Vorbereitungen laufen

Modellkommune in Hildesheim: So viele Läden sind bisher angemeldet

Hildesheim - Donnerstag startet das Modellprojekt in der Innenstadt – wie viele schon dabei sind, wie viele es sein könnten und warum Theater und Kino nicht mitmachen.

Bringt das Modellprojekt „Öffentliches Leben trotz Corona“ mehr Leben in die Hildesheimer Fußgängerzone? Foto: Chris Gossmann (Archiv)

Hildesheim - Am kommenden Donnerstag, 15. April, geht es los. Dann wird ein negativer Coronatest zur Eintrittskarte für den Besuch von Geschäften und Außengastronomie in einem festgelegten Projektgebiet in der Innenstadt. Der Modellversuch, an dem neben Hildesheim noch einige andere niedersächsische Städte teilnehmen, soll drei Wochen dauern – wenn nicht noch ein Lockdown dazwischenfunkt. Die Vorbereitungen laufen. Bis Sonntag haben sich laut Stadt-Sprecherin Jasmin Weprik 35 Geschäfte und Gastronomiebetriebe angemeldet.

Ungefähr 250 Läden und Gastronomiebetriebe im Projektgebiet

Wenn das Modellprojekt „Öffentliches Leben trotz Corona“ am Donnerstag startet, bedeutet das noch nicht den finalen Anmeldeschluss – weitere Unternehmen können auch danach noch dazustoßen. Weprik schätzt, dass es im Projektgebiet ungefähr 250 Geschäfte, Gaststätten und Co. gibt – da sind auch die eingerechnet, die sowieso öffnen dürfen, zum Beispiel Supermärkte.

Das ist aber die Minderheit. Die Betreiber aller anderen Läden stehen nun vor der Wahl: Sollen sie sich am Projekt beteiligen – oder lieber auf das jetzt auch wieder mögliche Click & Meet setzen, also Kunden mit festen Terminen empfangen. Senab Özkan, die Vorsitzende der Werbegemeinschaft „Die Freundlichen Hildesheimer“, muss nicht lange überlegen, welchen Weg sie den Händlern und Gastronomen empfiehlt: „Auf jeden Fall beim Modellprojekt mitmachen. Das ist eine tolle Chance, drei Wochen Planungssicherheit zu bekommen“, sagt sie. „Wann hatten wir die im Laufe des letzten Jahres schon? Meist war doch nach fünf Tagen wieder alles anders. Ich würde mittlerweile alles tun, um wieder mehr Leben in die Stadt zu bekommen.“ Özkan selbst muss sich indes nicht entscheiden. Das Handelshaus Schlegel, dessen Mitinhaberin sie ist, darf ohnehin geöffnet bleiben.

Keine konkurrierenden Systeme, sondern Alternativen

Dass ab Donnerstag zwei Systeme parallel in der Innenstadt gelten – hier die Betriebe im Rahmen der Modellkommune, dort die Anbieter von Click & Meet mit festen Terminen – sieht die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann nicht als Konkurrenz, sondern als ergänzende Alternativen. Der Landkreis habe nach der jüngsten Entwicklung der Inzidenzwerte gar keine Wahl gehabt, ob er Geschäftsöffnungen mit Terminvergabe wieder zulässt. Sonst hätten Händler klagen können.



Auch Oberbürgermeister Ingo Meyer sieht kein Problem in dem Nebeneinander beider Systeme. „Meinem persönlichen Einkaufsverhalten kommt das Modellprojekt entgegen“, verriet er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zu den Details des Vorhabens. „Dann kann ich flexibel von einem Geschäft ins andere gehen und muss mich nicht nach festen Terminen richten.“

Warum Theater und Kino nicht dabei sind

Gern hätte er das Theater und das Kino dabei gehabt, die knapp außerhalb des Projektgebietes liegen. Das hätte ohne Probleme um einen Schwenk erweitert werden können. Doch das Theater sei nach dem schweren Wasserschaden noch nicht so weit gewesen, erläutert Meyer. Und für das Kino hätte sich der Aufwand für den relativ kurzen Zeitraum von drei Wochen nicht gerechnet.

So wird der Einkaufsbummel das zentrale Element des Modellprojektes werden – und vielleicht ein Cafébesuch unter freiem Himmel. Das steht und fällt, wie so vieles, vor allem mit einer Unbekannten: mit dem Wetter.

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