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Auch beim M’era Luna in Hildesheim ziehen die Eintrittspreise an – das sind laut den Veranstaltern die Gründe

Hildesheim - Das Mega-Treffen der schwarzen Szene in Hildesheim bleibt, doch die Kosten verändern sich. Das sind die Gründe laut Veranstalter.

Ohren auf, Arme hoch: Das M’era-Luna-Publikum hat im vergangenen Jahr große Begeisterung bei dem Festival auf dem Hildesheimer Flugplatz-Gelände gezeigt. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Die Preisspirale dreht sich überall. Auch für Festivals müssen Musikfans jetzt immer öfter viel tiefer in die Tasche greifen. Um bis zu 15 Prozent haben die Ticketpreise im Durchschnitt angezogen, so hat der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft errechnet. Auch vor dem M’era Luna, dem größten Treffen der schwarzen Szene in Deutschland, welches jährlich bis zu 25000 Menschen nach Hildesheim lockt, macht diese Entwicklung nicht Halt.

„Pandemie als Katalysator“

Schon im August vergangenen Jahres kündigte das „M’era Luna“-Team an, dass dieses Jahr die Karten in allen Kategorien teurer würden. „Die Pandemie hat auch hier wie ein Katalysator gewirkt“, heißt es in dem Text mit dem Titel „Die Reise der Ticketpreise“ auf der Internet-Seite des bekannten Festivals.

2022 war das noch nicht zu spüren. Zwei Jahre in Folge, 2020 und 2021, hat FKP Scorpio, Veranstalter des Festivals und somit besagtes „M’era Luna“-Team, das Festival wegen der Corona-Gefahr absagen müssen. 2022 hoffte man, die Fans bei der Stange zu halten. Viele hatten nämlich ihre längst besorgten Tickets einfach behalten.

Kalkulation von 2019 passt nicht mehr

Deswegen fand im vergangenen Jahr ein M’era Luna unter nicht wirklich realen Kosten statt – nämlich nach der Kalkulation von 2019 mit den Preisen von 2022. Die Erklärung lautete seinerzeit so: „Dieses Jahr haben wir die Augen noch verschlossen und sind mit allen Konsequenzen durch diese Situation gegangen, weil wir es euch seinerzeit versprochen haben. Doch im kommenden Jahr können wir das so nicht mehr leisten.“

Die Erhöhung wurde seinerzeit also schon klipp und klar angekündigt. In der Konsequenz und in exakten Zahlen heißt das: Ein Wochenendticket bei M’era Luna kostet in diesem Jahr bis zu 139 Euro, je nachdem, wie früh man es kauft. Im Vorjahr war es noch inklusive Versand für insgesamt 113,75 Euro zu haben. Tageskarten schlagen diesmal schon mit 90 Euro zu Buche. Grund für den Anstieg sind gestiegene Kosten „über alle Produktionsbereiche hinweg“, wie Jonas Rohde, Head of Communications bei FKP Scorpio, erklärt. Das sei nicht wenig: „Und zwar um 45 Prozent im Vergleich zu vor der Pandemie.“

Vermehrter Personalmangel

Die Gründe seien vielfältig: Personalmangel in Folge der Pandemie, gestiegene Energie- und Rohstoffpreis in Folge des Krieges in der Ukraine, die Inflation. Die gestiegenen Gagen für Bands und Künstler sind da noch nicht einmal einberechnet.

Im Vergleich kommen Fans sogar noch günstig auf ihr Festival. Wer Rock am Ring drei Tage lang erleben wollte, musste bis zu 300 Euro für einen Camping-Platz zahlen. Auch für das Wacken Open Air wurde dieses Jahr der Betrag fällig – wobei die Veranstalter dort darauf verweisen, dass das Heavy-Metal-Festival dieses Jahr vier statt drei Tage ging. Zumindest bei Rock am Ring haben sich Preise mutmaßlich schon auf die Ticket-Verkäufe niedergeschlagen. 75000 Menschen zählten die Veranstalter dort. 15000 weniger als im Vorjahr.

Vorverkauf positiv

Die Verantwortlichen bei FKP Scorpio können so eine Entwicklung nicht vermelden. „Der Vorverkauf läuft positiv, wir steuern trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen auf ein fast ausverkauftes Festival zu“, erklärt Rohde. Ausverkauft gilt die Veranstaltung auf dem Flugplatz bei 25000 Personen.

Rohde führt das auf die transparente Kommunikation zurück. Die Gäste wüssten, „woher die höheren Preise kommen und dass wir nur einen Bruchteil der real gestiegenen Kosten an sie weitergeben“. Den Markt für Live-Entertainment sieht das Unternehmen deswegen nicht in Gefahr. Personalmangel könne FKP Scorpio „glücklicherweise auffangen, da wir schon lange im Geschäft und dementsprechend gut vernetzt sind“.

Veranstalter großer Festivals

Die GmbH mit Sitz in Hamburg richtet unter anderem noch das Hurricane, den Deichbrand und den Elbjazz aus. Dass die Ticketpreise für große Festivals bald wieder sinken, glaubt Rohde hingegen nicht: „Wir rechnen in der absehbaren Zukunft nicht mit einer Entspannung des Preisniveaus.“

Diese Bands stehen auf den beiden Bühnen in Hildesheim:

VV, Within Temptation, In Extremo, Project Pitchfork, Subway to Sally, Joachim Witt, Peter Heppner, London After Midnight, L’Âme Immortelle, Hocico, The 69 Eyes, De/Vision, Solar Fake, Diary of Dreams, Letzte Instanz, Agonoize, Amduscia, Gothminister, Megaherz, Tanzwut, Ashbury Heights, Neuroticfish, Antiage, Girls unter Glass, Frozen Plasma, Eisfabrik, Rabia Sorda, Melotron, Absolute Body Control, Dragol, She Hates Emotions, Mono Inc., Heldmaschine, Rave The Reqviem, Wisborg, Manntra, Versus Goliath, A Projection, Blitz Union, Intent:Outtake.

So kommt man an Karten

Das M’era-Luna-Festival findet am Wochenende 12. und 13. August auf dem Flugplatz Gelände in Hildesheim-Drispenstedt statt. Das derzeitige Line-Up, Tickets und alle Infos gibt es auf der Festival-Webseite www.meraluna.de.

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