Hildesheim - Schon seit mehreren Tagen waren die Werbefolien entfernt, und wer am Eckgebäude Hoher Weg/Andreasplatz vorbeiging, ahnte: Bald würde es wohl losgehen mit dem Verkauf. Am Samstag, 1. April, ist es nun soweit: Das Modehaus SiNN öffnet um 9.30 Uhr seine Türen. „Eine leise Eröffnung“ nennt SiNN-Regionalleiter Lutz Hockemeyer das, ohne Pomp, große Feier und geladene Gäste. Das soll voraussichtlich am 25. April noch nachgeholt werden.
Bis dahin soll sich das Hildesheimer Team des Modehauses „eingrooven“, in den kommenden Tagen wird das Angebot durch einige Marken ergänzt. Und SiNN sucht auch noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den neuen Standort.
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Immobilie stand seit 2019 leer
Seit 2019 hatte die Immobilie in bester Innenstadtlage nach dem Auszug von H&M leer gestanden, ehe die gute Nachricht vom neuen Mieter die Runde machte. Mit einer Verkaufsfläche von 2200 Quadratmetern liegt der Hildesheimer Standort in einem Größenbereich, für den sich das Unternehmen früher gar nicht interessiert hätte, hatte Hockemeyer Ende Dezember erklärt, nachdem die Übernahme der Immobilie offiziell bestätigt war.
Auch die Größe der Stadt wäre damals zu klein gewesen, als eine Stadt schon mindestens Hannover-Größe hätte haben müssen, um bei der Expansionsabteilung ins Visier zu geraten. Doch mittlerweile geht man bei SiNN verstärkt davon aus, dass die schiere Größe nicht über den Erfolg entscheidet. Kleiner und feiner, laute die Devise.
Und auch lokal denken sie bei der Kette: Das Unternehmen sucht am jeweiligen Standort durchaus den Kontakt zu anderen Einzelhändlern und will nicht als Filialist außen vor bleiben. Als deutliches Zeichen dieses Ansatzes ist auch der bereits erfolgte SiNN-Beitritt zur hiesigen Werbegemeinschaft Freundliche Hildesheimer zu verstehen.
Interessierte Kundschaft
Am Freitag hatte der extra engagierte Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes tagsüber immer wieder gut zu tun, interessierten Hildesheimerinnen und Hildesheimern freundlich zu erklären: Nein, heute leider noch nicht, kommen Sie doch morgen wieder. Seit 4 Uhr morgens waren die Beschäftigten zwischen Untergeschoss und oberen Etagen unterwegs, um Kleidung zu hängen, zu legen, ins rechte Licht zu rücken.
Historisches Kellergewölbe
Apropos Untergeschoss: Dort fällt in einer Ecke ein rechteckiges Glasfenster auf. „Das haben wir nach Absprache mit der Stadt eingesetzt,“ erklärt Hockemeyer. Wer dann davor steht, kann nun beim Shoppen auch noch in den Hildesheimer Untergrund schauen. „Vom Gebäude Hoher Weg 29-31 schließt sich im Untergeschoss unmittelbar ein historischer Gewölbekeller an, der seit vielen Jahren nicht zugänglich war“, erklärt Stadtsprecherin Jasmin Weprik. „Unsere Denkmalschützerin hat die Firma SiNN darauf aufmerksam gemacht und sie haben gemeinsam die Öffnung zum Keller freigelegt.“




