Aus der Traum für Ostend-Bewohner

Kein Bahnübergang für Hildesheims Ostend: Diskussion zu neuen Lösungen beginnt

Hildesheim - Jahrelange Hoffnungen enden mit der Absage der Deutschen Bahn beim Thema Übergang Goethestraße. Nun soll es alternativ zur Ortsratssitzung am Montag ein eigenes Informationsangebot der Stadt geben. Um was es dabei auch gehen wird.

Aus der Traum: Einen Übergang über die Bahnlinie ins Ostend-Quartier wird es wohl nicht geben. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Dass das Thema Bahnübergang ins Ostend nun Geschichte ist, dürfte in der Oststadt für Aufregung bei den Anwohnern und Anwohnerinnen sorgen. Kein Wunder also, dass Oststadt-Ortsbürgermeisterin Sabine Sonnenberg nun nach einer Lösung für die Ortsratssitzung am Montag, 13. November, sucht, weil sie davon ausgeht, dass sehr viele Interessierte kommen werden. Weit mehr, als die Räumlichkeit im Ostend, der Schlafladen, es überhaupt zulässt.

„Ich will verhindern, dass ein doppelter Frust entsteht, durch die Nachricht selbst, dass der Übergang nicht kommen wird, und dass man nicht darüber diskutieren kann“, teilt Sonnenberg der HAZ mit. Deswegen hat sie vor dem Wochenende noch mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen, um eine Lösung zu finden. „Eine andere Räumlichkeit zu finden, war so kurzfristig nicht möglich“, sagt sie. Nun gibt es in Kürze einen eigenen Informationstermin, den die Stadtverwaltung in der ersten Dezemberhälfte anbieten wird. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest.

Sitzung am Montag in zu kleinen Räumen

In der Ortsratssitzung am Montag geht es ab 18.30 Uhr zwar auch um das Ostend-Quartier, aber „wir wollen mehr Raum und Zeit für die Auseinandersetzung mit dem Thema haben“, sagt Sonnenberg. Nach mehr als zehn Jahren Planung ist Stadtbaurätin Andrea Döhring „recht verzweifelt“ mit der Nachricht von einem Gespräch mit der Deutschen Bahn nach Hildesheim zurückgekehrt, weil ihr unmissverständlich mitgeteilt wurde, dass es keinen Bahnübergang geben wird.

Für viele Anlieger, die genau mit dieser Erwartung ins neue Ostendquartier gezogen sind, dürfte damit ein Albtraum wahr werden. „Für viele war dieses Versprechen, dass es diesen Übergang zur Goethstraße geben wird, die Voraussetzung, dort zu mieten oder zu bauen“, sagt Sonnenberg.

„Kein neuer Klingeltunnel“

Umso drängender sei es nun, die neue Lage zu bewerten und damit auch die Möglichkeiten, die noch bleiben. Dazu zählt auch die Option, zumindest eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer anzuschieben. Doch die dürfe kein „neuer Klingeltunnel oder eine Angststrecke wie die Zugänge zum Stadtfeld“ werden, betont die Ortsbürgermeisterin.

Und sie mahnt an, dass nun „endlich die Gespräche mit den Vertretern der Kleingartenkolonie zum Abschluss gebracht werden“, in denen es darum geht, einen weiteren Zugang zum Ostend über die Kleingartenanlage in Richtung B 6 zu erreichen.

Unterführung für Frankenstraße?

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) und die DB-Tochtergesellschaft DB Netz haben Döring bei deren Termin erklärt, dass sich das Unternehmen beim Thema Bahnübergänge künftig neu aufstellen wird: Die Übergänge werden als Sicherheitsrisiko bewertet und sollen nach Möglichkeit abgerissen werden. Das könnte auch die Frankenstraße betreffen.

Damit steht nun ein weiteres langfristiges Vorhaben für die Oststadt im Raum: eine mögliche Unterführung. Die würde zwar von den Kosten her von der DB Netz übernommen werden, doch die Planung und der Bau so einer an die 180 Meter langen Unterführung würde eine erhebliche Belastung für die Anlieger in der Oststadt bedeuten.

Das Beispiel Sarstedt

Wie so eine Baumaßnahme aussehen könnte, kann man sich an einem relativ frischen Beispiel in Sarstedt vor Augen führen. Dort ist vor einiger Zeit die neue Unterführung in Richtung Ruthe freigegeben worden.

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