Sarstedet - Die Corona-Inzidenz im Kreis Hildesheim liegt mit 97,2 unter der relevanten 100er-Marke und auch in Sarstedt ist die Zahl der Corona-Infizierten auf 43 gesunken. „Das darf uns nicht beruhigen“, mahnt jedoch Bürgermeisterin Heike Brennecke am Mittwoch in der Sitzung des Corona-Krisenstabs. „Wir haben gesehen, wie schnell, in nur wenigen Tagen, sich die Zahlen aufgebaut haben.“ Vergangene Woche lag der Höchststand bei 58 Infizierten, der höchste Wert unter den Kommunen in der Region Hildesheim. Im Hinblick auf die restliche Karwoche und das Osterfest halten Verwaltung und Polizei die Sarstedter daher an, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb des eigenen Hausstandes auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
Ansammlungsverbot
Nachdem sich der Landkreis vergangenes Wochenende zur Hochinzidenzkommune erklärt hat, sehen die Vorschriften aktuell ohnehin nur einen Haushalt plus eine weitere Person vor, dazugehörige Kinder unter sechs Jahren unbegrenzt. Erst nach sieben Tagen in Folge unter der 100er-Inzidenz geht es zur Allgemeinverfügung davor zurück: also ein Haushalt plus zwei weitere Personen, Kinder unter 14 ausgenommen. Über Ostern fällt das Eier suchen aber definitiv noch in sehr kleinem Kreis aus.
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Fynn Gogol, stellvertretender Fachbereichsleiter des Sarstedter Ordnungsamtes, weist in diesem Zusammenhang auch auf das Ansammlungsverbot vom 2. bis zum 5. April hin, zu dem auch Picknicke und Spaziergänge gehören – „auch wenn die Abstände eingehalten werden“. Unter Ansammlung bedeutet „das Zusammentreffen einer größeren Anzahl von Menschen im Freien oder in geschlossenen Räumen – unabhängig davon, ob die Ansammlung zufällig oder vorbereitet stattfindet und welchen Anlass oder Grund sie hat“. Immerhin: Noch strengere Vorschriften wie nächtliche Ausgangssperren, medizinische Masken für haushaltsfremde Mitfahrer im privaten Auto oder eine Testpflicht erwartet die Bewohner im Kreis Hildesheim nicht.
Viele Verstöße auf Parkplätzen
Für die Polizei Sarstedt bedeuten die Ostertage und das zu erwartende trockene, milde Wetter jedoch Arbeit. „Wir werden intensiv, wenn nicht noch intensiver, kontrollieren“, sagt Sarstedts Polizeichefin Sylke Hanke. So würden Extra-Streifen fahren, die die Einhaltung der Hygienevorschriften überwachten – inklusive Ahndung von Verstößen. Diese registrierten die Beamten übrigens am häufigsten auf Supermarkt-Parkplätzen. Hanke kann sich auch nicht vorstellen, dass sich dieser Umstand nochmal wesentlich ändert. „Die Vorschrift gibt es eigentlich lange genug.“ Und trotzdem behaupteten die Angesprochenen in der Regel, dass sie das nicht gewusst hätten.
Manch einer kritisiere das Vorgehen der Sarstedter Polizei als „hart“. Dafür hat Hanke jedoch deutliche Worte: „Wir sind für die Sicherheit zuständig, und damit auch für die Pandemie-Bekämpfung. Wir machen das, um in ein Stück Normalität zurückkehren zu können – privat wie dienstlich.“
Maskenpflicht auf Wochenmarkt
Auch für den Wochenmarkt am Gründonnerstag in der Fußgängerzone werden wieder viele Besucher erwartet, so dass der Krisenstab explizit nochmal auf das Tragen von medizinischen Masken und das Abstandsgebot von 1,50 Meter zum Nebenmann erinnert.
