Hildesheim - Seit Montag dürfen alle Läden im Kreis Hildesheim wieder öffnen. Aber nur unter bestimmten Bedingungen: Wer in einen Laden mit mehr als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche möchte, muss ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen.
Wie handhabt der Hildesheimer Handel die neue Verordnung – und wir kommt das bei der Kundschaft an?
Großer Ansturm bleibt vorerst aus
Am Montagmittag sieht das Zwischenfazit noch eher verhalten aus. „Bisher kommen leider nicht viele Kunden“, erklärt Samir Ghafuvi, der im Modegeschäft Kressmann im Eingangsbereich die Nachweise der Tests kontrolliert.
Nicht alle hielten sich an die neue Regel. „Viele kommen ganz ohne negatives Testergebnis“, sagt Ghafuvi. „Die dürfen wir dann nicht rein lassen.“ Kunden zeigten sich dann durchaus empört über die Situation.
Selbsttest vorm Laden: Händler in Hildesheim skeptisch
Auch das Geschäft für Herrenmode Adamski wartete am Mittag noch auf den großen Ansturm. „Es ist bisher ganz ruhig“, sagte Stefan Coers– und zeigte sich dennoch zuversichtlich. Die neue Regel gilt ja erst ab Montag, und es brauche immer etwas Zeit, bis die Leute sich damit arrangieren.
Bei Adamski kommt man nur mit negativem Testergebnis aus einem Testzentrum in den Laden – sich vor dem Geschäft unter den Augen der Angestellten selbst zu testen, davon hält Coers wenig. „Das hat hygienische Gründe“, erklärte er. „Außerdem gibt es die Testzentren, da sollen die Kunden hingehen. Da gibt es qualifizierte Mitarbeiter, die extra dafür geschult sind.“
Mit seiner Ansicht scheint Coers nicht allein zu sein. Beim Schlendern durch die Hildesheimer Fußgängerzone zeigt sich: Kein Geschäft wirbt mit der Möglichkeit, selbst die Kunden und Kundinnen zu testen. Überall heißt es nur, man müsse einen negativen Test nachweisen.
Ausnahmen für Schnelltestpflicht
Nach massiven Protesten aus der Branche – auch von Hildesheimer Händlern – sind Läden mit weniger als 200 Quadratmetern Verkaufsfläche von der Schnelltest-Pflicht befreit. Dort ist aber weiterhin eine Anmeldung notwendig.
