Offener Brief vor Ortsratssitzung

Keine Parkplätze in der Hildesheimer Dammstraße mehr? Besorgte Geschäftsleute wenden sich an die Politik

Hildesheim - Zwei Jahre Baustelle in der Dammstraße – und dann sollen auch noch Parkplätze gestrichen werden? Die Überlegungen der Stadt bereiten den Händlern Sorgen. Nun wenden sie sich an Oberbürgermeister und Ortsrat.

Um die Parkplätze an der Dammstraße gibt es Streit. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Die Verwaltung hat die Idee ins Gespräch gebracht, die Parkplätze gegenüber dem Museum in der Dammstraße zu streichen, um Fußgängern und Radfahrern mehr Platz zu verschaffen. Ansässige Geschäftsleute wenden sich nun in einem Brief, der der Redaktion vorliegt, an den Oberbürgermeister Ingo Meyer und die Ratsfraktionen. Die Händler wollen sich außerdem am Mittwoch im Ortsrat Stadtmitte/Neustadt äußern. Auch dort steht das Thema auf der Tagesordnung.

Als „Interessengemeinschaft Dammstraße“ erklärt die Gruppe in dem Brief, dass die Parkplätze unverzichtbar seien. Ihre „Lebensgrundlage“ und ein „Nahversorgungszentrum“ würden durch den Wegfall zerstört, ihnen der „Boden unter den Füßen weggerissen“. Die Verwaltung argumentiert, dass die Parkplätze dort rechtlich ohnehin nie hätten sein dürfen. Unter anderem engen sie Menschen mit Gehhilfen oder Kinderwagen auf dem Fußweg zu sehr ein, der Radverkehr habe nicht genug Sicherheitsabstand.

Das wünschen die Geschäftsleute

Der Alternativvorschlag der Interessengemeinschaft: „Die faktische Fahrradstraße, die auf der Innerste Brücke geplant ist, sollte bis zur Burgstraße verlängert werden. Hierfür müsste der Verkehr z.B. durch ein Anlieger-frei-Schild reduziert werden. Am besten, bevor sich der Verkehr durch die Öffnung der Brücke, wieder an die alten Wege gewöhnt.“ Genauso könne auch ein Ortsratsbeschluss von 2022 für eine Tempo 30-Zone wiederaufgenommen werden. Der Radfahrstreifen würde dadurch überflüssig werden.

Geschäftsleute planen auch in der Ortsratssitzung am Mittwoch ihr Anliegen vorzubringen. Eine von ihnen ist Rocio Ahrens, die die Konditorei Torten-Phantasien in der Dammstraße betreibt. Sie will den Ortsratsmitgliedern dann erklären, warum sie auf den Parkplatz vor ihrer Tür angewiesen ist. „Ich möchte sehen, wie jemand aus der Verwaltung eine fünfstöckige Hochzeitstorte mit dem Fahrrad ausliefert, ohne die Kühlkette zu unterbrechen.“

Diskussion setzt sich im Ortsrat fort

Sie weiß auch von ihren Nachbarn, dass sie ähnliche Bedenken haben. So brächten Kunden der Wäscherei nebenan Matratzenbezüge, die zwei mal zwei Meter groß seien. „Das geht nicht mit dem Fahrrad.“ Und wenn jemand beim Friseur 200 Euro ausgebe, wolle diese Person sicher auch nicht direkt danach durch den Regen radeln. In dem Brief erklären sie, dass die Sperrung der Straße schon „erhebliche Umsatzeinbußen“ verursacht habe. Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD) kündigt gegenüber der HAZ an, dass die Anwohnenden in der Sitzung zu Wort kommen sollen dürfen.


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