Corona-Pandemie

Niedersachsen will Schulen im Wechselmodell bis Inzidenz 165 öffnen

Hannover - Ab 10. Mai soll für die meisten Schüler in Niedersachsen wieder Unterricht im Wechselmodell möglich sein – bis zu einer Inzidenz von 165. Die Landesregierung will ihre Pläne für die neue Corona-Verordnung am Dienstag vorstellen.

Ab 10. Mai soll für mehr Schüler in Niedersachsen wieder Präsenzunterricht möglich sein. Foto: Chris Gossmann

Hannover - Niedersachsen will angesichts sinkender Infektionszahlen die strengen Corona-Regeln für die Schulen lockern. Ab 10. Mai soll für die meisten Schüler in Niedersachsen zumindest wieder Unterricht im Wechselmodell gelten. Ausgenommen bleiben die Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 165. Das will die rot-schwarze Landesregierung nach HAZ-Informationen in der neuen Corona-Verordnung festlegen. Damit wäre auch im Kreis Hildesheim trotz Notbremse wieder mehr Präsenzunterricht möglich.

Strengere Regeln als im Bund

Das Kultusministerium wollte sich am Montag auf Anfrage nicht äußern. Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte bereits im April gegenüber der HAZ angekündigt, dass er im Mai Wechselunterricht an allen Schulformen ermöglichen will. Als Voraussetzung nannte der SPD-Politiker, dass die Schnelltests an den Schulen „sicher und verlässlich“ laufen. Dieses Kriterium sei erfüllt, hieß es jetzt aus der Koalition.

Bislang ist in Niedersachsen vorgeschrieben, dass die Schulen bereits ab einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln müssen, obwohl die Bundesnotbremse eine Inzidenz von 165 als Obergrenze ermöglichen würde. Ausgenommen von der strengeren Regelung in Niedersachsen sind nur Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen.

Kreis Hildesheim: Am Montag unter 100

Im Kreis Hildesheim lag die Inzidenz am Montag nach Angaben des Robert Koch Instituts bei 73,6, allerdings greift derzeit die Notbremse. Die Inzidenz für Montag ist für den Landkreis Hildesheim der erste von fünf Schritten aus der Corona-Notbremse des Bundes heraus. Bleibt die Inzidenz bis Freitag durchgehend unter 100, treten die Regeln der Notbremse am Sonntag außer Kraft.



Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank nach Angaben des Robert Koch-Instituts von 101,7 auf 99,5. In 16 der 45 Kreise und Großstädte liegt die Zahl der Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen noch über 100.

Lockerungen für Einzelhandel und Gastronomie

Die Landesregierung will an diesem Dienstag ihre Pläne für die neue Verordnung vorstellen. Nach einem halben Jahr Lockdown sollen die Corona-Beschränkungen in vielen Bereichen gelockert werden. Dies soll in Kreisen und Städten der Fall sein, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz belastbar unter 100 liegt, kündigte die Staatskanzlei am Montag an. Bei mehr als 100 greift die Bundesnotbremse. Die bisherige Verordnung des Landes läuft am 9. Mai aus.



Wie es am Montag aus Regierungskreisen hieß, sind unter anderem Öffnungen im Einzelhandel und in der Gastronomie vorgesehen. Die zunächst geplanten Lockerungen im Tourismusbereich sollen möglicherweise noch einmal verschoben werden. Über Details wird in der Koalition aber offenbar bis zum Schluss gerungen. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gehen demnach die von einigen Ressorts vorgeschlagenen Öffnungsschritte zu weit.

Verbände fordern Öffnungen

Mehrere Tourismusregionen, Verbände und das Gastgewerbe verlangten von der Landesregierung gemeinsam vorsichtige Öffnungen. Der finanzielle Druck auf die Betriebe sei mittlerweile so hoch, dass man jetzt endlich handeln müsse, erklärte der Harzer Tourismusverband am Montag stellvertretend für die Branche.

Von Marco Seng

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