerdings angesichts der am Montag beginnenden Ferien zunächst keine Auswirkungen hat. Liegt die Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100, gilt ab dem übernächsten Werktag danach, dass nur noch Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen im Wechselmodell wie bisher unterrichtet werden sollen. Alle anderen wechseln wieder komplett ins Homeschooling.
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Handel und Sport
Bleibt die Inzidenz mindestens drei Tage lang über 100, muss auch der Einzelhandel -wieder schließen. Das heißt, Einkaufen nach Terminvereinbarung oder zumindest Hinterlassen der Kontaktdaten im Geschäft (Click&Meet) ist dann nicht mehr möglich, lediglich die Abholung nach Vorbestellung am Eingang (Click&Collect) bliebe erlaubt. Auch diese Regelung soll am übernächsten Werktag nach Feststellen des Hochinzidenz-Status in Kraft treten, analog zu den Regelungen für Kitas und Schulen. Auch Sport für Kinder und Jugendliche - in Gruppen von bis zu 20 Teilnehmern im Freien ist dann nicht mehr erlaubt.
Der Weg zurück
Um diese verschärften Regelungen wieder rückgängig zu machen und damit wieder auf den aktuellen Status zu kommen, muss die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Hildesheim sieben Tage hintereinander -unter 100 liegen, zusätzlich muss das Gesundheitsamt zu der Einschätzung kommen, dass diese Entwicklung von Dauer ist.
