Erbaut 1905

Beliebter Ausflugsort in Hildesheim: Sanierung des Bismarckturms kann losgehen, Zeitplan für Wiedereröffnung steht

Hildesheim - Er ist ein Stück Hildesheimer Stadtgeschichte, der Bismarcktum am Galgenberg – leider ein ziemlich marodes. Damit bald alle wieder den Aufstieg und die Aussicht genießen können, will ein Verein den Turm sanieren – für gut 400.000 Euro.

Vom Verein: Heiko Kollien, Jörg Gall, Katja Lembke, Jürgen Götz, Tom Bodenbach mit Kindern, Wilhelm Kubera und Detlef Kentler. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Sie sind neun Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund, aber einem gemeinsamen Ziel: Mit einem neu gegründeten Verein wollen sie den Bismarck-Turm am Galgenberg wieder den Hildesheimerinnen und Hildesheimern zugänglich machen. Wollen seine Substanz wiederherstellen, das Alte bewahren, den Bau mit dem weiten Blick über die ganze Stadt, und den Turm dabei gleichzeitig für viele kommende Jahre fit machen.

Ein umfangreiches Unterfangen, das Ingenieur Jürgen Götz da beschreibt: „Wir werden die Sanierung von unten beginnen und von dort aus bis zu einem Aufbau aus Glas oben auf dem Dach weiterarbeiten.“ Der Bau aus dem Jahr 1905 ruht auf einem zwei-etagigen Sockel aus Muschelkalk, darüber wurde mit Sandstein gebaut. Im Inneren des Turms müssen mehrere Zwischendecken saniert werden. Auch die Decke der Aussichtsplattform ist, wie Götz sagt, „völlig hin, und die Ebene direkt darunter auch“.

Die Wendeltreppe bleibt auf jeden Fall erhalten

Zudem muss Licht in den Aufstieg, der genau 104 Stufen hat. Viele dieser Stufen müssen ebenfalls saniert werden, meint der Ingenieur – aber die Wendeltreppe, die über die letzten Meter hoch aufs Dach führt, die soll so erhalten bleiben. „Die würden wir lediglich einmal ausbauen, um sie zu sandstrahlen und wieder auf Vordermann zu bringen, aber sonst nichts“.

Wenn man derzeit über diese Wendeltreppe aufsteigt, wird klar, dass es ständig in den Turm hineingeregnet hat und das auch weiterhin tut, dass die komplette Bausubstanz über den offenen Zugang jeder Witterung ausgesetzt ist. Deshalb der Plan des Vereins, das Ganze mit einer Glaskonstruktion zu überdachen, die allerdings nicht die gesamte Fläche der Aussichtsplattform, sondern nur den Eingang überspannen soll und mit 2,05 Metern lichter Höhe auch größeren Besuchern problemlos Zutritt gewährt.

400.000 Euro Kosten – plus Preissteigerungen

„Und dann wären da noch die Wände“, meint Götz. Die müssten sowohl innen als auch außen teils saniert, teils erneuert werden. Dann wäre für den Ingenieur schon ein Großteil erledigt – eine Baugenehmigung liege bereits vor, sagt er. Und schätzt den finanziellen Aufwand einmal ganz grob auf 400.000 Euro. „Wahrscheinlich etwas drüber, kommende Kostensteigerungen eingerechnet“, sagt er.

Doch da sind ja auch noch seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter: Hildesheims einstige RPM-Direktorin Katja Lembke wäre es ein Anliegen, die Zwischenebenen im Turm zu nutzen, um Besuchern die Geschichte seiner Entstehung und deren Hintergründe zu erläutern. „Ich könnte mir da Tafeln vorstellen“, sagt sie. Gastronom Enzo Calvanico, Mitinitiator des Projekts, findet es wichtig, dass auch die Grünflächen unmittelbar um den Turm herum mit ins Konzept einbezogen werden. „Hier könnten Leute auf der Wiese sitzen, auf Bänken, das würde vielleicht mehr Familien hierher bringen“, meint er.

Nächstes Jahr muss das alles fertig sein

Mit von der Partie sind außerdem Hildesheims ehemaliger Stadtbaurat Thomas Kulenkampff, Hildesheims jetzige Stadtbaurätin Andrea Döring, Ingenieur Heiko Kollien, Tom Bodenbach als Erster Vorsitzender, Detlef Kentler, Jörg Gall und Wilhelm Kubera. Sie alle wollen jetzt gemeinsam Spenden einwerben, um ihr Vorhaben umzusetzen.

Und das soll dann, sobald es auf monetären Füßen steht, möglichst zügig an den Start gehen, meint Jürgen Götz: „Das soll nächstes Jahr fertig sein. Wenn man so ein Projekt einmal angefangen hat, darf sich das nicht hinziehen.“

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