Kreis Hildesheim - Die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine schließt ab dem kommenden Montag, 15. August, bis auf Weiteres zwei Selbstbedienungs-Standorte mit Geldautomaten in Hildesheim ganz und beschränkt die Nutzung von vier weiteren Automaten im Kreisgebiet auf die Öffnungszeiten der Geschäftsstellen, in denen sie sich befinden. Für Algermissen bedeutet das zum Beispiel: Mittwoch und Freitag gibt es kein Geld.
Der Grund ist die jüngste Serie von Geldautomaten-Sprengungen, zum Beispiel am 18. Juli in der Sparkasse von Harsum. Dort war nach einer Explosion der gesamte Vorraum verwüstet, es entstand ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe. Ähnliche Taten gab es im Kreis Peine in Edemissen und Gadenstedt. In Holle wurden im Mai 2021 ebenfalls zwei Geldautomaten gesprengt.
Von den vorübergehenden Schließungen oder Einschränkungen sind alle SB-Standorte betroffen, über denen sich eine Wohnung befindet. „Die Täter gehen immer skrupelloser vor“, erklärt die Sparkasse. Da gelte es, Leib und Leben von Bewohnerinnen und Bewohnern in den jeweiligen Gebäuden zu schützen. „Die Entscheidung ist alternativlos“, sagt Sparkassen-Sprecherin Elke Brandes, „Menschenleben haben für uns oberste Priorität.“
Standorte in Drispenstedt und Nordstadt geschlossen
Bis auf Weiteres komplett geschlossen bleiben daher die Selbstbedienungs-Standorte in den Hildesheimer Stadtteilen Drispenstedt und Nordstadt. Sie sind jeweils nicht an eine Geschäftsstelle mit regelmäßigen Öffnungszeiten angeschlossen. Nur zu diesen Geschäftszeiten ist außerdem die Nutzung der Geldautomaten in den Foyers von folgenden Standorten möglich: in Algermissen und Hoheneggelsen sowie in den Hildesheimer Stadtteilen Oststadt und Ochtersum. Wenn dort die mit Personal besetzten Filialen schließen, werden die Geldautomaten geleert. Die Terminals für Überweisungen und Kontoausdrucke bleiben zugänglich und sind nur, wie sonst üblich, nachts von 0 bis 6 Uhr geschlossen.
Um Sprengungen in Zukunft zu verhindern, ist die Sparkasse nach eigenen Angaben schon seit geraumer Zeit dabei, die Sicherheitstechnik zu verbessern. So wurden die Geldscheine zum Beispiel durch die Detonation in Harsum eingefärbt und dadurch für die Täter unbrauchbar. Ein anderes mögliches Verfahren verklebt die Geldscheine, doch das ist laut Sparkasse in Deutschland noch nicht zugelassen – im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern.
Zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen geplant
Das Ziel der Sparkasse ist nun, im engen Austausch mit der Kriminalpolizei, Sprenganschläge für die Täter immer unattraktiver zu machen – damit sie schnell merken, dass auf diese Weise nichts zu holen ist. „Wir arbeiten mit Hochdruck an zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen“, berichtet Brandes. Von denen hänge ab, wann die Schließungen wieder aufgehoben werden können.
Sie weist darauf hin, dass eine Versorgung mit Bargeld auch in einigen Supermärkten möglich sei. Im Zuge der Corona-Pandemie habe außerdem das bargeldlose Zahlen erheblich an Bedeutung zugenommen. Aufträge, wie zum Beispiel Überweisungen, könnten über Online-Banking erledigt werden oder telefonisch über das Service-Center erteilt werden. Für weniger mobile Kundinnen und Kunden biete die Sparkasse nach wie vor die Möglichkeit, sich Bargeld zuschicken zu lassen. Sobald ein Ende der Einschränkungen feststeht, will die Sparkasse die Kundschaft auch vor Ort über Aushänge informieren.
„Erhebliche Einschränkung für unsere Kunden“
Neben den sechs Standorten im Kreis Hildesheim sind noch neun weitere in den Kreisen Goslar und Peine betroffen, die auch zum Zuständigkeitsbereich der Sparkasse gehören. Komplett geschlossen bleiben vorerst folgende Selbstbedienungs-Standorte: im Kreis Peine in Bülten, Gadenstedt und in der Gunzelinstraße in Peine, im Kreis Goslar in Altenau, Jerstedt, Ohlhof und in der Breiten Straße in Salzgitter. Nur zu den Öffnungszeiten der angeschlossenen Filialen sind diese Geldautomaten nutzbar: Jürgenohl und Oker, jeweils im Landkreis Goslar.
„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betont Brandes, „denn sie bedeutet eine erhebliche Einschränkung für unsere Kunden an den betroffenen Standorten. Doch leider zwingen uns die Täter derzeit zu diesen drastischen Eingriffen.“
Im Januar 2022 hatte die Sparkasse Hildesheim Goslar Peine ihre Filiale am Dammtor aufgegeben. Im Februar hieß es außerdem, dass die Filiale in Itzum zum Jahresende geschlossen wird.


