Thomas Oelker geht Ende des Jahres

Kurbetrieb Bad Salzdetfurth vor weitreichenden Veränderungen – dieser neue Geschäftsführer übernimmt mitten im Prozess

Bad Salzdetfurth - Vor dem Kurbetrieb Bad Salzdetfurth stehen weitreichende Veränderungen. Es geht insbesondere um das Solebad. Das ist baufällig und müsste für viel Geld saniert oder neu gebaut werden. Mitten im Prozess geht der Geschäftsführer von Bord. Jetzt steht fest, wer im Kurbetrieb seine Nachfolge antreten wird.

Der Kurbetrieb Bad Salzdetfurth steht vor einschneidenden Veränderungen, insbesondere mit Blick auf das Solebad werden kommendes Jahr weitreichende Entscheidungen gefällt werden müssen - mit einem neuen Mann an der Spitze. Foto: Michael Vollmer

Bad Salzdetfurth - Der Kurbetrieb Bad Salzdetfurth soll für die Zukunft auf solide Füße gestellt werden. Weitreichende Entscheidungen müssen dafür im kommenden Jahr gefällt werden. Es geht insbesondere um das Solebad. Das ist baufällig und müsste für viel Geld saniert oder neugebaut werden. Und auch das über 100 Jahre alte Gebäude des Kurzentrums hat dringenden Modernisierungsbedarf. Und mitten in dem Prozess geht Ende des Jahres der Geschäftsführer von Bord. Thomas Oelker wechselt zur Samtgemeinde Leinebergland und übernimmt dort die Leitung des Bauamtes. Jetzt steht fest, wer im Kurbetrieb seine Nachfolge antreten wird.

Sechs Kandidaten

„Zum richtigen Zeitpunkt“, betont Aufsichtsratsvorsitzender Werner Preissner. Denn wenn der Zug erst einmal ins Rollen gekommen sei, sei es schwierig den Fahrer auszutauschen. Dennoch bedauerte er, dass Oelker das Unternehmen verlasse. „Wir hätten gerne mit ihm weitergearbeitet, haben aber vollstes Verständnis für seine Entscheidung“, so Preissner. Vor drei Monaten hat Oelker den Aufsichtsrat über sein Ausscheiden informiert. Aufgrund der besonderen Situation habe sich eine vierköpfige Findungskommission unmittelbar an die Arbeit gemacht, mit in Frage kommenden Frauen und Männern zu sprechen, die den Chefposten im Kurbetrieb übernehmen könnten. Landrat Bernd Lynack, Bad Salzdetfurths Bürgermeister Björn Gryschka, Preissner und sein Stellvertreter Andreas Koschorrek haben insgesamt sechs geeignete Personen auf ihrer Liste gehabt. Einstimmig hat sich der Aufsichtsrat auf Frank Hasse geeinigt.

Der 56-Jährige ist im Landkreis und insbesondere auch in Bad Salzdetfurth kein Unbekannter. Aktuell ist er noch Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion, zuvor war er 40 Jahre lang in der Kreisverwaltung auf verschiedenen Positionen tätig. Nebenberuflich hat er sich in jüngeren Jahren zudem in Bad Salzdetfurth getummelt: „Zeitweise als Geschäftsführer der ehemaligen Diskothek Shout“, verrät Hasse. Manch einem werde er in der Kurstadt wohl schon das eine oder andere Bier gezapft haben. In Bad Salzdetfurth habe er auch seine erste eigene Wohnung bezogen. „Zu der Stadt habe ich seitdem immer eine besondere Beziehung gehabt“, sagt Hasse, der derzeit in Heyersum wohnt, sich künftig zusammen mit seiner Frau aber Richtung Bad Salzdetfurth orientieren wolle. „Um mittendrin zu sein“, erklärt er. Gerade auch mit Blick auf seinen neuen Posten. „Die Region muss insgesamt gedacht werden, wenn sie sich im Tourismus weiterentwickeln will“, ist Hasse überzeugt. Solebad und Kurbetrieb seien ein Baustein, es gehe aber um mehr. „Das ist in den Köpfen angekommen. Wir haben eine Arbeitsgemeinschaft Tourismus in der Stadt gegründet, die sich um das Thema kümmert“, erklärt Koschorrek, der auch Stadtratsmitglied ist. So seien zum Beispiel die ins Stocken geratenen Pläne rund um den Bike- und Outdoorpark nun auf der Ziellinie.

Gut vernetzt

Es ist nicht seine besondere Beziehung zur Kurstadt gewesen, die den Ausschlag für Hasses Einstellung gegeben habe, stellt Preissner klar. Hasse hat neben seiner Verwaltungs- und Gastronomiezeit auch Erfahrungen in der Tourismusbranche gesammelt, ist gut in der Politik in Richtung Land und Bund vernetzt.

Neben Preissner, der die SPD-Fraktion im Kreistag führt, Landrat Lynack und den beiden Stadtratsmitgliedern Gustav Beckmann und Jürgen Hake (alle Aufsichtsrat) ist Hasse nun der fünfte Sozialdemokrat in der Leitungsriege des Kurbetriebs, Vorgänger Oelker hat das CDU-Parteibuch in der Tasche. „Parteipolitik bleibt hier aber außen vor“, sagt Koschorrek, der für die CDU im Stadtrat und im Kreistag sitzt. Es gehe ausschließlich um die Zukunft des Kurbetriebes.

Und für die stehen drängende Entscheidungen an. Vor denen hat Hasse aber keine Angst, „nur Respekt“, sagt er und zeigt sich optimistisch. „Wir schaffen das“, sagt er mit Blick auf Zahlen und Prognosen. „Gesellschafter, Mitarbeiter und Bürger dürfen zu Recht erwarten, dass wir unsere Entscheidungen vorstellen“, so Koschorrek. Geplant ist das für das kommende Frühjahr.

Appell an die Politik

Und wie fühlt sich Oelker damit, ausgerechnet jetzt zu gehen? „Schon komisch“, räumt er ein. Immerhin lägen fünf sehr intensive Jahre hinter ihm, „und mir sind hier alle ans Herz gewachsen.“ Einen Appell richtete er zum Abschied noch an die Politik, die sich dringend mit dem Fördersystem beschäftigen müsse: In den aktuell kurzen Förderzeiträumen sei es möglich, „Parkbänke aufzustellen, aber keine Bäder zu bauen.“

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