Fahrrad-Service

Ist jetzt die beste Zeit, das Fahrrad fit machen zu lassen? Wovon Kunden in Werkstätten in Stadt und Landkreis Hildesheim derzeit profitieren können

Kreis Hildesheim - Ist der Winter immer noch die beste Jahreszeit, um das Fahrrad wieder fit machen zu lassen? Und wenn ja: Was kostet die Inspektion bei verschiedenen Anbietern in Stadt und Landkreis Hildesheim? Und wie lange muss man derzeit dafür warten?

Der Winter ist die beste Zeit, um das Fahrrad wieder auf Vordermann zu bringen. So hieß es jedenfalls früher. Aber gilt das heute immer noch? Foto: Julia Moras

Kreis Hildesheim - Kalter Wind, nasse oder glatte Straßen und matschige Wege – der Winter schafft in Niedersachsen nicht gerade Idealbedingungen für Fahrradfahrende. Früher war das für viele Menschen Grund genug, lieber ins Auto oder in den Bus zu steigen und das Fahrrad im Keller stehen zu lassen, bis mildere Temperaturen das Radeln wieder angenehmer machen. Aus den Fahrradwerkstätten hieß es dann immer, der Winter sei die beste Zeit, das Fahrrad zur Inspektion zu bringen – frühzeitig, bevor im Frühjahr alle auf die Idee kommen und Kunden wieder wochenlang auf die Wartung ihrer Fahrräder warten müssen. Aber ist das heute, im Zeitalter von E-Bike, Lastenrad und Jobrad-Leasing, immer noch so?

„Das war mal so“, bestätigt Christian Fricke, Inhaber von Dynamo Fahrradideen aus Hildesheim. „Früher mussten wir die Leute noch dazu bewegen, ihr Fahrrad im Winter in die Werkstatt zu bringen, um den Sommer zu entlasten.“ Seit vier oder fünf Jahren sei das aber nicht mehr der Fall und die Werkstatt inzwischen ganzjährig in etwa gleich ausgelastet. Viele Menschen würden das Fahrrad nicht mehr nur in ihrer Freizeit, sondern als alltägliches Verkehrsmittel nutzen, sagt Fricke. „Die brauchen dann einfach ein funktionierendes Fahrrad.“ Zudem würden die Menschen seit dem Aufkommen von E-Bikes und Lastenrädern mehr Geld für ihre Räder ausgeben.

Jobräder müssen zur Wartung

„Man kennt es ja eigentlich vom Auto“, sagt Fricke. „Wenn die Menschen mehr Geld ausgeben, haben sie eine andere Sensibilität für die Instandhaltung.“ Auch nutzten viele Leute mittlerweile sogenannte Jobrad-Leasing-Angebote. „Leute, die ihr Fahrrad über den Arbeitgeber leasen, müssen es einmal im Jahr warten lassen.“ So gäben es die meisten Leasing-Verträge vor. Für eine normale Inspektion brauchen die Zweiradmechaniker von Dynamo im Schnitt eineinhalb bis zwei Stunden, sagt Fricke. Wer sein Fahrrad jetzt zur Inspektion anmelden wolle, müsse sich allerdings noch bis Februar gedulden.

„Wenn jemand ein dringliches Problem hat, etwa mit der Bremse oder dem Licht, sind wir aber deutlich schneller“, betont er. Zwar spielten auch Urlaubs- und Krankheitstage in seinem Team eine Rolle. Grundsätzlich gelte aber: „Wir versuchen, unsere Kunden mobil zu halten.“ Bei Dynamo kostet die Wartung eines normalen Fahrrads 90 Euro. Für Räder mit Motor liegt der Preis bei 100 Euro, Lastenräder kosten in der Inspektion 120 Euro. Wenn neue Ersatzteile benötigt und bestellt werden, müssen Kunden mit einem entsprechenden Aufpreis rechnen. Fricke empfiehlt, sein Fahrrad per Mail zur Inspektion anzumelden. „Es ist sonst für beide Seiten doof, wenn jemand sein Fahrrad anschleppt und wir es nicht aufnehmen können, weil die Werkstatt voll ist.“

Das kostet die Inspektion bei Lucky Bike

Einen ähnlich langen Vorlauf gibt es zurzeit bei Lucky Bike in Hildesheim. Dort müssen Kundinnen und Kunden laut Filialleiter Sven Anders gut einen Monat auf einen Termin warten. „Wer sein Fahrrad dann morgens bei uns abgibt, kann es in der Regel am Abend oder am nächsten Morgen wieder abholen.“ Die Inspektion normaler Fahrräder koste bei Lucky Bike ebenfalls 90 Euro. Wer ein E-Bike zur Wartung bringt, muss mit einem Preis ab 120 Euro rechnen, für Lastenräder kostet die Inspektion 140 Euro. Auch hier gilt: „Wenn im Rahmen der Reparatur noch was auffällt, kann es mehr werden.“ Wer allerdings für sein Fahrrad eine Wertgarantie abgeschlossen habe, müsse für Verschleißteile nicht extra zahlen. Die Preise für eine solche Wertgarantie seien gestaffelt. Für Fahrräder bis 3000 Euro zahlen Kunden 99 Euro im Jahr. Bei einem Preisrahmen von 3000 bis 4000 Euro sind es 129 Euro und bei einem Einkaufspreis zwischen 4000 und 5000 Euro zahlen Kunden 149 Euro jährlich. Ein Angebot, das sich laut Anders durchaus lohnt: „Wenn du einmal im Jahr bei einem E-Bike den Antrieb machst, bist du ja schon bei 300 Euro“, betont er. Die Wertgarantie versichere Räder auch gegen Diebstahl und biete im Fall einer Panne einen Pick-Up-Service.

Schneller an einen Termin zur Inspektion kommt man derzeit bei Profile Beining in Eime. „Wir haben aktuell etwa eine Woche Vorlauf“, sagt Maximilian Beining. „Sie können das Fahrrad jederzeit bringen und eine Woche später wieder abholen“, sagt er. Im Sommer könne es dagegen durchaus vorkommen, dass man vier bis sechs Wochen auf sein Rad warten müsse. Für E-Bikes gibt es die Inspektion bei Profile Beining ab 124,90 Euro. „Bei normalen Rädern sind wir bei 79,90 Euro“, sagt Beining. Kunden, die ihre Räder in dem Geschäft in Eime gekauft haben, erhielten jedoch 20 Prozent Preisnachlass. „Das gilt für alle Reparaturen“, sagt Beining.

Noch schneller nach Umbau

Ähnlich schnell geht es in Sachen Termine aktuell im Fahrradhaus Emmel in Himmelsthür. „Wir können derzeit sofort reagieren“, sagt der Inhaber Christian Emmel. „Durch den Umbau letztes Jahr sind wir sowieso schneller geworden und konnten im Laufe der Saison innerhalb einer Woche reagieren, während wir in der Pandemie noch drei bis fünf Wochen Vorlauf hatten“, sagt er. Jetzt seien es in der Regel zwei bis drei Tage. „Wenn nicht irgendwelche Teile fehlen.“ Zu seinen Preisen wollte sich Emmel öffentlich nicht äußern. „Wir haben mit jedem Kunden eine Dialogannahme“, sagt er.


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