Kampf gegen das Coronavirus

Diese Corona-Regeln gelten derzeit im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Die neue Corona-Verordnung des Landes weist vor allem bei der Testpflicht markante Neuerungen auf. Auch für Chöre und Blasorchester gibt es Lockerungen.

Schnell- und Selbsttests spielen nun eine zentrale Rolle im öffentlichen Leben. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Am Montag tritt eine neue Corona-Verordnung in Kraft, die deutliche Öffnungen vorsieht, allerdings einhergehend mit einer deutlich erweiterten Testpflicht mit – mit überraschenden Selbsttest-Regeln. Die Verordnung liegt nun vor.

Getestete, Geimpfte, Genesene

Als negative Tests zählen PCR- sowie qualifizierte Schnelltests (Testzentrum, Apotheke, Arztpraxis), die nicht länger als 24 Stunden zurückliegen und dokumentiert werden. Gültig sind auch aktuelle Schnell- oder Selbsttests vom Arbeitgeber mit Bescheinigung. Ebenso erlaubt sind Selbsttest unter Aufsicht des Betreibers eines Geschäfts, Restaurants oder einer anderen Einrichtung. Der Betreiber muss diesen Selbsttest auf Verlangen des Besuchers dann dokumentieren, er gilt für 24 Stunden in allen anderen Bereichen, wo Testpflicht herrscht. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 14 Jahren sind von der Testpflicht ausgenommen.

Die Selbsttest-Bescheinigung muss Name, Vorname, Geburtsdatum, Adresse der getesteten Person, Name und Hersteller des Tests, Testdatum und Testuhrzeit, Name und Firma der beaufsichtigenden Person sowie Testart und Testergebnis enthalten. Heißt: Bei Selbsttests können Laden-Mitarbeiter, Restaurant-Kellner oder Hotel-Angestellte das negative Ergebnis bescheinigen. Ist der Schnelltest positiv, müssen sie das Gesundheitsamt des Landkreises Hildesheim informieren.



Als doppelt geimpft gelten alle zweimal Geimpften, deren zweite Dosis vor mindestens 14 Tagen verabreicht wurde. Außerdem Menschen, die bereits mit Corona infiziert waren. Liegt die Infektion weniger als sechs Monate zurück, sind die Betroffenen ohne weitere Vorgaben mit doppelt Geimpften und negativ Getesteten gleichgestellt. Den Nachweis bilden eine Dokumentation des positiven PCR-Tests mit Datum sowie eines negativen PCR-Tests danach. Wer vor mehr als einem halben Jahr Corona hatte, muss seither einmal geimpft worden sein, um als geimpft zu gelten und von der Schnelltest-Pflicht befreit zu sein.

Für Kinder und Jugendliche gelten die Schnelltest-Pflichten für Einzelhandel, Gastronomie und so weiter nicht. Es bleibt aber bei den Testpflichten in den Schulen.

Kontaktregeln

Von Sonntag an dürfen sich Mitglieder eines Haushalts wieder mit zwei Personen aus einem anderen Haushalt treffen, wobei Kinder bis 14 Jahren nicht mitzählen. Unter der Notbremse ist nur eine haushaltsfremde Person über 14 erlaubt. Praktisch dürfen damit Paare oder Familien wieder andere Paare und Familien treffen, zum Beispiel auch wieder beide Großeltern eines Familienmitglieds gleichzeitig.

Erleichterungen für Geimpfte und Genesene, für die die strengen Kontaktregeln gelöst werden sollen, treten am Sonntag in Kraft. Geimpfte und Genesene bräuchten künftig keinen negativen Test mehr, wenn sie zum Einkaufen oder zum Friseur gehen. Sie könnten sich im privaten Rahmen ohne Einschränkungen treffen. Geimpfte müssen sich auch nicht mehr an die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen halten, wie sie derzeit noch in der Region Hannover gelten. Quarantäne kann für diesen Personenkreis nur noch in Ausnahmefällen angeordnet werden

Schulen

Alle Jahrgänge kehren am Montag ins Wechselmodell mit geteilten Klassen zurück. In dieser Woche war dies auf Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen beschränkt. Selbst wenn die Inzidenz noch einmal dauerhaft über 100 steigen sollte, bliebe es dabei: Mit einer Woche „Verspätung“ hat sich das Land von seinem eigenen Grenzwert 100 für Schulen verabschiedet und will sich künftig nach der bundesweiten Mindestvorgabe richten, wonach Schulen bis zu einer Inzidenz von 165 geöffnet bleiben dürfen.

Außerschulische Bildung

Präsenzunterricht in Volkshochschulen, Musikschulen und ähnlichen Einrichtungen wird analog zu Schulen wieder erlaubt, also mit halben Gruppen. Personal und Kursteilnehmer müssen sich zweimal wöchentlich testen lassen. Bei praktischem Fahrunterricht ist stets ein Schnelltest vorgeschrieben. Mund-Nasen-Schutz ist Pflicht.

Kitas und Großtagespflege

Alle Kinder dürfen ab Montag wieder in die Kita oder in die Großtagespflege. Die Gruppen können wieder voll besetzt werden,es herrscht keine Notbetreuung mehr. Selbst wenn die Inzidenz noch einmal dauerhaft über 100 steigen sollte, bliebe es dabei: Mit einer Woche „Verspätung“ hat sich das Land von seinem eigenen Grenzwert 100 für Kitas verabschiedet und will sich künftig nach der bundesweiten Mindestvorgabe richten, wonach Kitas bis zu einer Inzidenz von 165 geöffnet bleiben dürfen

Einzelhandel und Baumärkte

Die Pflicht zur Voranmeldung entfällt, ihre Kontaktdaten müssen Kunden allerdings weiter hinterlassen. In der Praxis gibt es damit kaum eine Veränderung, weil sich bisher schon viele Kunden erst an der Ladentür angemeldet haben. Die Pflicht, ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorzulegen, soll aber bestehen bleiben – im Gegensatz zu den Regeln vor der Notbremse, als es diese Pflicht noch nicht gab.

Nach massiven Protesten der Branche – auch von Hildesheimer Händlern – gibt es aber zwei Erleichterungen: Geschäfte mit weniger als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche sind von der Schnelltest-Pflicht befreit werden. Dort ist dafür aber weiter eine Anmeldung notwendig. Zudem sind auch Selbsttests an der Ladentür erlaubt, deren Ergebnis dann bei Bescheinigung durch den Betreiber auch überall sonst gelten soll, wo Schnelltests gefordert sind.

Wer seit mindestens 14 Tagen doppelt geimpft ist oder per Bescheinigung nachweisen kann, dass er eine Corona-Infektion hinter sich hat, ist von der Testpflicht ausgenommen.

Ausgenommen von der Testpflicht sind dabei weiterhin der Lebensmittelhandel (Supermärkte und Discounter), Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte, Gartenmärkte und der Großhandel. Auch Kunden mit Gewerbeschein im Baumarkt müssen weiterhin keine Tests machen.

Gastronomie

Restaurants und Gaststätten dürfen ihre Außenbereiche wieder öffnen, wenn auch aus Abstandsgründen mit reduzierter Kapazität. Die Definition lautet „Gastronomiebetriebe mit Speisenangebot“. Auch hier gilt die Schnelltest-Pflicht. Öffnungen für die Innenräume sind in zwei Wochen möglich. Bars müssen geschlossen bleiben.

Chöre und Blasorchester

Für Bläserensembles und Bläserorchester sowie Chöre ist nur ein Instrumental- und Vokalunterricht im Einzelunterricht oder im Kleingruppenunterricht mit nicht mehr als vier Personen zulässig. Wird unter freiem Himmel geprobt oder geübt, gilt diese Einschränkung nicht.

Nahverkehr

Die Verpflichtung, in Bussen und Bahnen und damit auch in Schulbussen FFP2-Masken zu tragen, wird für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche wieder gestrichen. Eine normale Mund-Nasen-Bedeckung genügt.

Körpernahe Dienstleistungen

Sind wieder komplett erlaubt, zum Beispiel dürfen auch Tattoostudios wieder öffnen. Bedingung ist, das alle Beteiligten durchgehend einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Ist das nicht möglich, ist ein negativer Schnelltest Pflicht.

Theater, Kinos, Veranstaltungen

Außenveranstaltungen sind bis 250 Teilnehmer wieder erlaubt, wenn alle Besucher sitzen und einen negativen Schnelltest nachweisen können. Wie in allen anderen Fällen sind auch hier doppelt Geimpfte sowie Genesene mit negativ Getesteten gleichgestellt.

Zoos und Tierparks

Dürfen neben Außen- auch Innenbereiche wieder öffnen. Für Zoo Hannover und Wisentgehege gilt das aktuell noch nicht, dort sind nur Außenbereiche offen, da die Inzidenz in der Region Hannover erst seit zwei Tagen unter 100 liegt und somit noch die Regeln der Notbremse gelten. Die Schnelltest-Pflicht für Zoo und Wisentgehege würde entfallen, wenn die Inzidenz dauerhaft unter 100 liegt und ausschließlich Bereiche unter freiem Himmel zugänglich sind.

Sport drinnen

Breitensport in Hallen ist unter Einhaltung der Kontaktregeln (ein Haushalt plus maximal zwei Personen aus einem weiteren Haushalt, Kinder bis 14 zählen nicht mit) erlaubt. Duschen und Umkleiden müssen geschlossen bleiben. Auch Kletterhallen und Fitnessstudios dürfen mit strengen Vorgaben öffnen.

Sport draußen

Bis zu 30 Kindern und Jugendliche bis 18 Jahren dürfen in „nicht wechselnden Gruppen“ zusammen Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fußball ausüben. Auch in diesen Fällen müssen Duschen und Umkleiden geschlossen bleiben. Für Erwachsene ist kontaktfreier Sport in Gruppen erlaubt, wenn pro Person zehn Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen oder Mindestabstände von zwei Metern eingehalten werden können. Trainer, Betreuer und erwachsene Teilnehmer müssen einen negativen schnelltest vorweisen. Auch Kletterparks und Minigolf-Anlagen dürfen öffnen.

Schwimmbäder

Bleiben grundsätzlich geschlossen. Aber Gruppenangebote für bis zu 20 Personen, zum Beispiel für Schwimmunterricht, Kurse oder Reha, sind wieder erlaubt. Betreuer und erwachsene Teilnehmer müssen einen negativen Schnelltest nachweisen.

Solarien und Saunen

Solarien werden wieder geöffnet, Bedingung ist ein negativer Schnelltest. Saunen bleiben geschlossen.

Tourismus

Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Hotels, Campingplätze und Jugendherbergen dürfen wieder öffnen, allerdings ausschließlich für Einwohner von Niedersachsen. Urlaub an der Nordsee, in der Heide oder im Harz ist also möglich. Voraussetzung ist ein negativer Schnelltest bei der Anreise und danach zweimal pro Woche. Es gilt, dass maximal 60 Prozent der Kapazität genutzt werden dürfen. Zudem gilt, dass zwischen zwei Gästen in allen touristischen Einrichtungen ein Tag ohne Belegung von Ferienhaus, Ferienwohnung oder Zimmer liegen muss.

Museen und Ausstellungen

Dürfen öffnen, aber mit maximal halber Besucherkapazität und Schnelltest-Pflicht.

Kinder- und Jugendhilfe

Gruppenangebote für bis zu 50 Kinder sind wieder erlaubt. Betreuer müssen sich täglich testen lassen, teilnehmende Kinder zweimal pro Woche.

Wann die Notbremse wieder drohen würde

Sollte die Inzidenz für den Landkreis Hildesheim noch einmal an drei aufeinander folgenden Tagen über 100 liegen, würden erneut die Regeln der Notbremse in Kraft treten.

Anmerkung: Beim Sport gab es noch Klarstellungen und Korrekturen.

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