Sinkende Corona-Inzidenz

Schulen im Kreis Hildesheim stellen sich auf volle Klassen ab Montag ein

Kreis Hildesheim - Alles spricht dafür, dass es ab Montag keinen Wechselunterricht mehr gibt. Die Schulen sind vorbereitet – und womöglich greifen bald noch mehr Erleichterungen.

Ab Montag wohl wieder normal: Volle Schulklassen in Stadt und Landkreis Hildesheim. Foto: Werner Kaiser

Kreis Hildesheim - Die Schulen in Stadt und Landkreis Hildesheim stellen sich darauf ein, ab Montag wieder alle Schülerinnen und Schüler gleichzeitig zu unterrichten. In einigen Fällen gibt es zwar noch eine vorsichtig-abwartende Haltung bei den Verantwortlichen, doch die meisten gehen davon aus, dass es von der kommenden Woche an keinen Wechselunterricht mehr gibt. Auch Schulfahrten und Ausflüge sind dann wieder gestattet.



Rein formal wird das Ganze eine knappe Sache: Denn zwar ist im Landkreis die Vorbedingung, fünf Werktage hintereinander unterhalb einer Corona-Inzidenz von 50, bereits seit Mittwoch erfüllt und wurde am Donnerstag untermauert. Doch die Verordnung, die die für diesen Fall vorgesehenen Lockerungen regelt, wird erst am Freitag oder Samstag veröffentlicht – auch wenn ihr Inhalt durch den Stufenplan des Landes bereits bekannt ist. Gültig ist die Verordnung und damit die Rechtsgrundlage für die Rückkehr zum Voll-Unterricht voraussichtlich aber erst ab Sonntag. Und dann muss der Landkreis noch eine sogenannte Allgemeinverfügung publizieren.

Vorfreude dominiert

Damit gehen viele Schulen allerdings pragmatisch um: „Formal müssen wir die Allgemeinverfügung natürlich abwarten“, weiß zum Beispiel Urte Kyas, Rektorin der Harsumer Molitoris-Schule „Aber wir gehen davon aus, dass ab Montag wieder Szenario A läuft. Unsere Schulgemeinschaft ist bereits informiert, wir warten nur noch auf den Startschuss.“ Probleme bei der Umsetzung erwarte sie nicht: „Es ist ja quasi der Normalfall.“ Im Vordergrund steht für Kyas: „Wir freuen uns darauf, dass wir wieder alle Schülerinnen und Schüler in der Schule haben können.“

Ähnlich beurteilt René Mounajed von der Robert-Bosch-Gesamtschule (RBG) die Lage. Er wünsche sich eine möglichst schnelle Entscheidung von den Behörden – davon hänge unter anderem ab, wie gut am Montag alles klappe. „Insgesamt wird das aber reibungslos gehen, weil wir die Umstände des Szenarios A schon kennen“, ist Mounajed überzeugt. Wichtig sei, dass die Schülerinnen und Schüler „ankommen können und sich aufs gemeinsame Lernen freuen“ – und dass nicht die Frage im Mittelpunkt stehe, was vielleicht noch nicht gleich wieder perfekt läuft.

„Grundsätzlich vorbereitet“

Vorsichtiger, aber vorbereitet gibt sich Andrea Milbrod-Jakob von der IGS Bad Salzdetfurth: „An welchem Tag die Umstellung erfolgt, geht aus den Briefen und der Ansprache von Kultusminister Grant-Hendrik Tonne nicht klar hervor“, moniert sie zwar, stellt aber auch fest: „Alle organisatorischen Gegebenheiten sind bereits so getroffen, dass wir jederzeit wieder alle Schülerinnen und Schüler begrüßen könnten.“

Ähnlich äußert sich Christian Schwarze von der KGS Gronau: „Wir sind grundsätzlich auf den Start im Szenario A vorbereitet und warten auf die Mitteilung des Landkreises.“

Neustart im Ganztag

Die Ankündigung von Kultusminister Tonne lässt indes wenig Spielraum für Interpretationen: „Ab Montag, dem 31. Mai 2021, findet bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 wieder Präsenzunterricht in voller Klassenstärke („Szenario A“) statt“, lässt er sich auf der Internetseite des Ministeriums zitieren. Und die Landesregierung hat auf HAZ-Anfrage bestätigt, dass auch vor Inkrafttreten der neuen Verordnung „gesammelte“ Werktage unter 50 zählen.

Auf Szenario A ab Montag stellt sich zum Beispiel auch die Regenbogenschule in Sarstedt ein. Rektorin Marion Heuer verschickte bereits am Mittwoch eine Information an alle Eltern, dass dann auch das Ganztagsangebot wieder starte – verbunden mit dem Hinwies, dass zunächst kein warmes Essen angeboten werden könne. In anderen Grundschulen im Kreis dürfte es ähnlich laufen.

Bald noch mehr Erleichterung?

Womöglich kommt es schon bald zu noch größeren Erleichterungen für die Schulen: Am Mittwoch lag die Inzidenz im Landkreis erstmals in diesem Jahr unter 35. Bleibt es dabei fünf Werktage hintereinander, würden die Schnelltest-Pflicht für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie die Maskenpflicht im Unterricht ab Sekundarstufe I entfallen.

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