Verkehr

Kommen die Pop-Up-Radwege zurück? Verwaltung prüft zwei Hildesheimer Straßen

Hildesheim - Werden im Sommer Fahrbahnen zu Radwegen umgewidmet? Der Arbeitskreis „Hildesheim will Rad fahren“ schlägt das in einem offenen Brief vor. Das Rathaus prüft mehrere Ideen.

So sah der Pop-Up-Radweg an der Marienburger Straße in Hildesheim 2021 aus. Foto: Chris Gossmann (HAZ-Archiv)

Hildesheim - Auch in diesem Jahr heißt es im Sommer wieder: Stadtradeln. Im Juni startet in Hildesheim der freundschaftliche Gruppenwettbewerb um die meisten Fahrrad-Kilometer. Mehr als 2500 Radelnde legten 2022 in der Stadt gut 400 000 Kilometer zurück.

Im Vorfeld der diesjährigen Ausgabe hat der Arbeitskreis „Hildesheim will Rad fahren“ der Stadt unter anderem vorgeschlagen, an zwei großen Straßen sogenannte Pop-up-Radwege einzurichten – und die Stadtverwaltung scheint den Vorschlägen grundsätzlich offen gegenüberzustehen.

2021 bereits Erfahrungen mit Pop-up-Radwegen gesammelt

„Nach wie vor unterstützen wir als aktive Radfahrer dieses jährlich wiederkehrende, schöne Ereignis“, schreibt Michael Paul vom Arbeitskreis in einem offenen Brief unter anderem an die Verwaltung. Aber: „Uns fehlen in der Aktion für Hildesheim die regionale Besonderheit und regionale Aufbruch-Signale.“

Dabei hat die Stadt in der Vergangenheit durchaus schon mit Pop-up-Radwegen experimentiert. 2021 wurde ein Teil Auto-Fahrbahn auf der Marienburger Straße mit Absperrbaken zu einem vorübergehenden Radweg umgebaut. Mit solchen geschützten Radwegen könne eine Kommune „schnell und günstig Platz für komfortablen Radverkehr schaffen“, schreibt Paul.

Arbeitskreis schlägt zwei Routen vor

Für 2023 schlägt der Arbeitskreis zwei Routen vor: Die Zingel zwischen Hindenburgplatz und Einumer Straße (570 Meter) sowie die Alfelder Straße zwischen Vier Linden und Steinbergstraße (670 Meter). „Diese Straßen sind mehrspurig“, schreibt Paul. „Jeweils eine Spur kann ohne extremen Aufwand als Pop-up-Radweg ausgestaltet werden.“

Auf HAZ-Anfrage widerspricht Stadtsprecher Helge Miethe dieser Einschätzung nicht grundsätzlich. Ganz im Gegenteil: „Aus unserer Sicht wurden in dem Brief gute Vorschläge gemacht.“ Aktuell würden die von Paul vorgeschlagenen Routen geprüft. Aber nicht nur dieser Vorschlag.

Auto-Parkplätze künftig für Fahrräder?

Der Arbeitskreis möchte neben den neuen Radwegen auch Parkplätze für Autos für die Dauer des Stadtradelns umwidmen. „Auf einen Pkw-Abstellplatz finden so etwa sechs Fahrräder Platz“, schreibt Paul. Auch das wird laut Miethe geprüft.

Aber nicht nur Vorschläge des Arbeitskreises „Hildesheim will Rad fahren“ zu einer fahrradfreundlicheren Stadt landen im Rathaus. In der Stadtradel-App gibt es die sogenannte Radar-Funktion, mit der alle Teilnehmenden Verbesserungen einbringen können – etwa zu ungünstigen Ampelschaltungen oder gefährlichen Streckenabschnitten. Ob die Stadt auch in diesem Jahr wieder Vorschläge auf diesem Weg entgegennehmen werde, sei noch nicht entschieden.

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